Beschäftigungs-Rekord im Gastgewerbe

Das Gastgewerbe im Land schafft Arbeitsplätze: Wie der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Baden-Württemberg auf seiner Jahrespressekonferenz am 5. Februar 2018 in Stuttgart mitteilte, erreichte die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer in der Branche 2017 mit rund 132.500 einen neuen Höchststand – im Jahr zuvor waren es rund 128.000. Der Branchenumsatz im Gastgewerbe stieg in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres um 0,8 Prozent. Pro Jahr setzt die Branche im Land mehr als 11 Milliarden Euro um.

„Die starke Konjunktur gibt uns Rückenwind“, erklärte Verbandsvorsitzender Fritz Engelhardt. Zur Euphorie bestehe jedoch kein Anlass. In vielen Betrieben sei die Ertragsentwicklung trotz wachsender Umsätze unbefriedigend. Hauptgrund dafür sind nach den Worten des DEHOGA-Vorsitzenden die Personalkosten, die in den letzten Jahren deutlich schneller gestiegen seien als die Produktivität in der Branche. Trotz des hohen Beschäftigunszuwachses bleibe zudem der Mitarbeitermangel das größte Problem der Branche.

Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, wollen laut einer DEHOGA-Mitgliederumfrage zwei von drei gastgewerblichen Betrieben ihre Investitionen im laufenden Jahr steigern oder mindestens stabil halten. Investiert werde vor allem in Gästezimmer, aber auch in die Modernisierung von Küchen sowie in digitale Lösungen. „Die hohe Investitionsbereitschaft, die wir derzeit auch auf unserer Branchenfachmesse INTERGASTRA in Stuttgart erleben, zeigt, dass die gastgewerblichen Betriebe im Land sich den Herausforderungen stellen“, betonte Engelhardt.

Dringend erforderlich ist aus Sicht des DEHOGA aber „Rückenwind aus der Politik“, wie Engelhardt unterstrich. „Um weiterhin erfolgreich arbeiten zu können, brauchen wir eine Anpassung des Arbeitszeitgesetzes an die Lebenswirklichkeit moderner Dienstleistungsberufe. Anstelle der derzeit geltenden Tages-Obergrenze für die Arbeitszeit plädiert der Verband für eine flexible Wochenarbeitszeit. „Niemand soll in der Summe mehr arbeiten, aber wir brauchen mehr Flexiblität.“ Betriebe sollten die Möglichkeit haben, ihre Mitarbeiter dann einzusetzen, wenn viele Gäste im Betrieb sind und den fälligen Zeitausgleich an ruhigeren Tagen zu gewähren, erklärte der Verbandsvorsitzende.

Ein wichtiges Anliegen bleibe auch eine faire Mehrwertsteuer-Regelung für die Gastronomie. „Dass für Tierfutter, Tiefkühlpizza und Essen zum Mitnehmen der günstige 7-Prozent-Mehrwertsteuersatz gilt, während für eine Mahlzeit im Gasthaus aber 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig werden, ist weder sinnvoll noch gerecht“, betonte Engelhardt. Unter dieser Wettbewerbsverzerrung leide insbesondere die Gastronomie im ländlichen Raum. Unter dem Motto „Gleiche Steuern für alle Speisen“ setze sich der DEHOGA daher einheitlichen, reduzierten Mehrwertsteuersatz für alle Lebensmittelbranchen ein.

Die Pressemitteilung steht hier zum Download zur Verfügung

 

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