DEHOGA-Position:

Keine Sonderopfer und keine Lockdowns mehr

Stand: 19.07.2021

Die Corona-Inzidenzzahlen in Baden-Württemberg sind in jüngster Zeit wieder leicht angestiegen. Der Durchschnittswert in Baden-Württemberg lag am 19. Juli bei 9,9 (7-Tages-Inzidenz als Anzahl der Fälle pro 100.000 Einwohner). Viele Betriebsinhaber und Beschäftigte der Branche fragen sich besorgt, welche Konsequenzen diese Entwicklung und ein mögliches weiteres Ansteigen der Inzidenzzahl für die Öffnungsmöglichkeiten im Gastgewerbe haben kann. Der DEHOGA Baden-Württemberg bezieht Position.

Unsere Anforderungen an die Politik:

1. Kein Sonderopfer mehr
Das Gastgewerbe hat in den vergangenen Monaten Sonderopfer für die Gesellschaft erbringen müssen: Obwohl die Branche kein Pandemietreiber war, wurden die Betriebe des Gastgewerbes als erstes und am längsten geschlossen. Der überwiegende Teil der Betriebe war insgesamt 9 Monate im Lockdown, Clubs und Diskotheken haben auch aktuell noch keine wirtschaftlich tragfähige Öffnungsperspektive. Die zum Ausgleich für die Betriebsschließungen aufgelegten Hilfsprogramme können die Schäden, die dadurch entstanden sind und immer noch entstehen, zwar lindern, aber nicht annähernd ausgleichen. Eine Fortsetzung der Anti-Corona-Politik auf Kosten des Gastgewerbes wäre daher unverhältnismäßig und kann vom DEHOGA bzw. von den Betrieben der Branche nicht mehr akzeptiert werden.

2. Kein Lockdown mehr
Im bisherigen Verlauf der Corona-Krise führten hohe Inzidenzzahlen stets zu harten Einschränkungen bis hin zu Betriebsschließungen für das Gastgewerbe. Ein derartiger „Automatismus“ ist in der jetzigen Lage nicht mehr zu rechtfertigen. Stattdessen müssen die steigende Impfquote und die vorhandenen Kapazitäten des Gesundheitssystems berücksichtigt werden. In Deutschland (und in Baden-Württemberg) sind aktuell mehr als 45 Prozent der Einwohner vollständig geimpft, rund 60 Prozent der Bevölkerung hat immerhin bereits die erste Impfung (Stand 19. Juli). Wenn aber bald mehr als jeder Zweite durch Impfung geschützt ist, sind Schließungen und Freiheitseinschränkungen für alle nicht mehr verhältnismäßig.

3. Rückgabe der Freiheitsrechte an Geimpfte/Genesene
Spätestens dann, wenn alle, die geimpft werden können, die Gelegenheit dazu hatten, müssen Auflagen und Freiheitsbeschränkungen für Geimpfte (und für nachweislich Genesene) fallen. Betriebe des Gastgewerbes sollten dann ohne Einschränkungen für Geimpfte und Genesene öffnen dürfen.

 

Appell an die Betriebe: Regeln einhalten!
Der DEHOGA appelliert weiterhin nachdrücklich an alle Betriebe im Land, die geltenden Corona-Vorsichtsmaßnahmen (z.B. Abstandsregelungen, Kontaktnachverfolgung, Maskenpflicht) sorgfältig einzuhalten und damit einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie zu leisten. Die Beachtung der Anti-Corona-Regeln ist unverzichtbar für den Schutz der Gesundheit von Gästen und Mitarbeitern und stellt somit eine Grundanforderung an eine verantwortungsvolle Betriebsführung dar. Sie ist im Übrigen auch eine Voraussetzung dafür, dass Gäste sich in den Betrieben des Gastgewerbes sicher fühlen.