Tourismusbilanz 2018

1,9 Millionen Übernachtungen mehr als im Vorjahr

Das Gastgewerbe trägt als einer der Hauptleistungsträger der Tourismuswirtschaft zur Attraktivität des Urlaubslandes Baden-Württemberg bei. Foto: TMBW

Bereits zum achten Mal in Folge hat Baden-Württemberg neue Höchststände bei Gästeankünften und Übernachtungen erreicht. Dies teilten der Tourismusminister Guido Wolf, die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, und der Geschäftsführer der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg, Andreas Braun, bei einer Pressekonferenz am 27. Februar mit.

Mit einem Plus von 3,6 Prozent und insgesamt rund 54,9 Millionen Übernachtungen verzeichnete der Tourismus im Land bei den Übernachtungen den größten Zuwachs seit 2012. Insgesamt habe man gut 1,9 Millionen Übernachtungen mehr erreicht als im Vorjahr.
Auch die Zahl der Gästeankünfte lag in allen Monaten des Jahres 2018 höher als 2017. Insgesamt wurden 22,4 Millionen Ankünfte (+ 3,7 Prozent) gezählt. Im Februar 2018 war mit einem Plus von 6,7 Prozent eine besonders deutliche Steigerung an Ankünften zu verzeichnen.
„Dieser Serienerfolg darf uns aber nicht genug sein und schon gar nicht dazu verführen, uns auf den guten Zahlen auszuruhen“, sagte Guido Wolf. Es gehe darum, den Tourismus in Baden-Württemberg weiter wettbewerbsstark und damit zukunftsfähig auszurichten.
Der Minister sprach sich dafür aus, den Mehrwert, den der Tourismus für Baden-Württemberg schaffe, stärker ins Bewusstsein zu rücken. Wolf: „Wir müssen das Tourismusbewusstsein stärker in der Gesellschaft, in der Politik und in den anderen Branchen verankern und uns bewusst machen, was der Tourismus wirtschaftlich für unser Land leistet, aber auch, was er an Infrastruktur für die Menschen hier in unserem Land schafft.“ Hier werde auch die neue Tourismuskonzeption, an der unter anderem auch der DEHOGA Baden-Württemberg beteiligt ist, und die noch in diesem Jahr verabschieden werden soll, neue Wege aufzeigen.
Der Minister dankte ausdrücklich den Leistungsträgern der Tourismuswirtschaft, die maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen haben.

Besonders hohe Zuwächse in Oberschwaben, im Hegau und Mittleren Schwarzwald

Betrachtet man die Übernachtungszahlen nach Reisegebieten, fällt vor allem der überdurchschnittliche Zuwachs an Übernachtungszahlen in der Region Oberschwaben-Allgäu auf (+9,7 Prozent). Laut TMBW liege der Gedanke nahe, dass die Eröffnung des Center Parks an dieser Entwicklung Anteil habe. Spannend werde es vor allem in diesem Jahr, wenn der neue Center-Park das gesamte Kalenderjahr über auf dem Markt ist.
Besonders hohe Zuwächse bei den Übernachtungszahlen verbuchten auch der Hegau (+6,2 Prozent) und der Mittlere Schwarzwald (+5,3 Prozent). In den „Klassikern“ Nördlicher Schwarzwald (+1,3 Prozent) und Südlicher Schwarzwald (+1,5 Prozent) fiel dagegen die Entwicklung gegenüber 2017 etwas verhaltener aus. Das Reisegebiet Schwarzwald insgesamt meldete für 2018 gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 2,4 Prozent bei den Übernachtungen, während die Tourismusbetriebe im Reisegebiet Bodensee-Oberschwaben ein Plus von 5,4 Prozent verzeichneten.

Baden-Württemberg auch bei Gästen aus dem Ausland immer beliebter

Das Reiseland Baden-Württemberg zieht zwar nach wie vor überwiegend Touristen aus Deutschland an  (76,5 Prozent). Demgegenüber stammten 23,5 Prozent  der Gäste aus dem Ausland. Die positive Gesamtentwicklung des Landestourismus ist jedoch laut Statistischem Landesamt nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass Baden-Württemberg in den letzten Jahren für ausländische Touristen zunehmend attraktiver wurde: Während die Zahl der Gäste aus Deutschland gegenüber 2010 um gut 30 Prozent stieg, wuchs die der Gäste aus dem Ausland um nahezu 50 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen von Touristen aus Deutschland stieg gegenüber 2010 um 21 Prozent, die der internationalen Gäste um rund 48 Prozent Die wichtigsten Herkunftsländer waren 2018 die Schweiz, Niederlande und Frankreich.

Engelhardt fordert faire Rahmenbedingungen

Zu der vorgelegten Tourismusbilanz betonte der Landesvorsitzende des DEHOGA Baden-Württemberg, Fritz Engelhardt, dass der erfreuliche Erfolg Baden-Württembergs als Tourismusland ein Beleg für die gute Arbeit der professionellen Gastgeber als Hauptleistungsträger der Tourismuswirtschaft im Land sei. „Wenn wir diese Entwicklung fortsetzen wollen, braucht es aber mehr als ermutigende Worte“, so Fritz Engelhardt. Notwendig sei vielmehr eine substanzielle Verbesserung der Rahmenbedingungen für mittelständische Familienbetriebe aus Gastronomie und Hotellerie. Die Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes durch Einführung einer Wochenarbeitszeit stehe dabei ganz vorne auf der Agenda.

Stand: 27.02.2019