44. DEHOGA-Landesjugendmeisterschaften in Calw
Strahlende Gesichter nach hitziger Anstrengung bei 36 Grad Außentemperatur: 33 Auszubildende kurz vor dem Abschluss haben sich in der Landesberufsschule in Calw bei den 44. Baden-Württembergischen Jugendmeisterschaften in den Ausbildungsberufen des Hotel- und Gaststättengewerbes gemessen. Am Nachmittag wurden die Sieger:innen gekürt.
Während derzeit der Vorschlag der Rentenkommission, die Minijobs praktisch abzuschaffen, und ein noch nicht final abgestimmter Referentenentwurf zur Reform des Arbeitszeitgesetzes große Unruhe und Irritationen in der Branche auslösen, wetteiferte der Nachwuchs hochkonzentriert in fünf der sieben gastgewerblichen Ausbildungsberufe um den Titel des oder der Besten im Land. „Die aktuelle Lage und die beinahe täglich neu eintreffenden Hiobsbotschaften aus Berlin sind besorgniserregend“, sagte der Landesvorsitzende des DEHOGA Baden-Württemberg Dr. Hans-Ulrich Kauderer am Rande des Wettbewerbs. „Aber gerade deshalb schauen wir voller Stolz auf die Leistungen unserer Auszubildenden.“
Die Jugendmeister:innen des baden-württembergischen Gastgewerbes 2026 sowie die Bestplatzierten der DEHOGA-Landesjugendmeisterschaften im Überblick:
Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie
1. Sulamith Hahn, Brenners Park Hotel & Spa in Baden-Baden
2. Vincent Baral, Hotel Erbprinz in Ettlingen
3. Colin Drews, Europapark Hotels in Rust
Köchinnen und Köche
1. Katharina Möhrle, Wellness-Hotel Tanne Tonbach in Baiersbronn
2. Tim Forberg, Hotel Therme Bad Teinach
3. Benedikt Sauter, Krone Schnetzenhausen in Friedrichshafen
Hotelfachleute
1. Kim-Jasmine Krautwurst, Hotel Krone Tübingen
2. Catalina Mitrov, Maison Messmer in Baden-Baden
3. Michelle Beha, Der Öschberghof in Donaueschingen
Fachleute für Systemgastronomie
1. Elias Seiler, Udo in Tübingen
2. Kian Musa, Dönasty Deutschland in Stuttgart
3. Shamaine Kimberly Zuze, Raststätte Aichen in Nellingen
Kaufleute für Hotelmanagement
1. Lisa Mießmer, Hotel Bareiss in Baiersbronn-Mitteltal
2. Laurenz Fugmann, Brenners Park Hotel & Spa in Baden-Baden
3. Samira Noelle Braun, Hotel Bareiss in Baiersbronn-Mitteltal
„Herzlichen Glückwunsch an die Siegerinnen und Sieger – und an alle anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich diesem anspruchsvollen Wettbewerb gestellt haben. Sie alle haben heute gewonnen“, sagte Dr. Hans-Ulrich Kauderer. Er betonte, wie wichtig die Nachwuchskräfte für die Branche sind, die aktuell vor großen Herausforderungen steht – von politischen Plänen über verändertes Konsumverhalten bis zur Künstlichen Intelligenz. „Die jungen Kolleginnen und Kollegen leben die Veränderungen unserer Branche, die für uns alte Hasen neu und vielleicht nicht immer ganz nachvollziehbar sind. Sie lassen Neues zum alltäglichen Geschäft werden.“
Martin Bosch, Vorsitzender der Fachgruppe Berufsbildung beim DEHOGA Baden-Württemberg, sprach allen Teilnehmenden seine Anerkennung aus. „Das Wetter heute ist sicher eine Zumutung. Und als Unternehmer muss ich sagen, dass auch vieles, was politisch gerade passiert, eine Zumutung ist. Aber in dem Wort Zumutung steckt eben auch das Wort Mut. Und mit diesen mutigen jungen Leuten, die sich heute dem Wettbewerb gestellt haben, bin ich mir sicher, dass wir alle anstehenden Zumutungen meistern werden.“
Deutsche Jugendmeisterschaften im Herbst
Die baden-württembergischen Jugendmeisterschaften des Gastgewerbes, ausgerichtet vom DEHOGA Baden-Württemberg, sind der größte Nachwuchswettbewerb für die gastgewerbliche Branche im Land; sie fanden dieses Jahr zum 44. Mal statt. Für die beste Fachfrau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie Sulamith Hahn, die beste Köchin Katharina Möhrle sowie die beste Hotelfachfrau Kim-Jasmine Krautwurst geht es im Herbst zu den Deutschen Jugendmeisterschaften der gastgewerblichen Ausbildungsberufe, wo die Besten aus 17 DEHOGA-Landesverbänden im Favorite Parkhotel in Mainz gegeneinander antreten. In den vergangenen Jahren kamen die Gewinner:innen immer wieder aus Baden-Württemberg. Heute führen viele dieser ehemaligen baden-württembergischen Jugendmeister:innen namhafte Betriebe oder sind inzwischen gar Sterneköche.
Der DEHOGA Baden-Württemberg dankt allen, die an der Ausrichtung der Landesjugendmeisterschaften mitgewirkt haben:
• den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und ihren Ausbildungsbetrieben
• den beteiligten Lehrerinnen und Lehrern aller Landesberufsschulen sowie allen Jurymitgliedern und Helfern
• den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des DEHOGA-Berufsbildungs-Teams
• den Premiumpartnern Edeka Foodservice, Teinacher, Afri-Cola und Vaihinger sowie MEWA, der Hotelfachschule Heidelberg und der DEHOGA Akademie, die Sonderpreise zur Verfügung gestellt haben.
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Ablauf der Jugendmeisterschaften
Die Teilnehmenden der Jugendmeisterschaften werden auf Vorschlag ihrer Ausbildungsbetriebe oder ihrer Berufsschulen für die Meisterschaften nominiert. Sie befinden sich im dritten, ihrem letzten Ausbildungsjahr und sind höchstens 29 Jahre alt.
Die Anforderungen bei den Meisterschaften entsprechen denen einer Abschlussprüfung. Für die Meisterschafts-Endrunde in Calw hatten sich die Teilnehmenden bereits im April im Rahmen einer digitalen Theorieprüfung qualifiziert, die zeitgleich an den vier gastgewerblichen Landesberufsschulen in Bad Überkingen, Calw, Tettnang und Villingen-Schwenningen stattfand. Mehr als 90 Nachwuchskräfte waren in der Vorrunde dabei; rund ein Drittel kam in die Endrunde. Bewertet wurden die Leistungen von einer Jury, die sich aus Fachlehrer:innen der vier Landesberufsschulen für das Gastgewerbe sowie erfahrenen Praktiker:innen der baden-württembergischen Hotellerie und Gastronomie zusammensetzt.
Das Finale fand in Form praktischer Prüfungen statt. Bei den Fachleuten für Systemgastronomie drehte sich alles um den Schichtsalat: Entwicklung eines Rezepts mit Pflicht- und weiteren Zutaten, servierfähige Umsetzung im Mehrwegbehältnis plus Erstellung des Produktetiketts inklusive aller erforderlichen Hinweise wie Allergene oder Haltbarkeit. Die Kaufleute für Hotelmanagement mussten Aufgaben im Bereich Revenue Management lösen und unter anderem ein Social-Media-Reel zum Thema Personalrecruiting erstellen.
Die jungen Köche und die Köchin bereiteten im praktischen Teil ein viergängiges Menü zu, das sie aus einem Warenkorb selbst zusammenstellten. Das Motto des diesjährigen Wettbewerbs: „Aufbruch in neue Zeiten“. Neben beinahe 150 Wahlzutaten gehörten zu den Pflichtzutaten unter anderem Regenbogenforellen und Wachteleier für die kalte Vorspeise, Pfifferlinge für die vegetarische Suppe, Rehrücken und Filets für den Hauptgang sowie Stachelbeeren für die Süßspeise. Timo Stölzel, Juryvorsitzender für den Ausbildungsberuf Koch/Köchin, war begeistert von den Teilnehmenden: „Alle acht haben das Motto sehr gut und kreativ auf den Tellern umgesetzt. Sie waren sehr gut vorbereitet und gerade angesichts der heute sehr heißen Temperaturen haben alle ein sehr gutes Niveau abgeliefert.“ Die Wettbewerbsmenüs wurden Ehrengästen serviert, wobei die teilnehmenden Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie unter den kritischen Augen der Jury den Service übernahmen.
Bestandteil der Wettbewerbs-Endrunde war außerdem die Warenerkennung. Dabei mussten die Köche, Hotelfachleute und Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie in Dreierteams 20 berufstypische Produkte, Gegenstände und Lebensmittel erkennen und korrekt bezeichnen. Das waren unter anderem Scamorza oder Guanciale, fachspezifische Werkzeuge wie Krebsmesser oder Weinbelüfter, aber auch Gegenstände, die den jungen Leuten heute nur noch selten in der Ausbildung begegnen wie Fransenkamm oder Steckschaumhalter.
Mit 6.604 lag die Zahl der Auszubildenden im Hotel- und Gaststättengewerbe in Baden-Württemberg zum Jahresende 2025 kaum unter der Zahl vom Dezember 2024 (6.612). Die Zahl der 2025 neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse hat sich um 0,4 Prozent auf 2.975 verbessert. Für das neue, im September 2026 startende Ausbildungsjahr sind fast überall im Land noch freie Stellen in den fünf dreijährigen und den zwei zweijährigen gastgewerblichen Ausbildungsberufen zu besetzen. Informationen über Ausbildungs- und Karrierechancen im Hotel- und Gaststättengewerbe gibt’s auf der Website der Nachwuchskampagne WIR GASTFREUNDE. Auf der dort zu findenden Ausbildungs- und Praktikumsplatzbörse können Betriebe kostenlos ihre Angebote veröffentlichen und Jugendliche entsprechend freie Plätze finden.
Videos und weitere Impressionen gibt's auf dem Instagram-Kanal von WIR GASTFREUNDE.