Aus ihrer Ablehnung der 7%-MwSt. für die Gastronomie hatte Agnieszka Brugger, Bundestagsabgeordnete der Grünen im Wahlkreis Ravensburg, bislang nie einen Hehl gemacht. Freundlich im Ton, aber klar in der Sache, erteilte sie der wichtigsten Branchenforderung noch 2022 eine deutliche Absage. Das hat sich nun, nach intensiven Gesprächen mit DEHOGA-Vertretern aus ihrem Wahlkreis, geändert. In einem Schreiben an den Vorsitzenden der DEHOGA-Kreisstelle Ravensburg, Max Haller, teilt Agnieszka Brugger am 14. Juli 2023 mit:
„Nach vielen Gesprächen und persönlichen Schilderungen aus Oberschwaben finde ich Ihre Forderungen nachvollziehbar und werde mich in Berlin mindestens für eine Verlängerung [der 7% MwSt. auf Speisen in der Gastronomie, Anm. der Redaktion] einsetzen, auch wenn ich auch in anderen Bereichen wichtige Bedarfe sehe. Sie kennen mich und wissen, dass ich das nicht leichtfertig verspreche. Schließlich habe ich mich schon das ein oder andere Mal auf dem DEHOGA-Bundestagspodium kritisch zu dieser Maßnahme ausgesprochen. Allerdings sehe ich dies im Moment mit Blick auf die Folgen der Pandemie und der Inflation anders.“
Wie kam es zu dem Sinneswandel? Im Zuge der gemeinsamen DEHOGA-Überzeugungsarbeit sind drei Mitglieder des Ravensburger DEHOGA-Kreisstellenvorstandes: Stephanie Fischer (Hotel und Restaurant zum Schloss, Amtzell), Oliver Spähn (Hotel Arthus & Ritterkeller, Aulendorf) und Kreisstellenvorsitzender Max Haller (Restaurant Fürstliche Waldburg, Wangen-Karsee) auf die Wahlkreisabgeordnete zugegangen und führten Anfang Juli ausführliche Telefongespräche mit MdB Agnieszka Brugger. Dabei legten sie überzeugend dar, was eine Mehrwertsteuer-Erhöhung auf 19% konkret bedeuten würden: einen Preisschock für die Gäste, noch mehr Betriebsschließungen im ländlichen Raum und eine dauerhafte Schwächung der Tourismusregion Oberschwaben.
Dass Brugger sich von den Argumenten der DEHOGA-Vertreter überzeugen ließ, zeigt: Gespräche vor Ort lohnen sich, weil sie Politikern vor Augen führen, dass es bei der Gastro-Mehrwertsteuer nicht um ein abstraktes Finanz-Thema geht, sondern um eine Frage von größter wirtschaftlicher Bedeutung für Betriebe und Menschen vor Ort im Wahlkreis.
DEHOGA-Überzeugungsarbeit geht weiter
In allen Teilen des Landes finden aktuell Gespräche mit Wahlkreisabgeordneten aus Bundestag und Landtag statt. Besonders im Fokus stehen dabei die Abgeordneten der „Ampel“-Fraktionen, die in Berlin die Bundesregierung stellen (SPD, Grüne, FDP). Der DEHOGA dankt allen Mitgliedern und Ehrenamtsträgern, die sich persönlich im Kampf für dauerhaft 7%-MwSt. auf Speisen engagieren!
Und jeder einzelne kann mitmachen – jeder Kontakt hilft! Alle Infos, Argumente und Abgeordneten-Kontaktdaten für Gespräche mit Wahlkreisabgeordneten vor Ort finden DEHOGA-Mitglieder hier.