Anträge bis 20. November möglich

Stabilisierungshilfe-Programm verlängert

Gute Nachricht für die Branche: Die Landesregierung verlängert die Antragsfrist und den Förderzeitraum des Hilfsprogramms „Stabilisierungshilfe Corona für das Hotel- und Gaststättengewerbe“. Das hat das Kabinett in seiner heutigen Sitzung (15.September) beschlossen. Betriebe mit Sitz in Baden-Württemberg können durch dieses Programm einmalige nicht rückzahlbare Landeszuschüsse bekommen, wenn sie einen Liquiditätsengpass belegen können. Der DEHOGA Baden-Württemberg hat sich massiv für dieses Hilfsprogramm eingesetzt und begrüßt die jetzt beschlossene Verlängerung.

Folgende Änderungen sind beschlossen worden:

1. Verlängerung der Antragsfrist: Betriebe des Gastgewerbes in Baden-Württemberg können nun bis zum 20. November 2020 einen Antrag auf Stabilisierungshilfe stellen (Frist bisher: 30.09.2020). Die Anträge müssen von z.B. Steuerberatern oder Anwälten bestätigt werden.

2. Verlängerung des Förderzeitraums: Bisher konnten Betriebe für maximal drei zusammenhängende Monate im Zeitraum 1. Mai bis 30. November Stabilisierungshilfe 2020 beantragen. Der Förderzeitraum wurde um den Monat Dezember erweitert. Es sind also Anträge für maximal drei zusammenhängende Monate für den Zeitraum Mai bis Dezember 2020 möglich.

3. Wichtig für Mischbetriebe: Bisher können nur Betriebe Stabilisierungshilfe beantragen, bei denen der HoGa-Umsatzanteil (Gastronomie und/oder Beherbergung) mindestens 50 Prozent beträgt. Dieser Schwellenwert wird auf 30 Prozent gesenkt. Damit können z.B. auch Freizeitparks, bei denen der HoGa-Umsatzanteil zwischen 30 und 49 Prozent liegt, Stabilisierungshilfe beantragen. Für Betriebe mit einem HoGa-Umsatzanteil zwischen 30 und 49 Prozent, berechnet sich die Obergrenze für die Stabilisierungshilfe wie folgt: 2000 Euro pro Betrieb plus 1000 Euro pro rechnerischem Vollzeitbeschäftigten, bis zur Höhe des Liquiditätsengpasses.

Betriebe mit einem HoGa-Umsatzanteil zwischen 50 und 100 Prozent erhalten weiterhin bis zu 3000 Euro pro Betrieb plus 2000 Euro pro rechnerischem Vollzeitbeschäftigten, bis zur Höhe des Liquiditätsengpasses.

Ab wann Mischbetriebe nach den neuen Beschlüssen Anträge stellen können, wird noch bekannt gegeben.

 

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut sagte anlässlich der beschlossenen Verlängerung des Hilfsprogramms: „Mit dem sich abzeichnenden Ende der Außengastronomie- und Feriensaison stehen viele Betriebe vor schwierigen Herbst- und Wintermonaten. Durch die Verlängerung der Antragsfrist können sie genau dann von der Stabilisierungshilfe Gebrauch machen.“

Auch Tourismusminister Guido Wolf verweist auf die schwierigen bevorstehenden Wintermonate und betonte, wie wichtig es angesichts der Erfahrungen aus dem Sommer sei, das Hilfsprogramm zu verlängern: Viele Menschen seien im Freien aktiv und besuchten draußen Gastronomiebetriebe. Vor Begegnungen in geschlossenen Räumen hätten viele nach wie vor großen Respekt. „Daher ist es richtig und wichtig, dass wir das Sofortprogramm anpassen. Viele Betriebe haben in den vergangenen Jahren viel investiert, teilweise gefährdet die Krise die Aufbauarbeit mehrerer Generationen in den Familienbetrieben“, so Wolf.

 

Kostenlose Beratung und Verbandsservice:

Die Stabilisierungshilfe Corona für das Gastgewerbe in Baden-Württemberg muss zwingend von z.B. einem Steuerberater (oder Anwalt) bescheinigt werden. Mehr Informationen und kostenlose Beratung zu den Hilfspaketen gibt es unter www.dehogabw.de/coronahilfen sowie bei der DEHOGA Beratung telefonisch unter 0711 61988-37. Unter dieser Telefonnummer können sich auch Steuerberater, die gastgewerbliche Betriebe vertreten, kostenlos informieren.

Die Vergleichs- und Berechnungshilfen des Verbandes werden schnellstmöglich aktualisiert und online zur Verfügung gestellt.

 

DEHOGA-Tipp:

Sprechen Sie Ihren Steuerberater gezielt auf das Landesprogramm „Stabilisierungshilfe Corona Gastgewerbe“ an, falls ein entsprechender Antrag noch nicht gestellt wurde. Wichtig dabei: Anders als beim bundesweiten Hilfsprogramm „Überbrückungshilfe“ geht es beim Landesprogramm nicht um die Höhe des Umsatzrückgangs, sondern um den Liquiditätsengpass, also um die operativen Verluste, die entstehen, wenn Ihr Betrieb z.B. aufgrund der Corona-Auflagen nicht kostendeckend arbeiten kann. Wenn Ihr Steuerberater Ihnen mitteilt, dass Sie keine Hilfsgelder bekommen, „weil der Umsatzrückgang nicht hoch genug ist“, dann sollten Sie hellhörig werden. Möglicherweise wurde dann nur die Möglichkeit einer Antragsstellung für das Bundesprogramm, nicht aber für das Landesprogramm geprüft. Haken Sie in diesem Fall nach und fragen Sie nach dem Landesprogramm „Stabilisierungshilfe“. Es geht um Ihr Geld!


(Stand: 15.9.2020)