Grundlagen der Ausbildung

Welche Gründe sprechen dafür, als Unternehmer im Gastgewerbe aktiv auszubilden? Wer darf überhaupt ausbilden, und wie läuft die Ausbildung in Gastronomie und Hotellerie ab? Hier gibt's die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Warum ausbilden?Warum ausbilden?

Ausbildung ist die beste Antwort auf den hohen Fachkräftebedarf in Hotellerie und Gastronomie. Betriebe, die ausbilden, leisten nicht nur wertvolle Arbeit für die gesamte Branche, sondern profitieren auch selbst: Die Übernahme von Auszubildenden nach der Lehrzeit ist eine wertvolle Option, um junge, gut qualifizierte Fachkräfte für den eigenen Betrieb zu gewinnen. Außerdem sind Auszubildende bereits während ihrer Lehre wertvolle, produktive Mitarbeiter. Engagement in der Ausbildung trägt darüber hinaus in positiver Weise zum Image des Ausbildungsbetriebes und der gesamten Branche bei.

Wer kann ausbilden?Wer kann ausbilden?

Ausbilden darf, wer die fachliche und die persönliche Eignung dazu besitzt. Konkret: Fachlich geeignet ist, wer im entsprechenden Beruf eine Ausbildung abgeschlossen hat und über mehrjährige Berufserfahrung verfügt. Darüber hinaus ist auch die berufs- und arbeitspädagogische Eignung nachzuweisen. Dieser Nachweis wird durch eine erfolgreich abgelegte Ausbildereignungsprüfung erbracht. Einen Vorbereitungskurs auf diese Prüfung bietet z. B. die DEHOGA Akademie in Bad Überkingen an.

Zum Nachweis der persönlichen Eignung als Ausbilder/in ist das polizeiliche Führungszeugnis vorzulegen. Die Ausbildungserlaubnis ist bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) zu beantragen. Die Entscheidung über die Ausbildereignung liegt ausschließlich bei der IHK.

 

Die Ausbildungsberufe im GastgewerbeDie Ausbildungsberufe im Gastgewerbe

Die sechs Ausbildungsberufe im Hotel- und Gaststättengewerbe spiegeln die gesamte Bandbreite der Branche wieder. Damit haben nahezu alle Betriebsarten und -typen des Gastgewerbes, die Möglichkeit, junge Menschen auszubilden. Die Ausbildungsberufe im Einzelnen:

 

Koch/Köchin

Restaurantfachmann/-frau

Hotelfachmann/-frau

Hotelkaufmann/-frau

Fachmann/-frau für Systemgastronomie

Fachkraft im Gastgewerbe

Wie läuft die Ausbildung ab?Wie läuft die Ausbildung ab?

Wie läuft die Ausbildung ab?

Eine Berufsausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe findet im dualen System statt. Das bedeutet: Die theoretische Ausbildung erfolgt an der Berufsschule und die praktische Ausbildung im Betrieb. Der Besuch der Berufsschule sichert die Vermittlung der theoretischen und fachlichen Kenntnisse. Die Schulzeit pro Ausbildungsjahr beträgt ca. 12 Wochen. Der Unterricht findet in „Blöcken“ statt, das heißt, dass jeweils mehrere Wochen am Stück die Berufsschule besucht wird.

Wo befinden sich die Berufsschulen?Wo befinden sich die Berufsschulen?

Im 1. Ausbildungsjahr findet der Berufsschulunterricht an einer hauswirtschaftlichen Schule in der Region statt, also in der Umgebung des Ausbildungsbetriebes.

Im 2. und 3. Ausbildungsjahr findet der Berufsschulunterricht an einer der vier spezialisierten Landesberufsschulen für das Hotel- und Gaststättengewerbe statt. Diese Landesberufsschulen gibt es in Calw (Nordschwarzwald), in Bad Überkingen (Kreis Göppingen), in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) und in Tettnang (Bodenseekreis).

Die Landesberufsschulen sind speziell für die Ausbildung der gastgewerblichen Berufe ausgestattet: Es gibt Profi-Küchen, Restaurants, Bars und Hotelzimmer zum Lernen und Üben. Die Lehrerinnen und Lehrer sind Fachleute, das heißt: Sie kennen die Gastro- und Hotelberufe aus eigener Erfahrung und Praxis.

Internate für BerufsschülerInternate für Berufsschüler

Internat des Gastgewerbes in Bad Überkingen
Herr Peter Lander, Internatsleiter
Hausener Straße 21
73337 Bad Überkingen
Telefon: 07331/9844-0
Telefax: 07331/9844-19
E-Mail: info-internat@dehogabw.de
Ausführliche Informationen und das Reservierungsformular für Internatszimmer zum Download finden Sie  HIER

 

Landesberufsschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe Villingen-Schwenningen
Internat der Landesberufsschule
Herr Fank Sowinski
Herdstraße 4
78050 VS-Villingen
Tel.: 0 77 21 - 88 49 - 110
Fax: 0 77 21 - 88 49 - 149
info@internat-lbs.de

 

Johann-Georg-Dörtenbach-Schule
Gewerbliche Schule Calw

Schülerwohnheim Calw
Oberriedter Str. 18, 75365 Calw
Harald Steinert
Telefon: 07051/965-250
Fax: 07051/965-255
E-Mail: heimleitung@schuelerwohnheim-calw.de

 

Landesberufsschule für Hotel- und Gaststättenberufe Tettnang
Außenstelle der Claude-Dornier-Schule und der Droste-Hülshoff-Schule
Friedrichshafen
Sekretariat der Landesberufsschule
Frau Eßl
Tel. 07542 530 110
Fax 07542 530 113
sekretariat@lbshoga.de

AusbildungsrahmenplanAusbildungsrahmenplan

Im Ausbildungsrahmenplan sind die Kenntnisse und Fertigkeiten festgelegt, die den Auszubildenden während der Ausbildung vermittelt werden sollen. Die Inhalte des Rahmenplans sind prüfungsrelevant, das heißt: Sie werden in der Abschlussprüfung abgefragt.

Im Online-Servicecenter finden Sie die Rahmenpläne zu den gastgewerblichen Berufsbildern:
zu den Rahmenplänen

Duales StudiumDuales Studium

Viele Abiturienten haben Interesse an einem Studium, das ihnen einen erfolgreichen Einstieg in die Branche bietet. Wie in anderen Branchen auch, benötigt man für eine erfolgreiche Karriere Basiskenntnisse, die für weiterführende Aufgaben notwendig sind. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, praktische Erfahrung in den täglichen Abläufen und Prozessen gastgewerblicher Unternehmen zu sammeln. Das duale Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg umfasst wechselnde Studien- und Praxisphasen und gewährleistet damit eine enge Verzahnung von akademischer und betrieblicher Ausbildung (50 Prozent Praxis und 50 Prozent Studium). Die Studenten schließen einen 3-jährigen Vertrag mit einem Partnerunternehmen ab und erwerben nach sechs Semestern einen Bachelor-Abschluss.

Zur Website der Dualen Hochschule Baden-Württemberg

Nachhilfe für AuszubildendeNachhilfe für Auszubildende

Die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) richten sich an Auszubildende, die (Schul-) Schwierigkeiten in ihrer Ausbildung haben. Durch gezielte Förderung kann der Azubi seine Leistung verbessern, in vielen Fällen wird so ein drohender Ausbildungsabbruch verhindert. Erfahrungsgemäß ist es wichtig, bei Schulschwierigkeiten als Ausbilder schnell und angemessen zu reagieren. Sobald schulische Defizite erkennbar sind, ist es möglich, kostenlos ausbildungsbegleitende Hilfen bei der Agentur für Arbeit zu beantragen.

abH auf einen Blick:

  • Für Azubi und Ausbilder kostenlos
  • Gezielter Förderunterricht in Fächern, in denen Schwächen vorhanden sind
  • Kleine Gruppen oder Einzelunterricht
  • Schulischer Stoff wird lückenlos aufgearbeitet und trainiert
  • Persönliche Betreuung durch speziell ausgebildete Fachkräfte
  • 3 - 8 Stunden pro Woche, außerhalb der regulären Ausbildungszeit
  • Unterstützt wird bei Lernschwierigkeiten, Prüfungsangst, schlechten Noten, etc.
  • abH bei der Berufsberatung der jeweililgen Agentur für Arbeit beantragen


Die Vorgehensweise ist denkbar einfach: Unter www.arbeitsagentur.de die Postleitzahl des Betriebes eingeben und auf diese Weise die zuständige Arbeitsagentur ermitteln. Anschließend dort einen Berufsberater nach ausbildungsbegleitenden Hilfen fragen.

AusbildungsvergütungAusbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütungen im baden-württembergischen Hotel- und Gaststättengewerbe sind im Lohn- und Gehaltstarifvertrag geregelt. Der aktuelle geltende Tarifvertrag sieht folgende Vergütung vor: 

Berufseinsteiger unter 18 Jahre starten im 1. Ausbildungsjahr mit 570 Euro pro Monat. Auszubildende über 18 bekommen 650 Euro pro Monat. Im 3. Lehrjahr verdient man als Auszubildende/r im Gastgewerbe 700 Euro (unter 18 Jahre). Über 18-Jährige Auszubildende bekommen 800 Euro (die Arbeitszeit beträgt 44 Stunden pro Woche).