Gesetz beschlossen:

Fachkräfte-Einwanderung wird erleichtert

Am Freitag, 11.06.2019 ist das lang und intensiv diskutierte Fachkräfteeinwanderungsgesetz im Bundestag verabschiedet worden. Der DEHOGA sieht darin einen Schritt in die richtige Richtung.

Nach dem neuen Gesetz dürfen künftig auch beruflich gebildete Drittstaatler mit Arbeitsvertrag einwandern – nicht nur in Engpassberufen. Auch auf die sogenannte Vorrangprüfung, ob nicht Deutsche oder andere Bürger der EU für die Stelle in Frage kommen, soll verzichtet werden. Wer über eine ausländische Qualifikation verfügt, die der entsprechenden deutschen nicht ganz gleichwertig ist, kann mit Teilanerkennung beschäftigt und nachqualifiziert werden. Zudem können Fachkräfte sechs Monate zur Jobsuche nach Deutschland kommen, wenn sie eine anerkannte Qualifikation und ausreichende Deutschkenntnisse mitbringen und ihr Lebensunterhalt gesichert ist.

Mit der Möglichkeit, dass neben Akademikern und Hochverdienern auch Fachkräfte aus Drittstaaten künftig in der Hotellerie und Gastronomie beschäftigt werden dürfen, wird eine jahrzehntelange Forderung des DEHOGA erfüllt. Das ist ein wichtiger Baustein für die Fachkräftesicherung in der Branche. Der DEHOGA begrüßt, dass nun endlich der Weg frei gemacht wird für Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten. Ausgebildete Köche, Restaurantfachleute, qualifizierte Mitarbeiter für den Hotelempfang oder den Vertrieb fehlen im Gastgewerbe besonders und werden dringend benötigt.

Klar ist auch, dass die Umsetzung des Gesetzes kein Selbstläufer sein wird. Die Hürden zur Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen, wie nachzuweisende Qualifikationen und Sprachkenntnisse, sind nicht niedrig. Die Rekrutierung wird aufwendiger und mit nicht unerheblichen Kosten verbunden sein.

Die Verwaltung hat bis zum Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Januar 2020 noch viel zu tun. Insbesondere müssen die deutschen Botschaften im Ausland ihre Visumsverfahren stark beschleunigen. Die Anerkennungsstellen für ausländische Qualifikationen – für das Gastgewerbe ist hier insbesondere die IHK Foreign Skills Approval (IHK FOSA) relevant – müssen unbürokratische, preiswerte und verlässliche Anerkennungsverfahren gewährleisten. Auch die Ausländerbehörden der Länder müssen ihre Verfahren professionalisieren und digitalisieren.

Den wohl schwierigsten Job hat die Bundesagentur für Arbeit. Denn sie muss jetzt Vermittlungsabsprachen mit in Frage kommenden Ländern abschließen und das Auslandsmarketing völlig neu aufstellen. Hier wird sich der DEHOGA natürlich im Sinne der gastgewerblichen Unternehmer einbringen.

Stand: Juni 2019

Kommentar

Fritz Engelhardt, Vorsitzender des DEHOGA Baden-Württemberg

Fachkräfte-Einwanderung:
Ein wichtiger Erfolg