16.04.2020

DEHOGA: Im Gastgewerbe des Landes drohen kurzfristig 10.000 Firmenpleiten

Stuttgart. Nach der Verlängerung der Corona-Maßnahmen schlägt die Gastro-Branche Alarm: „Ein Drittel unserer Betriebe steht auf der Kippe. Wenn die Politik nicht sofort handelt, rechnen wir mit rund 10.000 Firmenpleiten in unserer Branche allein in Baden-Württemberg“, erklärt DEHOGA-Landesvorsitzender Fritz Engelhardt.

Die Ergebnisse der Bund-Länder-Beratungen am 15. April seien für die gastgewerbliche Branche enttäuschend und entmutigend gewesen. „Uns erreichen viele verzweifelte, wütende und frustrierte Mitgliederreaktionen. Es ist für die Betriebe und ihre Mitarbeiter nicht akzeptabel, dass unserem Gewerbe von der Politik überhaupt keine Perspektive aufgezeigt wird. Es gibt keinerlei Aussage zu möglichen Lockerungen für unsere Branche, und es gibt keine Zusagen für weitere, dringend benötigte Hilfen“, so Engelhardt. „Unsere Betriebe waren die ersten, die per Allgemeinverfügung geschlossen wurden. Wir bringen enorme Opfer und werden jetzt völlig im Unklaren darüber gelassen, wie es für unsere Branche weitergehen soll.“

Aus zahlreichen Mitgliederrückmeldungen wisse man, dass die Liquidität in vielen Unternehmen des Hotel- und Gaststättengewerbes nur noch für wenige Wochen reiche. Die bisher gewährten Corona-Soforthilfen reichten bei weitem nicht aus. Engelhardt: „Wir akzeptieren, dass die Politik zur Pandemie-Eindämmung extreme Einschränkungen von unserer Branche erwartet, aber sie muss im Gegenzug auch für entsprechende Unterstützung sorgen.“  

Um einen dauerhaften Verlust weiter Teile der gastgewerblichen Vielfalt im Land und ein Wegbrechen touristischer Angebotsstrukturen zu verhindern, benötige man schnell einen staatlichen Rettungs- und Entschädigungsfonds, der direkte Finanzhilfen an die Betriebe auszahlt. Andere Branchen hätten in weitaus weniger dramatischen Situationen hohe staatliche Unterstützungsleistungen erhalten, betont Engelhardt. „Jetzt ist die Politik gefordert, dafür zu sorgen, dass das Gastgewerbe – die große Branche der kleinen, mittelständischen Familienbetriebe – nicht dauerhaft und massiv durch diese Krise beschädigt wird.“

Mit über 30.000 Betrieben und mehr als 235.000 Erwerbstätigen zählt das Hotel- und Gaststättengewerbe zu den großen mittelständischen Branchen in Baden-Württemberg. Gastronomie und Hotellerie sind Hauptleistungsträger der baden-württembergischen Tourismuswirtschaft.

 

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