Zentrale Schulung am 21. Oktober in Stuttgart

Neuerungen bei Kreditkartenzahlungen

Mit der zweiten Zahlungsdienste-Richtlinie (Payment Service Directive, kurz PSD2-Richtlinie) und der damit verbundenen starken Kundenauthentifizierung bei Kreditkartenzahlungen kommen Neuerungen auf die Branche zu, die insbesondere die Hotellerie betreffen. Ebenso betroffen sind Online-Reservierungen in der Gastronomie, die durch Kreditkarte abgesichert werden sollen.

Die jahrelang geübte Praxis der Absicherung von Hotel-Buchungen durch das Hinterlegen von Kreditkartendaten wird ab dem 14. September entfallen, da Kreditkarten ab diesem Zeitpunkt nur noch über eine neue Zwei-Faktor-Authentifizierung belastet werden können.

Neben der Kartennummer werden Zahlungen nur noch durch Eingabe einer zweiten Komponente (Faktor) möglich sein. Welche Authentifizierungsmethoden in der Praxis zur Verfügung stehen werden, wird von den technischen Möglichkeiten der kartenausgebenden Bank abhängen. Die neue Richtlinie sieht drei Möglichkeiten für eine Authentifizierung vor: Eingabe eines Passworts oder PIN, über ein Smartphone, per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.

Ausnahmen gelten nach der Einführung nur noch für kontaktlose Zahlungen im geringfügigen Bereich, je nach Bank im Rahmen von 30 bis 50 Euro.

Was bedeutet das für den Hotelalltag?

Bei der Zahlung vor Ort (POS-Zahlung), z. B. beim Check-out, wird das Verfahren bereits seit einigen Jahren durch Eingabe der PIN zur Bestätigung der Zahlung genutzt.

Eine neue Herausforderung, der sich Hotels stellen müssen, wird jedoch die Absicherung von Buchungen durch das Hinterlegen von Kreditkartendaten des Gastes sein. Es wird dann nicht mehr möglich sein, eine hinterlegte Kreditkarte, zum Beispiel im Fall von No-Shows, zu belasten.

Was für den Kreditkarteninhaber ein Plus an Sicherheit bringt, stellt das Gastgewerbe vor große Herausforderungen, denn die Kreditkartendaten allein können nicht mehr zur Absicherung von Buchungen oder Tischreservierungen verwendet werden. Wie die Änderungen im Detail umgesetzt werden ist noch nicht abschließend klar. Der DEHOGA wird seine Mitglieder auf dem Laufenden halten.

Aufschub der starken Kundenauthentifizierung bei Internetbuchungen

Dass die Frist 14. September zur Umsetzung der EU-Richtlinie verschoben wird, ist laut der in Deutschland zuständigen Behörde BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) unwahrscheinlich. Gegenüber dem Hotelverband Deutschland (IHA) hat sich die BaFin jedoch dahingehend geäußert, den von der Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) zugestandenen Ermessenspielraum nutzen zu wollen. Da erkannt wurde, dass viele Marktteilnehmer bis zum 14. September nicht ausreichend vorbereitet sein werden, soll es eine Übergangsphase geben, in der aber zumindest ein Migrationsplan der betroffenen Zahlungsdienstleister bestehen muss mit klar definierten Zwischenzielen, um einen rechtskonformen Zustand zu erreichen.

Einen Aufschub hat die BaFin gegenüber der IHA für einen Bereich der PSD2-Richtlinie mitgeteilt: So will sie  bis auf weiteres auch nach dem Stichtag 14. September 2019 bei Kartenzahlungen im Internet eine sogenannte starke Kundenauthentifizierung nicht einfordern.

Die Hotellerie kann wegen des Umsetzungsaufschubs hinsichtlich der Absicherung von Internetbuchungen zwar aufatmen, muss allerdings beachten, dass vom Hotelier veranlasste E-Commerce-Kartentransaktionen, bei denen der Gast nicht vor Ort ist und nicht selbst seine Kreditkarte einsetzt, wie z.B. Vorautorisierung, Nachbuchung von Minibarumsätzen, ab dem 14. September eine Starke Kundenauthentifizierung voraussetzen.

Zur Klarstellung: Bei Zahlungsvorgängen vor Ort ändert sich durch die neue PSD2-Richtlinie nichts. Das bedeutet, dass Zahlungen, z.B. beim Check in, die der Kreditkarteninhaber an der Hotelrezeption vornimmt, weiterhin mit PIN Verifizierung bzw. Unterschrift vorgenommen werden können. Falls sich der Hotelier vom Gast bereits an der Rezeption eine Vorautorisierung einräumen lässt (z.B. für ggf. anfallenden Minibar-Konsum), ist auch das nach wie vor möglich.

Verband bietet zentrale Schulung

Die Fachgruppen Hotellerie und Tourismus sowie Gastronomie des DEHOGA Baden-Württemberg bieten in Zusammenarbeit mit dem DEHOGA-Partner Ingenico eine Schulungsveranstaltung am 21. Oktober von 14 - 16.30 Uhr im „Essential by Dorint Stuttgart-Airport“ in Leinfelden-Echterdingen.

In Hinblick auf das Thema No-Shows in der Gastronomie (die häufig ebenfalls online durch Kreditkarten abgesichert werden) richtet sich die Schulung auch an Gastronomen, nicht nur an Hoteliers.

Die Teilnehmer erfahren, wie sie die PSD2-Richtlinie in der Praxis umsetzen können und was sie dabei beachten sollten. Unter anderem wird es um diese Fragen gehen: auf welche Besonderheiten ist bei Online-Buchungen zu achten? Wie kann man No-Shows und Mini-Bar-Belastungen abbilden? Welche Ausnahmen gelten bei Abwicklung über Firmenkreditkarten? Was sind die Neuerungen bei Kontaktlos-Transaktionen im Restaurant?

Die Teilnahme ist kostenpflichtig, es fallen pro Person 20 Euro als Pauschale an, die vor Ort in bar gegen Aushändigung einer Quittung zu entrichten sind. Die Teilnahme ist auf zwei Personen pro Betrieb begrenzt, weitere Interessenten werden in die Warteliste aufgenommen und können ggf. nachrücken. Anmeldungen bitte ausschließlich per E-Mail an Michelle Eisenmann: eisenmann@dehogabw.de

Außerdem findet am 28. August zu diesem Thema eine Infoveranstaltung von IHA und HSMA in München statt. Aufgrund der großen Nachfrage gibt es einen (in Kürze auch online buchbaren) Zusatztermin in Frankfurt am Main am 10. September. Details dazu finden Sie hier.

Stand: 22.8.2019

Weitere Infos und Service

Informationen zu den Auswirkungen der PSD2-Richtlinie finden Mitglieder in einer Übersicht, die der DEHOGA-Partner Ingenico zusammen gestellt hat: DOWNLOAD

Der DEHOGA-Premium-Partner Hobex stellt neben einer Kurzinformation ein Merkblatt und ein FAQ zur Verfügung.

Der Hotelverband Deutschland (IHA) hat die wichtigsten Infos zur Zahlungsdiensterichtlinie in einem Flyer zusammengefasst.

Wer weitere Fragen hat oder Unterstützung benötigt, sollte sich rechtzeitig mit seinem Zahlungsdienstleister in Verbindung setzen.

Auch Booking.com teilt nun mit, wie das Buchungsportal die Zahlungsdiensterichtlinie umzusetzen gedenkt. Mehr erfahren