Trotz Pandemie haben sich in den zurückliegenden Monaten wieder fast 2000 junge Menschen für eine Berufsausbildung in Gastronomie und Hotellerie entschieden. Dem pandemiebedingten Einbruch von 2020 – minus 20,8 % – folgte im zweiten Jahr der Corona-Krise immerhin kein weiterer Absturz. Dazu beigetragen hat sicher die wirtschaftliche Belebung im Sommer, die Bewerberinnen und Bewerber ermutigt hat, ihre berufliche Zukunft im Gastgewerbe zu suchen. Dank verdienen vor allem die engagierten Ausbildungsbetriebe in unserer Branche, die trotz der großen Unsicherheit und der insgesamt schwierigen Bedingungen, unter denen wir alle leiden, junge Menschen für unsere Berufe begeistern und ihnen mit guter Ausbildungsarbeit Chancen und Perspektiven eröffnen.
Grund zur Entwarnung sind die Ausbildungszahlen des Jahres 2021 allerdings nicht. In den beiden zahlenmäßig wichtigsten Berufen – Hotelfachmann/-frau und Koch/Köchin – ist die Tendenz bei den neu abgeschlossenen Verträgen weiterhin rückläufig, und insgesamt reicht die Zahl der jungen Menschen, die wir aktuell ausbilden, nicht annähernd zur Sicherung des mittel- und langfristigen Fachkräftebedarfs einer Branche mit mehr als 30.000 Betrieben im Land. Die anstehende Modernisierung der gastgewerblichen Berufsbilder kommt daher zur richtigen Zeit, denn zeitgemäße, attraktive Ausbildungsangebote erleichtern die Nachwuchsgewinnung. Und generell gilt: Nachwuchswerbung für Gastronomie und Hotellerie bleibt eine wichtige Daueraufgabe.
Martin Bosch
Vorsitzender der Fachgruppe Berufsbildung im DEHOGA Baden-Württemberg