DEHOGA-Umfrage

Kostensteigerungen machen Betrieben zu schaffen

Stand: 05.08.2022

Das Gastgewerbe steht wirtschaftlich unter Druck. Das geht aus der aktuellen Mitgliederumfrage des DEHOGA-Bundesverbandes hervor, an der sich vom 1. bis 4. August 3509 Betriebe beteiligt haben, darunter 906 Betriebe aus Baden-Württemberg. „Insbesondere die explodierenden Gas- und Strompreise bereiten den Betrieben sehr große Sorgen“, erklärt der Präsident des DEHOGA-Bundesverbandes, Guido Zöllick.

Die Auswertung DEHOGA-Umfrage zeigt, dass die Anzahl der Umsatzverlierer bezogen aufs Vorkrisenjahr 2019 im Juli höher war als die der Umsatzgewinner. So vermelden 49,7 Prozent der teilnehmenden Betriebe für den Juli schlechtere Umsätze als im Juli 2019, 27,8 Prozent der Betriebe sogar mit Umsatzverlusten von mehr als 20 Prozent.Gleichzeitig explodieren die Kosten: So stiegen die durchschnittlichen Kosten für Gas im Juli gegenüber dem Juli des Vorjahres um 60 Prozent, für Strom um 39 Prozent, für Lebensmittel um 25 Prozent, für Personal um 18 Prozent und für Getränke um 15 Prozent.

Auch die Sicherheit der Energieversorgung im Herbst und Winter beschäftigt die Unternehmen sehr. DEHOGA-Präsident Zöllick fordert: „Wir erwarten, dass jetzt alles unternommen wird, um die Sicherheit der Energieversorgung zu gewährleisten und die Kostenexplosion bei Gas und Strom einzudämmen.“

Die Sorgen und Existenzängste in der Branche wachsen auch im Hinblick auf die am 3. August vorgestellten Pläne zum Infektionsschutzgesetz für den Herbst und Winter. Auch wenn ein Lockdown nicht vorgesehen ist, stiften die vorgesehene Maskenpflicht und weitere Maßnahmen einen hohen Kontrollaufwand sowie unnötige Verunsicherung. „Wir appellieren an die Bundesregierung und die Landesregierungen alles dafür zu tun, dass Auflagen und weitere Corona-Maßnahmen im Herbst nicht erforderlich sind.“

„Von ganz zentraler Bedeutung ist zudem, dass die Fortgeltung der 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen jetzt beschlossen wird, bekräftigt der DEHOGA-Präsident und appelliert: „Die Gastronomen stehen unter einem enormen Kostendruck. Preisanpassungen dürfen nicht zu einer Überforderung der Gäste führen, die auch von der seit Monaten hohen Inflationsrate betroffen sind. Ein Unterlassen der Verlängerung hätte katastrophale Auswirkungen für die Betriebe und wäre inflationsbeschleunigend. Im Übrigen ist es eine Frage der einheitlichen Besteuerung von Essen mit 7 Prozent. In 21 EU-Staaten wird kein Unterschied bei der Besteuerung von Fertiggerichten aus dem Supermarkt und dem Essen auf dem Porzellanteller im Restaurant gemacht.“

Der DEHOGA dankt allen Mitgliedsbetrieben, die sich an der Umfrage beteiligt haben.