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DEHOGA-Umfrage

Wirtschaftliche Lage weiter sehr ernst

Die wirtschaftliche Lage im Gastgewerbe ist weiter sehr ernst. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen DEHOGA-Umfrage, an der sich vom 31. Januar bis 4. Februar bundesweit mehr als 7000 Mitgliedsbetriebe – darunter mehr als 1600 aus Baden-Württemberg beteiligt haben. Der DEHOGA fordert Perspektiven für die Branche und Nachbesserungen bei den staatlichen Unterstützungsmaßnahmen. Der DEHOGA dankt allen Mitgliedsbetrieben herzlich, die sich an der Umfrage beteiligt haben.

Über die Ergebnisse der Umfrage hat der DEHOGA-Bundesverband heute, 4. Februar, in einer Pressemitteilung informiert. Die Auswertung für Baden-Württemberg weicht nur geringfügig vom von den bundesweiten Werten ab und liegt damit im allgemeinen Trend.

Die wichtigsten Umfrage-Ergebnisse aus Baden-Württemberg in der Zusammenfassung:

  • Die Umsatzentwicklung lag im Januar 2022 weit unterhalb der Normalität. Auf die Frage „Wie hat sich Ihr Umsatz im Januar 2022 im Vergleich zum Januar 2019 entwickelt?“, ergab sich bei der Umfrage ein Durchschnittswert von – 49%
  • Existenzsorgen in vielen Betrieben: 62,7 % der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe aus Baden-Württemberg gaben an, dass sie ihren Betrieb aktuell in seiner wirtschaftlichen Existenz gefährdet sehen.
  • Kurzarbeit für zahlreiche Beschäftigte: 52,8 % der Umfrageteilnehmenden aus Baden-Württemberg geben an, im Januar Kurzarbeitergeld für Beschäftigte beantragt zu haben, 54,3 % geben an, dies auch für Februar zu tun. Der Anteil der Beschäftigten, für die Kurzarbeit beantragt wurde, wird von den Umfrageteilnehmenden mit durchschnittlich 42% angegeben.
  • (Freiwillige) Schließungen wegen Unwirtschaftlichkeit: 23,4 % der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen geben an, dass ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb in der aktuellen Lage nicht für sie nicht möglich ist und dass sie aus diesem Grund den Betrieb geschlossen halten.

 

Kurzarbeitergeld: Nachbesserungen nötig
Der DEHOGA begrüßt vor dem Hintergrund der sehr ernsten wirtschaftlichen Lage, dass das erhöhte Kurzarbeitergeld bis zum 30. Juni fortgeführt werden soll (wir berichteten). Zudem wird die maximale Bezugsdauer von 24 auf 28 Monate ausgeweitet. Auch die Bezuschussung der Ausbildungsvergütungen wird im Rahmen des Programms ‚Ausbildungsplätze sichern’ fortgesetzt. „Ohne die Verlängerung der Corona-Sonderregelungen für das Kurzarbeitergeld, wäre der Verlust von Arbeitsplätzen programmiert gewesen“, erklärt DEHOGA-Bundesverbandspräsident Guido Zöllick.
Allerdings gibt es aus DEHOGA-Sicht weiter dringenden Nachbesserungsbedarf: „Nicht nachvollziehbar ist für uns, dass die Sozialversicherungsbeiträge ab dem 31. März gar nicht mehr erstattet werden“, sagt Zöllick, „aus unserer Sicht ist es unerlässlich, rückwirkend zum 1. Januar die volle Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge wieder vorzunehmen. Seit dem 1. Januar werden diese nur zu 50 % erstattet und belasten jetzt schon zusätzlich unsere hart getroffenen Betriebe.“

Entfristung der MwSt.-Senkung gefordert
Die Unternehmer wurden in der DEHOGA-Umfrage auch gefragt, was sie aktuell als besonders relevant für die Zukunftssicherung ihrer Betriebe erachten. Bei den genannten Maßnahmen steht an vorderster Stelle die Entfristung der Mehrwertsteuersenkung auf Speisen (75,7 %). „Die Entfristung der Mehrwertsteuersenkung wäre jetzt nicht nur ein Mut machendes Signal und ein Zeichen der Wertschätzung, sondern eine Maßnahme, die die Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärkt“, bekräftigt DEHOGA-Präsident Zöllick.