Guido Wolf: „Perspektive für die besonders hart getroffene Branche“

Baden-Württemberg beschließt neues Förderprogramm für Tourismus

Stand: 17.11.2020

Die baden-württembergische Landesregierung hat ein neues Förderprogramm für die von der Corona-Krise besonders stark betroffene Tourismusbranche beschlossen, das der für Tourismus zuständige Minister Guido Wolf auf der Landespressekonferenz gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten vorstellte. 

Das neue Förderprogramm soll mittelfristig zur Erholung der Tourismuswirtschaft beitragen und umfasst drei Säulen:

1. Die Investitionskraft des Gastgewerbes soll gestärkt werden. Dazu soll es zinsverbilligte Darlehen und Zuschüsse für investitionsbereite Betriebe geben. Das L-Bank-Programm hat ein Volumen von insgesamt 12 Millionen Euro. Der DEHOGA wird seine Mitglieder über die Details der Umsetzung informieren, sobald diese bekannt sind.

2. Mit einer breit angelegten Marketingkampagne, ähnlich der Restart-Kampagne im Sommer, soll Baden-Württemberg als Reiseziel beworben werden. Dafür werden insgesamt 8 Millionen Euro bereitgestellt.

3. Die kommunalen Thermen und Mineralbäder sollen finanzielle Unterstützung bekommen (Gesamtvolumen: 15 Millionen).

„Mit diesem Programm möchten wir eine Perspektive für die besonders hart von der Corona-Krise betroffene Tourismusbranche bieten“, sagte Guido Wolf. Der Tourismus sei eine Leitökonomie und bedeutende Wirtschaftskraft in Baden-Württemberg, die es zu stärken gelte.

Auf neun Rekordjahre in Folge folgte der „brutale Absturz“ im März, so Wolf. Auch die Umsätze im Sommer könnten die fehlenden Übernachtungen nicht aufholen. Und im Vergleich zur Ferienhotellerie trat im Bereich Geschäftsreisen überhaupt keine Erholung ein. Und nun stehen harte Wintermonate bevor.

Scharfe Kritik am Bund wegen ausbleibender Novemberhilfen

„Gerade jetzt zeigt sich, wie bitter notwendig die Stabilisierungshilfe Gastgewerbe war“, betonte Guido Wolf. Dass die von der Bundesregierung angekündigten Novemberhilfen noch nicht fließen, kritisierte der Minister scharf. Mit der finanziellen Entschädigung sei die Akzeptanz für die Schließung einer ganzen Branche erkauft worden, so Wolf. Wenn die Gelder nicht schnell fließen, gehe diese Akzeptanz für die Politik verloren. „Die Zahlungen sind zwingend notwendig für die Verhältnismäßigkeit der Schließung“, sagte der Minister. „Das Geld muss fließen und zwar schnell.“

Dieser Aussage schloss sich auch der Ministerpräsident an. „Das war ein Versprechen, dass die Hilfen schnell und unbürokratisch ausgezahlt werden“, sagte Winfried Kretschmann. „Es ist sehr unerfreulich, wie das jetzt in der Praxis läuft.“ Das Thema werde daher bei der nächsten Besprechung der Ministerpräsident/innen mit der Bundeskanzlerin auf der Agenda stehen.

DEHOGA begrüßt Tourismus-Förderprogramm

Das beschlossene Tourismus-Förderprogramm begrüßt der DEHOGA Baden-Württemberg ausdrücklich, mahnt die Landesregierung aber auch an, sich für die schnelle Auszahlung der Novemberhilfen einzusetzen. Der DEHOGA-Landesvorsitzende Fritz Engelhardt sagte anlässlich der Ankündigung des Tourismus-Förderprogramms: "Es ist wichtig, jetzt auch mittelfristige Perspektiven für die Tourismuswirtschaft im Land aufzuzeigen und Investitionen mittelständischer Betriebe aus dem Gastgewerbe gezielt zu fördern. Genau so wichtig ist allerdings auch, dass die Landesregierung Druck macht und sich für eine rasche Auszahlung der dringend benötigten Novemberhilfen einsetzt, die von der Bundesregierung zum Ausgleich für die von der Schließung betroffenen Betriebe des Gastgewerbes in Aussicht gestellt worden sind."

Pressemitteilung

Zur Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg