Corona-Krise

Infos für Ausbildungsbetriebe

Um auch in der derzeitigen Situation die Ausbildung in der Berufsschule und im Betrieb so gut wie möglich durchführen zu können, hat die DEHOGA-Fachgruppe Berufsbildung die wichtigsten Informationen für Ausbildungsbetriebe zusammengestellt.

Wichtig: Aufgrund der aktuellen Situation gibt es keine Musterlösungen, die für alle Ausbildungsbetriebe gleichermaßen gelten. Jeder muss selbst entscheiden, welche Option in seiner individuellen Lage am Besten geeignet ist. „Da wir nicht vorhersehen können, was nach den Osterferien passiert, gehen wir derzeit davon aus, dass der Schulbetrieb wieder langsam anläuft, sollte sich die Lage anders darstellen, werden wir natürlich umgehend berichten“, sagt Martin Bosch, Vorsitzender der Fachgruppe Berufsbildung des DEHOGA Baden-Württemberg. Alle nachfolgenden Informationen beruhen auf dieser Annahme.

 

Prüfungstermine:

Der Baden-Württembergische Industrie -und Handelskammertag (BWIHK) hat aktuell mitgeteilt, dass die schriftlichen Abschlussprüfungen in Abstimmung mit dem Kultusministerium zusammengelegt werden und an einem Termin stattfinden:

Für alle Berufe: 22.-23. Juni 2020

Zusatzqualifikation Hotelmanagement: 23. Juni 2020 (parallel zu Gemeinschaftskunde und Deutsch)

Alle Ausbildungsbetriebe und Auszubildenden werden von der jeweiligen IHK darüber informiert.

Das bedeutet, dass die schriftlichen Abschlussprüfungen aller im Sommer zur Prüfung anstehenden Hotel- und Gaststätten-Auszubildenden an diesen Tagen stattfinden werden und es mit Sicherheit zu Veränderungen der bis zu diesem Zeitpunkt geplanten Berufsschulblöcke kommen wird.

Es ist davon auszugehen, dass vor allem die Auszubildenden im 3. Lehrjahr in den restlich zur Verfügung stehenden Wochen noch Unterricht haben werden.
Da aber momentan noch unklar ist, wann die Schulen ihren Betrieb wieder aufnehmen können, bittet die Fachgruppe, den neuen Prüfungstermin einzuplanen und dem Auszubildenden mitzuteilen. Sobald gesicherte Informationen vorliegen, werden diese an dieser Stelle mitgeteilt.

Aktuelle Informationen gibt es auch auf den Homepages der Landesberufsschulen bzw. der Maria Merian Schule in Waiblingen (s. Links unten).

Die Termine der praktischen Prüfung werden sich nach aktuellem Kenntnisstand aufgrund der verspäteten Notenübermittlung ebenfalls nach hinten verschieben und von den Industrie- und Handelskammern neu festgelegt.

 

Unterricht in den Berufsschulen:

Die Berufsschulen sind seit dem 16. März bis voraussichtlich 19. April 2020 geschlossen. Auszubildende, die sich in diesem Zeitraum im Blockunterricht befunden haben oder befinden würden, wurden von den Schulen in die Betriebe geschickt.

Alle Landesberufsschulen und auch die Hauswirtschaftsschulen versorgen diese Auszubildenden mit Aufgaben und Inhalten in digitaler Form. Die bis zu den Osterferien ausgefallenen Stunden werden nicht nachgeholt werden können. Das heißt, dass die Fachgruppe den Ausbilder/innen empfiehlt, diesen Auszubildenden die Zeit und den Raum dafür zu geben, sich den digitalen Lernstoff anzueignen. Die Azubis können durch Fachbücher und zur Verfügung gestellter Unterlagen unterstützt werden. Dies gilt insbesondere für Auszubildende im 3. Lehrjahr.

Auf folgenden Homepages können Ausbilder/innen sehen, auf welchem Weg die Azubis mit digitalem Lernstoff versorgt werden:

Bad Überkingen: www.landesberufsschule.de  

Villingen-Schwenningen: www.hoga-vs.de

Calw: www.jgds-calw.de

Tettnang: www.lbshoga.de

Waiblingen: www.maria-merian-schule.de


Ausbilder/in können jederzeit ihren Azubi darum bitten, dass sie die Unterlagen, die er von der Schule erhält einsehen möchten. So können sie den Lernerfolg besser einzuschätzen.

Wenn nach den Osterferien der Blockunterricht wieder anläuft wird sich zeigen, ob dieser regulär oder auch in digitaler Form stattfindet, darüber kann derzeit nur spekuliert werden, der DEHOGA wird stets aktuell informieren.

 

Ausbildung im Betrieb:

Für alle Ausbildungsbetriebe, deren Azubis seit 16. März nicht den Unterricht besuchen konnten, gibt es folgende Möglichkeiten, unabhängig davon, ob der Betrieb komplett zu ist oder noch in Teilen geöffnet hat:

  • Der/die Auszubildende baut Urlaub und etwaige Überstunden ab
  • Der/die Auszubildende kommt nach Absprache in den Betrieb und unterstützt in den noch aktiven Bereichen
  • Der Betrieb ist komplett zu und lässt den Azubi nach Absprache in den Betrieb kommen, führt Lehrgespräche und kleine Übungseinheiten durch. Hier gibt es eine Fürsorgepflicht, die Auszubildenden müssen zwar nicht unbedingt vom Ausbilder beaufsichtigt werden, dürfen aber nicht ohne Aufsicht sein.

Ideen für die Ausbildung während der Corona-Krise:

  • Unterstützung für Auszubildende und Ausbilder/innen gibt es jetzt auch im neuen, kostenlosen Online-Lernangebot der DEHOGA Akademie, z.B. das Seminar "In herausfordernden Zeiten Azubis führen und fördern". Mehr Infos unter www.dehoga-akademie.de/elearning
  • www.hogafit.de, das Online-Lernportal der DEHOGA Akademie und der AHGZ, bietet 10 kostenlose Online-Kurse an, die der Azubi zuhause am PC machen kann, man muss sich registrieren (kostenlos) und bekommt bei erfolgreicher Durchführung ein Zertifikat, weitere Onlineangebote sind in Planung
  • Arbeiten in der Küche: Herstellen von Kuchen, Gebäck, Kartoffelprodukten, Eis usw.
  • Verkaufsgespräche, Menüplanung, Arbeitsabläufe, Beschwerdemanagement
  • Wäschekunde und Reinigungspläne
  • Magazin, Beschriftung, Inventur, Zwischeninventur
  • Schriftverkehr sortieren, Reservierungen archivieren
  • Situationsaufgaben, auch für Teams, Saisonkalender anwenden

 

Azubis und Kurzarbeit:

Auszubildende sind zwar nicht von vornherein vom Kurzarbeitergeld (Kug) ausgeschlossen. Da sie nach dem Berufsbildungsgesetz jedoch einen Anspruch auf volle Ausbildungsvergütung bis zur Dauer von sechs Wochen haben, würde Kug erst ab Woche sieben greifen, dies ist derzeit ein politisches Thema und wird auf Bundesebene intensiv diskutiert und von allen Arbeitgeberverbänden gefordert.

Bitte beachten: Die sechs Wochen Lohnzahlungspflicht bei Auszubildenden beziehen sich darauf, dass die Ausbildung komplett ausfällt, was dann gegeben ist, wenn der Betrieb geschlossen ist auch keine Tätigkeiten vom Auszubildenden verrichtet werden. Das bedeutet konkret, dass der DEHOGA derzeit keine verbindliche Auskunft darüber geben kann, ab wann und unter welchen Voraussetzungen Kurzarbeit für die Auszubildenden zu beantragen ist. Der Verband arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, diese bundesweit relevante Frage zu klären und hält seine Mitglieder diesbezüglich auf dem Laufenden. Genauere Informationen dazu werden für nächste Woche erwartet.

 

Ausbildungsverhältnisse unterliegen besonderen Rechtsvorschriften, wer arbeitsrechtliche Fragen hat, wendet sich bitte an seine DEHOGA-Geschäftsstelle

Für Fragen zum Thema Ausbildung steht die Fachgruppe Berufsbildung zur Verfügung: Telefon: 0711 619 88 -17, schlamminger@dehogabw.de 


(Stand: 9.4.2020)