Nach massiven krisenbedingten Rückgängen im Vorjahr blieb die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im baden-württembergischen Gastgewerbe 2021 mit 1947 immerhin nahezu stabil (2020: 1949). In manchen Berufen gab es sogar ein deutliches Plus: bei den Hotelkaufleuten 18 Prozent, bei den Restaurantfachleuten sind es 4,5 Prozent mehr als noch 2020. Auch im zweijährigen Beruf Fachkraft im Gastgewerbe und bei den Fachleuten für Systemgastronomie steht ein positiver Saldo. Rund 20 Prozent mehr junge Leute sind hier in ihre Ausbildung gestartet.
Hohe soziale Verantwortung in der Branche
„Damit zeigt sich klar, dass sich die Branche ihrer sozialen Verantwortung sehr bewusst ist und sie in besonderer Weise wahrnimmt. Trotz einer schwierigen Zeit mit Lockdown und Umsatzeinbrüchen werden neue Mitarbeiter durch eine qualitativ hochwertige duale Ausbildung für die Zukunft qualifiziert, auch wenn heute noch ungewiss ist, wann die Betriebe wieder ohne Beschränkungen durchstarten können“, so Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der im Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) für den Bereich Tourismus federführenden Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald.
DEHOGA-Landesvorsitzender Fritz Engelhardt pflichtet Keppler in einer gemeinsam veröffentlichten Pressemitteilung bei: „Dass der Rückgang bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen gestoppt werden konnte, den wir 2020 bedingt durch die Corona-Krise und die Verunsicherung auf Bewerber- und Ausbilderseite hinnehmen mussten, ist eine gute Nachricht.“ Nachwuchswerbung und -förderung bleibe jedoch eine zentrale Daueraufgabe für Gastgewerbe und Tourismuswirtschaft, denn, so Engelhardt: „Die Gesamtzahl der jungen Menschen, die wir aktuell ausbilden, reicht zur Sicherung unserer Fachkräfteversorgung nicht aus.“ Nach der Corona-Krise gelte es daher, nicht nur beim Umsatz, sondern auch bei der Ausbildung wieder voll durchzustarten. Engelhardt: „Gut ausgebildete Fachkräfte werden im Gastgewerbe in den kommenden Jahren notwendiger gebraucht denn je. Fast jeder Betrieb sucht Profis für Küche, Service und Buchungsmanagement.“
Der Blick in die Branchen nach Zahlen über alle Ausbildungsjahre:
In der gesamten Tourismusbranche (Gastgewerbe und Reiseverkehr) waren 2021 insgesamt 5.674 junge Leute in der Ausbildung. Davon werden in Hotellerie, Gastronomie und Catering aktuell 4.938 junge Leute von den Betrieben im Lande ausgebildet (Vorjahr: 5455).