Arbeitszeiten: Flexibler, nicht länger

Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) hat am 12. April im Rahmen einer arbeitsmarktpolitischen Reise zum Schwerpunkt Arbeitszeitflexibilität Unternehmen unterschiedlicher Branchen besucht. Zu den besuchten Betrieben zählte auch das Landhotel Hirsch in Tübingen-Bebenhausen.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut besucht im Rahmen ihrer Arbeitsmarktpolitischen Reise das Landhotel Hirsch in Tübingen. Foto: Lichtgut/Leif-H. Piechowski

 

In Gesprächen mit Beschäftigten und Unternehmensvertretern machte sich die Ministerin ein persönliches Bild von der vielfältigen Arbeitswirklichkeit im Land. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich Arbeitszeitmodelle und Arbeitszeitwünsche der Beschäftigten und der Unternehmen miteinander in Einklang bringen lassen und gleichzeitig Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährleistet werden können.

Hoffmeister-Kraut: „In Zeiten der Digitalisierung und vielfältiger Arbeitszeitmodelle müssen wir auch darüber diskutieren, inwieweit unser Arbeitszeitgesetz diesen Herausforderungen noch gerecht wird. Ein modernes Arbeitszeitrecht sollte dem Wunsch der Betriebe und Beschäftigten nach einer möglichst passgenauen Gestaltung der Arbeitszeit ausreichend Rechnung tragen.“ Dabei müsse „der Schutz der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten selbstverständlich sichergestellt sein“, hob sie hervor.

Wie berichtet, hatte die Wirtschaftsministerin ein Eckpunkte-Papier mit einem Vorschlag zur Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes vorgelegt. Es sieht im Wesentlichen folgende Punkte vor:

1. Die wöchentliche Arbeitszeit soll auf maximal 54 Stunden begrenzt werden.
2. Bei Überstunden muss ein Zeitausgleich auf 48 Stunden pro Woche innerhalb von sechs Monaten erfolgen.
3. Die aktuell geltenden gesetzlichen Ruhezeiten – 11 Stunden zwischen zwei Schichten – bleiben unangetastet.

Die Arbeitszeit pro Tag bliebe ebenfalls klar begrenzt. Sie darf laut Eckpunkte-Papier 12 Stunden nicht überschreiten.

Der DEHOGA Baden-Württemberg begrüßt diesen Vorschlag des CDU-geführten Wirtschaftsministeriums ausdrücklich. Er könnte – wenn die Grünen in der Landesregierung zustimmen – Grundlage für eine baden-württembergische Bundesratsinitiative für ein flexibleres Arbeitszeitgesetz werden.

Stand: 15.04.2019

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Medienecho auf die arbeitsmarkpolitische Reise von Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut.