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Umsatzentwicklung im Gastgewerbe

Branche im Juni weiter deutlich unter Vor-Corona-Niveau

Der Umsatz im baden-württembergischen Gastgewerbe lag Juni preisbereinigt weiter unter dem Vor-Corona-Niveau von 2019. DEHOGA-Landesvorsitzender Fritz Engelhardt spricht von einer weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Lage und warnt vor einer Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Speisen.

Auf den ersten Blick sehen die Zahlen, die das Statistische Landesamt meldet, gut aus: Im ersten Halbjahr 2023 verzeichnete das Gastgewerbe in Baden-Württemberg demnach ein reales Umsatzplus von 5,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nominal betrug das Plus 15,2 %. In der deutlichen Differenz zwischen dem nominalen und dem realen Wert spiegeln sich die Preisanstiege infolge höherer Kosten.

Engelhardt: Vergleich mit 2022 täuscht
DEHOGA-Landesvorsitzender Fritz Engelhardt warnt jedoch vor einer vorschnellen Interpretation des Umsatzanstiegs: „Der Vergleich mit dem krisengeprägten, wirtschaftlich schwierigen Jahr 2022 täuscht – entscheidend ist der Vergleich mit dem Vorkrisen-Niveau von 2019“. Denn der Eindruck, dass es im Gastgewerbe wieder gut laufe, sei leider nicht richtig: „Vor allem die Gastronomie kämpft aufgrund der massiven Kostensteigerungen mit großen Ertragsproblemen. Zudem macht sich die inflationsbedingte Konsumzurückhaltung immer deutlicher bemerkbar.“

Engelhardts Einschätzung wird durch die Betrachtung der 2019er-Werte klar bestätigt: Der preisbereinigte Umsatz im Gastgewerbe insgesamt lag im Juni 2023 noch −13,4 % hinter dem Wert des Juni 2019. Die Gastronomie verfehlte das Niveau von 2019 real um −14,4 %, die Beherbergung um −4,9 %.

Für Engelhardt ist die Entwicklung im Juni ein Warnzeichen, das die Landesregierung ernst nehmen sollte, wenn es ihr mit der Förderung der Tourismuswirtschaft und des ländlichen Raums ernst ist. „Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von derzeit 7 auf 19 Prozent ab 2024 wäre fatal, so Engelhardt. Die dann unvermeidlichen Preiserhöhungen würden den Konsum massiv bremsen und das Gastronomiesterben im Land weiter beschleunigen.“

Zur bundesweiten Umsatzentwicklung im Gastgewerbe lesen Sie hier die Pressemitteilung des DEHOGA Bundesverbandes.