Thomas-Cook-Insolvenz: die Folgen

Die Insolvenz der Thomas Cook Group plc mit Sitz in London sowie der deutschen Thomas- Cook-Gesellschaften hat für erhebliche Unsicherheit und zahlreiche Fragen von DEHOGA-Mitgliedsbetrieben gesorgt, die mit den betroffenen Reiseveranstaltern zusammenarbeiten.

Am 9.10. teilte auch die Thomas Cook International AG in der Schweiz mit, dass sie ebenfalls Insolvenz angemeldet hat. Infolge dessen wurden alle Anreisen bis zum 31. Oktober 2019 abgesagt.

Zwar steht im Mittelpunkt der Medienberichterstattung die Situation von Reisenden im Ausland, doch auch einige deutsche Hotels, vor allem in den deutschen Feriendestinationen, sind von der beantragten Einleitung des Insolvenzverfahrens betroffen, da die betroffenen Veranstaltermarken auch Übernachtungen in Deutschland vertrieben haben. Verunsicherung und wirtschaftliche Schäden waren und sind die Folge. Die Ereignisse haben sich überschlagen und die Rechtslage zu vielen Fragen war und ist nicht eindeutig.

Klarer ist die Situation für Oktober 2019. Auf der Webseite von Thomas Cook Deutschland wurde folgende Information kommuniziert:

„… am 25.09.2019 war der deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook gezwungen, die Einleitung eines Insolvenzverfahrens zu beantragen. Hiervon betroffen sind die Veranstaltermarken Thomas Cook Signature, Thomas Cook Signature Finest Selection, Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reise und Air Marin. Alle abreisenden Gäste der genannten Veranstaltermarken bis einschließlich Abreise 31.10.2019 können ihre Reise aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht antreten.“ (www.thomascook.de, abgerufen am 27.09.2019, 14:25 Uhr).

Das heißt, dass Hotels die über die betroffenen Veranstalter gebuchten Zimmer für den Zeitraum Oktober 2019 neu vertreiben können. In diesem Falle sollte allerdings schriftlich gegenüber Thomas Cook zuvor erklärt werden, dass man aufgrund der Mitteilung von Thomas Cook vom 27.09.2019 von seinem Leistungsverweigerungsrecht Gebrauch macht und von den für den Zeitraum Oktober 2019 bestehenden Hotelverträgen zurücktritt.

Für spätere Reisetermine, nach dem 31.10.2019, steht die Entscheidung noch aus. Der DEHOGA-Bundesverband steht in Kontakt mit Insolvenzrechtsexperten einer renommierten Rechtsanwaltskanzlei, um die offenen Fragen zu klären und Verbandsmitglieder zu diesem Thema auf dem Laufenden halten.

Die Rechtslage ist durchaus komplex. Eine Rechtsberatung kann allein aus haftungsrechtlichen Gründen allerdings nicht geleistet werden

Vorsicht: Betrügerische Phishing-Mails im Umlauf

Kriminelle Dritte haben nun versucht, weiteren Schaden bei den Betroffenen durch eine E-Mail-Betrugsmasche zu verursachen. Die massenhaft versandten E-Mails haben den Anschein einer offiziellen Nachricht von Thomas Cook und den Betreff "Wichtig: Erstattung Ihrer Thomas Cook-Reise." Mit diesen Phishing-Mails werden sensible Daten abgefragt, beispielsweise Pass- und Kreditkartendaten. Sollten auch Sie solche E-Mails erhalten, ignorieren und löschen Sie diese am besten umgehend.

(Stand: 9.10.2019)

 

 

Mehr Infos und Service

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage von Thomas Cook und Neckermann.

Für die Realisierung involvierter Forderungen können Mitgliedsbetriebe des DEHOGA Baden-Württemberg sich an den DEHOGA-Partner Straetus Inkasso wenden.

Straetus Deutschland GmbH & Co. KG
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