Minijobs müssen bleiben!
Die Rentenkommission hat vorgeschlagen, die Minijobs praktisch abzuschaffen. Nach Plänen der Kommission sollen geringfügige Beschäftigungsverhältnisse künftig nur noch für Schüler zulässig sein. Das wäre eine Katastrophe für das Gastgewerbe. Der DEHOGA hat sich klar gegen die Abschaffung oder Verteuerung der Minijobs positioniert: Die Minijobs müssen erhalten bleiben!
Auf Bundes-, Landes- und Kreiseben ist der Verband aktiv und weist Entscheider aus der Politik auf die enorme Bedeutung der Geringfügig Beschäftigten für das Gastgewerbe (und für viele andere Branchen) hin. Dabei macht der DEHOGA auch deutlich, welche fatalen Schäden und Konsequenzen drohen, falls die Abschaffung der Minijobs umgesetzt wird.
Das aktuelle Positionspapier zum Thema, das DEHOGA-Mitglieder für ihre Kommunikation nutzen und auch an Medienvertreter und Politiker weitergeben können, steht hier zum Download bereit.
Wie können Sie unterstützen? Unterschreiben Sie jetzt die Online-Petition für den Erhalt der Minijobs.
Hintergründe
Befürworter der Minijob-Abschaffung arbeiten mit dem Schein-Argument, dass Minijobs die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor allem von Frauen verhinderten. Dies wird allein schon dadurch widerlegt, dass z. B. im baden-württembergischen Gastgewerbe mehr als die Hälfte der Minijobber im Hauptberuf sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.
Von Wirtschaftsverbänden kommt heftiger Protest gegen die Pläne der Rentenkommission. Auch der DEHOGA Baden-Württemberg hat sich klar positioniert und am 22. Juni 2026 folgendes Pressestatement abgegeben:
„Geringfügig Beschäftigte sind im Gastgewerbe unverzichtbar, denn sie ermöglichen es den Betrieben, auf branchentypische Lastspitzen zu reagieren. Der flexible Einsatz von Minijobbern ist für die Wirtschaftlichkeit der Betriebe daher von höchster Bedeutung und sichert im Hotel- und Gaststättengewerbe somit auch viele sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Die faktische Abschaffung der Minijobs würde viele Existenzen und Arbeitsplätze auch in Baden-Württemberg vernichten. Sie wäre nicht nur für die Betriebe des Gastgewerbes eine Katastrophe, sondern auch für die betroffenen Beschäftigten, die – selbst, wenn sie ihren Arbeitsplatz behalten können – mit deutlich höheren Abzügen vom Lohn rechnen müssen.“
Äußerst kritisch sieht der DEHOGA auch Pläne der Bundesregierung zur Gesundheitsreform, die massive Beitragserhöhungen für Minijobs vorsehen, so dass die Abgabenlast für Arbeitgeber von bislang (schon teuren) 31 Prozent auf rund 36 Prozent zu steigen droht. Eine solche Erhöhung wäre eine Abschaffung der Minijobs durch die Hintertür.
DEHOGA-Position
Beide Vorschläge – Minijob-Abschaffung und Minijob-Verteuerung – laufen darauf hinaus, Arbeit in Deutschland teurer und unattraktiver zu machen. Das trifft Millionen fleißiger Minijobber und schwächt die Wirtschaft insgesamt. Die Bundesregierung sollte diese Pläne dringend stoppen und eine Politik verfolgen, die mit „mehr Netto vom Brutto“ Arbeit attraktiv macht und Leistung belohnt.