Verbesserung der Überbrückungshilfe III

Auswirkungen auf die Stabilisierungshilfe II

 

Stand: 07.04.2021

Die nachträgliche Verbesserung der Überbrückungshilfe III des Bundes und die Aufstockung um einen Eigenkapitalzuschuss haben Auswirkungen auf die Stabilisierungshilfe II des Landes. Für jeden, der kurz davor steht, einen Antrag auf Stabilisierungshilfe II zu stellen, oder bereits einen gestellt hat, gilt es, folgendes zu beachten:
Gemäß einer Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums soll die Überbrückungshilfe III auch rückwirkend für die Monate November 2020 bis Juni 2021 verbessert werden. Wir berichteten dazu ausführlich in unserem gestrigen Newsletter (vom 06. April 2021).

Die relevantesten Verbesserungen sind:

  • Junge Unternehmen bis zum Gründungsdatum 31. Oktober 2020 sind ab jetzt antragsberechtigt. Bisher konnten nur Unternehmen, die bis zum 30. April 2020 gegründet waren, einen Antrag stellen.
  • Die Fixkostenerstattung der Überbrückungshilfe III wird für Unternehmen mit einem Umsatzrückgang von mehr als 70 Prozent auf bis zu 100 Prozent erhöht. Bislang wurden lediglich bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet.
  • Alle Unternehmen, die in mindestens drei Monaten seit November 2020 einen Umsatzeinbruch von jeweils mehr als 50 Prozent erlitten haben, erhalten einen Eigenkapitalzuschuss. Dieser wird ab dem 3. Monat auf die Überbrückungshilfe III aufgeschlagen und beträgt gestaffelt 25% / 35% /40% der betrieblichen Fixkosten (der Positionen 1 bis 11)


Aktuell gibt es noch keine ausführlichen FAQs des Bundeswirtschaftsministeriums dazu. Deshalb ist noch einiges unklar. Zum Beispiel ist unklar, wie die Monate bewertet werden, für die keine Überbrückungshilfe III, sondern November- oder Dezemberhilfe beantragt wurde. Dasselbe gilt für Monate, für die Stabilisierungshilfe II beantragt wurde. Sobald wir mehr wissen, werden wir darüber informieren.

Durch diese Änderungen kann es sich ergeben, dass Betriebe, die Stabilisierungshilfe II bereits beantragt haben, nun im Vergleich einen deutlich höheren Zuschuss aus der Überbrückungshilfe III inkl. Eigenkapitalzuschuss erwarten können, als ursprünglich geplant. Für Betriebe, die damit rechnen, dass sie durch diese Änderungen nun doch mit der Überbrückungshilfe III besser gestellt wären als mit der Stabilisierungshilfe II, haben wir folgende Fragen / Antworten zusammengestellt (Betriebe, die sich sicher sind, dass sie mit der Stabilisierungshilfe II besser fahren, brauchen nichts zu tun):

1.      Muss mein Steuerberater eine erneute Berechnung anstellen, um zu bestätigen, dass mein Zuschuss aus der Stabilisierungshilfe II immer noch mindestens 10% höher ist, als der rechnerische Zuschuss aus der Überbrückungshilfe III?

Nein, die Berechnung war eine Momentaufnahme, die nicht zwingend widerholt werden muss. Falls Sie jedoch eine Besserstellung durch die Überbrückungshilfe III erwarten für Monate, für die Sie bisher Stabilisierungshilfe II beantragt haben, sollten Sie für sich diese Prüfung machen.

2.      Kann ich meinen Antrag zurückziehen, wenn der Antrag noch bei der IHK liegt und noch nicht der L-Bank weitergeleitet wurde?

Ja, das ist möglich. Kontaktieren Sie dazu schnellstmöglich Ihre zuständige IHK und fordern Sie diese auf, Ihren Antrag einzustellen. Dies können Sie per E-Mail oder Anruf machen.

3.      Kann ich meinen Antrag zurückziehen, wenn der Antrag bereits an die L-Bank weitergeleitet wurde und dort noch nicht positiv bewilligt wurde?

Ja, das ist möglich. Wenden Sie sich dafür unter Nennung Ihrer IHK-Vorgangsnummer an die L-Bank (Corona-Hotline 0721 150-1770 bzw. finanzhilfen-hoga2@l-bank.de ) und ziehen Sie Ihren Antrag zurück.

4.      Kann ich meinen Antrag zurückziehen, wenn er bereits positiv durch die L-Bank bewilligt wurde?

Das ist nach unserem jetzigen Kenntnisstand nicht mehr möglich. Eine bewilligte staatliche Hilfe kann nicht im Nachhinein durch eine „bessere“ staatliche Hilfe ersetzt werden.

Bei Rückfragen dazu wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige IHK oder an die DEHOGA Beratung:

Tel. 0711 61988-37
E-Mail: info@dehoga-beratung.de

Wir informieren, sobald wir Näheres dazu wissen und stellen Ihnen eine aktualisierte Version des Excel-Vergleichsrechners zur Verfügung.

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