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Ein Koch stellt einen Teller in einen Konvektomaten.Ein Koch stellt einen Teller in einen Konvektomaten. Foto: Fany Fazii

Digitalisierung im Gastgewerbe: Erfolgreich mit KI

Fünf Erfolgsfaktoren aus der Praxis

14.07.2026 • Küchentechnik, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz • Lesedauer: 8 Minuten

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern das Gastgewerbe vor allem durch effizientere Prozesse, weniger Verwaltungsaufwand und eine bessere Nutzung personeller Ressourcen. Besonders in Bereichen wie Speisekartenmanagement, Buchhaltung, Marketing und Gästekommunikation können digitale Lösungen Betriebe entlasten. Gleichzeitig bleiben persönliche Gastfreundschaft und direkter Service entscheidende Erfolgsfaktoren.

Drei Beispiele aus dem Gastgewerbe zeigen, welche Faktoren entscheidend sind.

 

Ein Mann in einer Gastroküche tippt auf einen kleinen Monitor
Maik Delling vom Schlosscafé Teningen digitalisiert viele Aufgaben im Betrieb: Bestellungen werden direkt auf einen Küchenmonitor übertragen. Foto: Michael Bode

1. Wie spart Digitalisierung im Gastgewerbe Zeit und Kosten?

Der erste Schritt zur Digitalisierung beginnt häufig bei den alltäglichen Aufgaben, die Zeit, Geld und Nerven kosten.

Im Schlosscafé in Teningen hat die Digitalisierung ihren Anfang bei der Speisekarte genommen. Statt regelmäßig neue Karten auszudrucken, werden Inhalte heute digital gepflegt und automatisch aktuell gehalten. Das spart Druckkosten, reduziert den Verwaltungsaufwand und ermöglicht schnelle Anpassungen.

Auch in der Küche sorgen digitale Lösungen für effizientere Abläufe. Bestellungen werden direkt auf einen Küchenmonitor übertragen. Dadurch entfallen viele Zurufe und Missverständnisse, die Kommunikation läuft strukturierter und ruhiger ab. Das Küchenteam kann sich stärker auf die Zubereitung konzentrieren, während der Service mehr Zeit für die Betreuung der Gäste gewinnt.

Selbst in der Buchhaltung lassen sich erhebliche Zeitersparnisse erzielen. Dank moderner Kassensysteme mit digitalen Schnittstellen werden viele Daten automatisch verarbeitet und für den Steuerberater bereitgestellt.
 

2. Kann Digitalisierung die persönliche Gastfreundschaft ersetzen?

So hilfreich digitale Werkzeuge auch sind – sie ersetzen nicht den Menschen.

Deshalb hat sich das Schlosscafé bewusst gegen einen vollständig digitalen Bestellprozess entschieden. Die Mitarbeitenden nehmen weiterhin Bestellungen persönlich am Tisch auf und sind ausdrücklich dazu angehalten, mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.

Denn genau darin liegt die besondere Stärke des Gastgewerbes: Menschen zusammenzubringen und echte Begegnungen zu ermöglichen. Digitalisierung sollte deshalb nicht dazu dienen, den Kontakt zum Gast zu reduzieren. Vielmehr kann sie Mitarbeitende von Routineaufgaben entlasten, damit diese mehr Zeit für Beratung, Service und Gastfreundschaft haben.

Auch bei künftigen KI-Anwendungen gilt dieses Prinzip. Standardanfragen können automatisiert beantwortet werden, persönliche Anliegen sollten jedoch weiterhin von Menschen übernommen werden.

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz ganz konkret für Ihren Betrieb


Wie können Sie die Abläufe in Ihrem Betrieb mithilfe von digitalen Tools optimieren? Oft reichen schon kleine Veränderungen aus, um spürbare Verbesserungen zu erreichen. Machen Sie den KI- & Digitalisierungscheck der DEHOGA Beratung (für DEHOGA-Mitglieder kostenlos) und erfahren Sie, welche Maßnahmen und welche Tools sich für Ihren Betrieb wirklich lohnen.

3. Wie wird Künstliche Intelligenz bereits in Gastronomie und Hotellerie eingesetzt?

Während viele Betriebe noch überlegen, wie sie KI einsetzen können, nutzen andere die Technologie bereits im Alltag.

Im Schlosscafé dient KI beispielsweise als kreativer Sparringspartner bei der Entwicklung neuer Cocktailrezepte. Anhand definierter Zutaten und Anforderungen entstehen innerhalb kurzer Zeit zahlreiche neue Ideen, die als Grundlage für die weitere Ausarbeitung dienen.

Vor allem im Backoffice bietet KI großes Potenzial. Texte formulieren, E-Mails zusammenfassen oder Informationen strukturieren – viele administrative Aufgaben lassen sich deutlich schneller erledigen. Dadurch gewinnen Unternehmer Zeit für strategische und operative Aufgaben.

Auch Christiane und Michael Stoll vom Forellenhof Rössle setzt KI bereits für Marketingtexte, Social-Media-Beiträge und die Unternehmenskommunikation ein. Aus ihrer Sicht ist dies ein besonders niedrigschwelliger Einstieg, von dem gerade kleine und familiengeführte Betriebe profitieren können.

Darüber hinaus zeichnen sich weitere Einsatzmöglichkeiten ab: digitale Assistenten an der Rezeption, automatisierte E-Mail-Bearbeitung oder Chatbots auf Websites, die häufige Fragen von Gästen beantworten.
 

4. Welche Prozesse sollten Gastronomiebetriebe vor der Digitalisierung optimieren?

Eine wichtige Erkenntnis aus der Praxis lautet: Digitalisierung ist kein Selbstzweck.

Bevor in neue Software oder moderne Technik investiert wird, sollten zunächst die bestehenden Abläufe analysiert werden. Genau dafür plädieren die Experten der DEHOGA Beratung. Ihr Rat: Erst die Prozesse verstehen und optimieren, dann die passende Technik auswählen.

Häufig liegen die größten Potenziale nicht in neuen Geräten, sondern in einer besseren Organisation. Werden Arbeitsabläufe standardisiert und dokumentiert, bleibt Wissen auch bei Personalwechseln im Betrieb erhalten. Gleichzeitig lassen sich neue Mitarbeitende schneller einarbeiten.

Die entscheidende Frage lautet deshalb immer weniger: „Welchen Mitarbeiter finde ich?“ und immer häufiger: „Wie ist mein Prozess organisiert?“

Denn ein gut funktionierendes System macht Betriebe unabhängiger von einzelnen Personen und schafft die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.

Input und Ideen


Gemeinsam weiterkommen: In der ERFA‑Gruppe „Gemeinschaftsgastgeber“ vernetzen sich Kantinenleiter aus Wirtschaft und Kliniken im DEHOGA Baden‑Württemberg. Vier Treffen pro Jahr bieten Raum für Erfahrungsaustausch, neue Impulse und kollegiales Netzwerken. Ansprechpartnerin ist Regina Autenrieth.

5. Warum sind standardisierte Prozesse für die Digitalisierung wichtig?

Wie wirkungsvoll eine konsequente Prozessoptimierung sein kann, zeigt die Braumanufaktur Speidel in Ödenwaldstetten (siehe Foto ganz oben; Quelle: Fany Fazii).

Im Zuge eines Küchenneubaus wurden nicht nur Geräte ausgetauscht, sondern die gesamten Arbeitsabläufe neu gedacht. Produktion und Ausgabe wurden voneinander getrennt. Ein großer Teil der Speisen wird bereits tagsüber vorbereitet, bevor die Gäste am Abend eintreffen.

Das Ergebnis: Mit deutlich weniger Stress können große Mengen an Gerichten in gleichbleibender Qualität ausgegeben werden. Gleichzeitig sinken Lebensmittelverluste und der Wareneinsatz lässt sich besser kontrollieren.

Entgegen einer häufigen Befürchtung geht dabei die Kreativität nicht verloren. Im Gegenteil: Wenn Standardprozesse zuverlässig funktionieren, bleibt mehr Zeit für die Entwicklung neuer Gerichte, saisonaler Angebote und gastronomischer Konzepte.

Auch die Mitarbeitenden profitieren. Klare Abläufe sorgen für planbare Arbeitszeiten, reduzieren Belastungen im Tagesgeschäft und schaffen attraktivere Arbeitsbedingungen.
 

Eine Frau und ein Mann sitzen an einem Tisch in einem Restaurant und arbeiten mit einem Tablet
Im Forellenhof Rössle in Honau digitalisieren Christiane und Michael Stoll immer mehr Abläufe und Prozesse. KI hilft beim Marketing, im Büro und bald auch an der Rezeption. Foto: Raphael Berg

Fazit: Die Zukunft gehört der Kombination aus Mensch und Technik

Die Beispiele aus Gastronomie und Hotellerie zeigen, dass Digitalisierung weit mehr ist als die Einführung neuer Software oder moderner Geräte. Erfolgreiche Betriebe nutzen Technik dort, wo sie Routinen vereinfacht, Prozesse verbessert und Mitarbeitende entlastet.

Der persönliche Kontakt zum Gast bleibt dabei das Herzstück des Gastgewerbes. Digitale Werkzeuge und Künstliche Intelligenz können diese Stärke nicht ersetzen, aber sie können dazu beitragen, dass Gastgeber wieder mehr Zeit für genau das haben, was ihren Beruf ausmacht: Menschen willkommen zu heißen und ihnen besondere Erlebnisse zu bieten.

FAQ Digitalisierung im Gastgewerbe: Alles auf einen Blick

Was bringt Digitalisierung im Gastgewerbe?

Digitalisierung reduziert Verwaltungsaufwand, beschleunigt Abläufe und entlastet Mitarbeitende bei Routineaufgaben.

Wie kann KI in der Gastronomie eingesetzt werden?

KI unterstützt beispielsweise bei Marketingtexten, Gästekommunikation, Rezeptentwicklung oder Verwaltungsaufgaben.

Kann KI Mitarbeitende ersetzen?

Nein. KI kann Routineaufgaben übernehmen, persönliche Gastfreundschaft und individuelle Beratung jedoch nicht ersetzen.

Welche digitalen Lösungen lohnen sich für kleine Gastronomiebetriebe?

Oft sind digitale Speisekarten, moderne Kassensysteme, Buchhaltungsschnittstellen und KI-gestützte Marketingtools sinnvolle Einstiegsprojekte.

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