Ausbildung in Ägypten

Chancen zur Fachkräftegewinnung

Hotelschulen im Ausland bilden in erster Linie für den Bedarf in den Ländern vor Ort aus. Durch das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz, für das sich der DEHOGA erfolgreich eingesetzt hat, könnten sie aber ab 2020 dem Gastgewerbe in Deutschland die Gewinnung von Mitarbeitern aus Nicht-EU-Staaten erleichtern.

DEHOGA-Mitglied Fred Nestele mit Ausbilder Hasan Ibrahim in El Gouna. Foto: privat

Ein Beispiel von vielen ist die Deutsche Hotelschule in El Gouna in Ägypten, die seit Herbst 2002 junge Leute ausbildet. Fred Nestele, Vorsitzender der Fachgruppe Gastronomie in der DEHOGA-Kreisstelle Böblingen, wurde vor einiger Zeit auf die Schule aufmerksam. Die Schule, die von der „Sawiris Foundation For Social Development“ getragen und von Rahn Education Leipzig betrieben wird, wurde gegründet, um die Hotels in der Region mit gutausgebildeten Fachkräften zu versorgen.

Die Auszubildenden müssen für die Zulassung an der Hotelschule den ägyptischen Mittelschulabschluss (9. Klasse) erworben haben, sich Interviews stellen, einen Eignungstest bestehen und hohe Motivation aufweisen. Außerdem ist die Ausbildung kostenpflichtig. Die Hälfte der aktuell rund 200 Schüler bekommt allerdings ein Stipendium.

Das besondere an der Deutschen Hotelschule sind Lehrplan und Abschlüsse. Innerhalb der dreijährigen Ausbildung lernen die Schülerinnen und Schüler – neben den Inhalten für das ägyptische „nationale Diplom im Hotelwesen – intensiv Deutsch (im 1. Schuljahr) sowie die Inhalte der dualen Ausbildung in den Berufen Fachkraft im Gastgewerbe beziehungsweise Koch mit Prüfung durch die IHK zu Leipzig und IHK Zeugnis. Mit diesem haben die jungen Leute einen Berufsabschluss, der in Deutschland anerkannt ist.

In Deutschland anerkannter Berufsabschluss

Partner der Schule und zuständig für die praktischeAusbildung sind 14 Hotels in El Gouna und vier Hotelsin Hurghada. Sie werden von der IHK zu Leipzig vor Ort auf ihre Eignung als Ausbildungsbetrieb überprüft. Auch große Hotelketten wie Mövenpick, Steigenberger, Sheraton oder Labranda sind darunter und nutzen die Chance, die Jugendlichen nach der Ausbildung als Fachkräfte zu übernehmen.

Betriebe in Deutschland können von der Deutschen Hotelschule ebenfalls profitieren. Über das sogenannte Sponsoring übernimmt der Betrieb die Ausbildungskosten von zirka 6 000 Euro. Der so gesponserte Azubi erhält dann im Anschluss an seine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung einen Arbeitsvertrag im deutschen Betrieb.

Dafür, dass die Bedeutung solcher Ausbildungs- Modelle durch das neue Fachkräfte-Einwanderungsgesetz zunimmt, spricht einiges: Nach der Bedarfsanalyse der Bundesagentur für Arbeit sind alle gastgewerblichen Berufe „zuwanderungsaffin“. Das heißt, dass die Einholung von Arbeitsgenehmigungen für qualifizierte Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten auch für das Gastgewerbe künftig einfacher wird.

Mit viel Stolz auf die Ausbildung – angehende Köche an der Deutschen Hotelschule in El Gouna. Foto: Rahn Education

 

Der DEHOGA wird seine Mitglieder über die Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes, die derzeit noch im Detail erarbeitet wird, auf dem Laufenden halten. Unabhängig davon bleibt aber festzustellen: Trotz künftig verbesserter Chancen, qualifizierte Mitarbeiter im Ausland zu gewinnen, bleibt die Ausbildung im eigenen Land der wichtigste Weg, um die Fachkräfteversorgung der Branche sicherzustellen.

 

Service

Mehr Informationen zur Deutschen Hotelschule in Ägypten erhalten Interessierte bei der IHK Leipzig.

Weitergehende Infos zur Fachkräfteeinwanderung gibt es zum Beispiel auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit: ZAV – Zentrale Auslands- und Fachvermittlung oder oder Migrations-Check

Bitte beachten: Die Regelungen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes sind aktuell noch nicht hinterlegt sind, da dieses erst ab dem 01. Januar 2020 in Kraft tritt.

 

Stand: August 2019