Corona-Krise

Infos für Ausbildungsbetriebe

Die DEHOGA-Fachgruppe Berufsbildung hat die wichtigsten Informationen für Ausbildungsbetriebe zusammengestellt, damit die Ausbildung auch in der Corona-Krise so gut wie möglich vorangetrieben werden kann:

Ausbildungsprämien und ZuschüsseAusbildungsprämien und Zuschüsse

Mittelständische Betriebe des Gastgewerbes, die ausbilden, können von der "Ausbildungsprämie" und der "Ausbildungsprämie plus" oder auch von Zuschüssen zur Ausbildungsvergütung profitieren. Mehr Informationen und die Antragsformulare finden Sie hier

Kurzarbeit in der AusbildungKurzarbeit in der Ausbildung

Stand: 09.11.20

Folgende Punkte müssen beim Thema Kurzarbeit für Auszubildende beachtet werden:

1. Für die Auszubildenden wird erstmalig Kurzarbeit beantragt:

Betriebe müssen – wie auch mit allen anderen Arbeitnehmer/innen – mit den Azubis eine schriftliche Vereinbarung über Kurzarbeit treffen. Dafür gibt es im Servicecenter eine DEHOGA-Mustervorlage.

Um Kurzarbeitergeld für Auszubildende zu beantragen, muss der Beginn und das voraussichtliche Ende der Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit angegeben werden. Ein Antrag für Kurzarbeitergeld von Auszubildenden ist erst dann möglich, wenn 42 Ausfalltage stattgefunden haben. Das Berufsbildungsgesetz (§ 19 BBiG) sieht vor, dass der Ausbildungsbetrieb für 42 Tage die Ausbildungsvergütung voll umfänglich weiterzahlen muss (sechswöchige Entgeltfortzahlung) – selbst wenn in dieser Zeit keine Ausbildung stattfinden kann. Alle Arbeitstage, in denen der Azubi weniger als vier Stunden im Einsatz ist, werden als Ausfalltag gezählt. Urlaubstage, Krankheit und Berufsschule gelten nicht als Ausfalltage.

Ab dem 43. Ausfalltag können die Auszubildenden in Kurzarbeit aufgenommen werden.

Ein Beispiel für die Berechnung von Ausfalltagen:

Aufgrund der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg, die am 02.11.2020 verändert wurde, ist dieses Datum als Beginn der Ausfallzeit heranzuziehen, da ab diesem Zeitraum der Lockdown begonnen hat und somit eine geordnete Ausbildung nicht mehr möglich war. Wurde ab diesem Datum nur stundenweise ausgebildet, endet der Ausfallzeitraum von 42 Kalendertagen am 13.12.2020.

Ab dem 14.12. können die Auszubildenden in Kurzarbeit aufgenommen werden.

2. Die Auszubildenden waren schon mal in Kurzarbeit und sollen nun erneut in Kurzarbeit geschickt werden:

Wichtig: Die 42-Tage-Frist gilt bedauerlicherweise auch für Betriebe, die ihre Azubis nun zum zweiten Mal in Kurzarbeit schicken müssen – zumindest dann, wenn sie diese vor mindestens drei Monaten wieder aus der Kurzarbeit zurückgeholt haben. Der DEHOGA kritisiert diese 42-Tage-Regelung und die mit ihr verbundene Doppelbelastung für Ausbildungsbetriebe. Eine Alternative zur Kurzarbeit können für betroffene Betriebe Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung sein (siehe Punkt 3 am Ende des Textes).

Wie gehen Betriebe konkret vor?

Ausbildungsbetriebe sollten prüfen, ob eine neue Vereinbarung mit dem Auszubildenden erforderlich ist. Hier ist es von Bedeutung, wie lange der Betrieb insgesamt in der Zwischenzeit nicht in Kurzarbeit war. Wenn der Betrieb die Kurzarbeit  weniger als drei Monate lang ausgesetzt hat, werden die bereits erfolgten Ausfalltage berücksichtigt.

Die Auszubildenden werden dann in die darauffolgende Kurzarbeits-Abrechnung aufgenommen.

Wenn der Betrieb insgesamt drei Monate oder länger die Kurzarbeit ausgesetzt hat, muss die Kurzarbeit neu beantragt werden. Dadurch müssen die Ausfalltage für die aktuelle Antragsstellung neu berechnet werden. Ab dem 43. Ausfalltag können die Auszubildenden in Kurzarbeit aufgenommen werden.

Ein Beispiel:

Der Ausbildungsbetrieb war bis zum 31.07.2020 in Kurzarbeit. Zwischen August und Oktober aber nicht. Somit hat der Betrieb die Kurzarbeit drei Monate lang ausgesetzt. Dadurch hat der Auszubildende nach § 19 BBiG  für die Dauer von sechs Wochen einen Anspruch auf Fortzahlung der Vergütung. Die Ausfalltage müssen neu berechnet werden und können nicht vom ersten Zeitraum der Kurzarbeit übertragen werden.

3. Alternative zur Anmeldung von Kurzarbeitergeld für Auszubildende:

Wer im Rahmen des Programms „Ausbildungsplätze sichern!“ förderfähig ist (d. h. nicht mehr als 249 rechnerische Vollzeit-Beschäftigt hat) und mindestens 50 % Arbeitsausfall im Betrieb verzeichnet, kann einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung von 75 % beantragen, wenn er Azubis und Ausbilder nicht in Kurzarbeit schickt.

Alle Informationen und Formulare zum Zuschuss zur Ausbildungsvergütung finden DEHOGA Mitglieder HIER.

 

Vorsicht bei Urlaub der Azubis in Kurzarbeit:

Die Frage, ob für Auszubildende auch Kurzarbeit beantragt werden kann, konnte der DEHOGA Baden-Württemberg mit der zuständigen Agentur für Arbeit – Regionaldirektion Baden-Württemberg klären.

Hierzu haben wir Sie bereits informiert, mit Auszubildenden kann Kurzarbeit ab der siebten Woche der Betriebsschließung beantragt werden, wenn ein „schwerwiegender Fall“  wie beispielsweise bei angeordneter Betriebsschließung oder Betriebseinschränkung durch die Corona-VO des Landes BW.

Laut Berufsausbildungsgesetz sind Auszubildende zunächst für sechs Wochen (= 42 Ausfalltage) weiter zu vergüten, selbst wenn die Ausbildung nicht oder nur eingeschränkt stattfindet. Die Tage der Nicht- oder nur sehr eingeschränkten Beschäftigung werden als Ausfalltage gerechnet. Ab dem 43. Ausfalltag kann dann KuG beantragt werden.

Bitte beachten Sie, dass während Kurzarbeit Urlaub nicht zur Ausfallzeit zählt, konkret bedeutet dies, dass ein Azubi, der sich in Kurzarbeit befindet und Urlaub hat, regulär mit seiner Ausbildungsvergütung entlohnt werden muss. Hat er z.B. in einem Monat 5 Tage Urlaub, dann erhält er für die eine Woche die reguläre Ausbildungsvergütung und für die restlichen 3 Wochen seine gekürzte Vergütung im Rahmen der vereinbarten Kurzarbeit.

Bei Besuch der Berufsschule verhält es sich gleichermaßen. Der Besuch von Präsenzunterricht im Rahmen der Blockbeschulung ist ebenfalls keine Ausfallzeit und muss somit auch regulär vergütet werden. Erfolgt der Unterricht für maximal 4 Stunden in digitaler Form, dann kann dieser Tag als Ausfalltag beurteilt werden. Achten Sie in diesem Zusammenhang auf die korrekte Erfassung der Arbeitszeiten und damit auch Ausfallzeiten, da diese die Grundlage für die Abrechnung mit der Agentur für Arbeit darstellt.

Wie die einzelnen Ausfallzeiten genau ermittelt werden, was bei Urlaub und Krankheit zu beachten ist und weitere wichtige Informationen zum Thema Kurzarbeit für Azubis finden DEHOGA-Mitglieder in diesem Merkblatt

Betriebe müssen – wie auch mit den Arbeitnehmer/innen – mit den Azubis eine schriftliche Vereinbarung über Kurzarbeit treffen. Dafür gibt es im Servicecenter eine DEHOGA-Mustervorlage

Kurzarbeit auch bei Übernahme möglich:

Viele Betriebe befürchten, aufgrund der Übernahme von Auszubildenden kein Kurzarbeitergeld beantragen zu können. Doch diese Sorge ist unbegründet: Wenn Auszubildende nach ihrer Ausbildung in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis übernommen werden, kann auch für sie Kurzarbeitergeld beantragt werden, wie die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, mitteilt.

Die zeitnahe Übernahme von Auszubildenden oder Studienabgängern in ein befristetes oder unbefristetes Beschäftigungsverhältnis gehöre zu den zwingenden Gründen für einen Personalaufbau trotz Bezug von Kurzarbeitergeld.

Eine vorherige Genehmigung der Übernahme durch die Arbeitsagentur ist nicht erforderlich. Unternehmen und Betriebe geben, wenn sie Kurzarbeitergeld für den betreffenden Monat abrechnen, ergänzend zu dem Leistungsantrag eine kurze Erklärung ab, dass sich die Gesamtzahl der beschäftigten Arbeitnehmer – und ggf. auch die Zahl der Kurzarbeitenden – erhöht hat, weil der/ die ehemalige Auszubildende übernommen wurde. Sollten die Abrechnungsunterlagen online hochgeladen werden, kann dazu beispielsweise ein separates Dokument als „Sonstiges“ kommen.

Umfangreiche Informationen und Unterlagen zu Kurzarbeit gibt es online unter www.arbeitsagentur.de

Unterricht an BerufsschulenUnterricht an Berufsschulen

Die neuen Vorgaben vom 2. November 2020 wirken sich auch auf die Berufsschulen im Land aus. Derzeit wird an allen Standorten Präsenzunterricht angestrebt um alle Auszubildenden möglichst vollumfänglich zu beschulen und gleichzeitig ein Maximum an Sicherheit zu gewährleisten.

Die Maskenpflicht wurde mittlerweile auf die Klassenzimmer ausgeweitet, die aktuelle Verordnung finden Sie hier

die Auszubildenden wurden am ersten Schultag von den Schulen gebeten, zwingend eine Gesundheitserklärung abzugeben, damit diese am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen.

Erklärung für minderjährige Schüler/innen
Erklärung für volljährige Schüler/innen

Die Formulare werden auch über die Landesberufsschulen kommuniziert. Wir empfehlen, die Informationen der Landesberufsschulen im Internet zu beachten und die Auszubildenden auf die Bestimmungen hinzuweisen, die ab dem neuen Schuljahr für den Präsenzunterricht an den Berufsschulen gelten.

Nächste Woche finden die schulischen Abschlussprüfungen statt, die Landesberufsschulen sind gut vorbereitet damit alle Prüflinge erfolgreich teilnehmen können.

Informationen der Landesberufsschulen für das Gastgewerbe finden Sie unter folgenden Links:

Bad Überkingen

Villingen-Schwenningen

Calw

Tettnang

Stand: 06.11.

AusbildungsmarketingAusbildungsmarketing

Die DEHOGA-Fachgruppe Berufsbildung unterstützt Ausbildungsbetriebe gerade jetzt dabei, nicht den Mut zu verlieren und weiterhin in die Zukunft der Branche zu investieren. Die Ausbildungsmarketing-Maßnahmen finden Sie hier.

Ausbildung bei eingeschränktem BetriebAusbildung bei eingeschränktem Betrieb

Die Situation und Auslastung in den gastgewerblichen Betrieben ist derzeit noch sehr unterschiedlich. Der Verband rät und appelliert an die Ausbildungsbetriebe, die eine geringe Auslastung haben, sich auch bei eingeschränktem Betrieb so gut wie möglich an den Ausbildungsrahmenplan zu halten.

Eine Möglichkeit, den Auszubildenden Inhalte zu vermitteln, sind die Online-Lernangebote der DEHOGA Akademie:

  • Unterstützung für Auszubildende gibt es im neuen, kostenlosen Online-Lernangebot der DEHOGA Akademie, z.B. Prüfungsvorbereitung als virtueller Workshop. Mehr Infos unter www.dehoga-akademie.de/elearning
  • www.hogafit.de, das Online-Lernportal der DEHOGA Akademie und der AHGZ, bietet 10 kostenlose Online-Kurse an, die der Azubi zuhause am PC machen kann, man muss sich registrieren (kostenlos) und bekommt bei erfolgreicher Durchführung ein Zertifikat, weitere Onlineangebote sind in Planung

Ausbildungsverhältnisse unterliegen besonderen Rechtsvorschriften, wer arbeitsrechtliche Fragen hat, wendet sich bitte an seine DEHOGA-Geschäftsstelle

Bei Fragen rund um die Ausbildung wenden Sie sich bitte an die DEHOGA-Fachgruppe Berufsbildung:

Frau Dunja Schlamminger
Tel. 0711 61988-17
E-Mail: schlamminger@dehogabw.de

(Stand: 09.11.2020)

Online-Kurs

Mitschnitt (Video)

 

Am 06. Oktober fand der Webkurs "WIR GASTFREUNDE-Online für Ausbilder" statt zu den Themen Ausbildungsprämie, flexibler Ausbildungsbeginn und Kommunikation mit Azubis.

Hier  gehts zum Mitschnitt

FAQs zum Thema Ausbildung

Häufige Fragen und Antworten zum Thema Schule und Ausbildung während der Corona-Krise gibt es hier:

Kultusministerium Baden-Württemberg

IHK Region Stuttgart

WIR GASTFREUNDE

Azubis der Landesberufsschule Villingen-Schwenningen sagen in diesem kurzen Film, warum sie gerne im Gastgewerbe arbeiten: