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Kostenentwicklung herausfordernd

DEHOGA-Umfrage: Private Nachfrage lässt Zuversicht wachsen

Dank der steigenden privaten wie touristischen Nachfrage wächst in weiten Teilen der Branche die Zuversicht. Die Lage der nicht touristisch geprägten Betriebe bleibt dagegen angespannt. Das geht aus der DEHOGA-Mitgliederumfrage hervor, an der sich in der Zeit vom 3. bis 8. Juni 2650 Mitgliedsbetriebe aus ganz Deutschland beteiligt haben, unter ihnen rund 800 aus Baden-Württemberg.

Die gute Nachricht: Immerhin 43 Prozent der Umfrageteilnehmer meldeten im Mai 2022 bessere Umsätze als im Mai 2019. Diesen stehen allerdings 57 Prozent gegenüber, die niedrigere Umsätze als im Vorkrisenzeitraum verzeichnen. Die Schere zwischen Umsatzverlierern und Umsatzgewinnern unter den Umfrageteilnehmern geht weit auseinander. 22,8 Prozent berichten von Umsatzzuwächsen von 20 Prozent und mehr. 33,7 Prozent der Betriebe kämpfen hingegen mit Einbußen von 20 Prozent und mehr. Im Durchschnitt lagen die Umsätze im Mai zwar nur noch 0,6 Prozent unter dem Vorkrisenwert. „Der Wert spiegelt allerdings nicht die kostenbedingte Preisentwicklung seit 2019 wider“, betont DEHOGA-Bundesverbandspräsident Guido Zöllick.

Zugleich mache die Entwicklung im Mai Mut. „Der Mai-Wert ist der beste Wert, der in einer monatlichen DEHOGA-Umfrage seit Beginn der Pandemie im März 2020 festgestellt wurde, auch wenn er nur die nominale Veränderung abbildet“, so Zöllick.

Private Nachfrage erfreulich
Die DEHOGA-Umfrage belegt, dass es immer noch große Unterschiede zwischen der privaten und geschäftlichen Nachfrage gibt. Bei den privaten Buchungen bewerten nur noch 15,6 Prozent der Unternehmer die Buchungslage mit schlecht oder sehr schlecht, im Businessbereich sind es mit 35,4 Prozent mehr als doppelt so viel. „Die Branchenentwicklung verläuft nicht einheitlich“, erklärt Zöllick. „Betriebe in Feriendestinationen und touristisch attraktiven Städten berichten von einer guten Nachfrage. Im Gegensatz dazu zieht das Geschäft in Betrieben, die von Businessreisenden, Firmen-Veranstaltungen und Kongressen leben, nur langsam wieder an.“ Die Branche hoffe nun auf die Sommermonate, auf die die Betriebe überwiegend positiv blicken. So melden für Juni 48 Prozent der Betriebe eine gute bis sehr gute Buchungslage, 31,9 Prozent bezeichnen diese als befriedigend, 20,1 Prozent als schlecht bis sehr schlecht. Für Juli berichten 37,5 Prozent von einer guten bis sehr guten Buchungslage, 35,2 Prozent bewerten sie als befriedigend, 27,3 Prozent als schlecht oder sehr schlecht.

Kostenentwicklung größtes Problem
Größte Sorgen bereiten den Betrieben laut den Umfrage-Ergebnissen die stark steigenden Preise für Lebensmittel und Energie. Wie bereits im April stehen die steigenden Energiekosten (85,6%), die höher werdenden Lebensmittelpreise (85,4%) und Personalkosten (67,0%) beim Ranking der Belastungen ganz oben. 61,4 Prozent der Betriebe beklagen einen akuten Mitarbeitermangel.

7% MwSt. auf Speisen müssen bleiben
„Der Neustart des Gastgewerbes wird durch die aktuellen Herausforderungen erschwert“, fasst Zöllick zusammen. „Mehr denn je kommt es deshalb darauf an, der Branche, den Unternehmern und Mitarbeitern verlässliche Perspektiven zu geben und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu stärken“, sagt Zöllick und bekräftigt in dem Zusammenhang die Forderung des DEHOGA nach der dauerhaften Geltung der 7%-Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants.

Der DEHOGA Baden-Württemberg dankt allen Mitgliedsbetrieben, die sich an der Umfrage beteiligt haben.