Planungssicherheit bis Jahrsende 2019

Tarifabschluss im Gastgewerbe

Der neue Lohn- und Gehaltstarif-Vertrag im baden-württembergischen Hotel- und Gaststättengewerbe steht: DEHOGA und Gewerkschaft NGG haben sich auf eine Anhebung der Entgelte in zwei Stufen geeinigt.

Vom 1. März 2018 an steigen Löhne und Gehälter für die Beschäftigten zunächst um 3 Prozent. Zum Jahresbeginn 2019 erfolgt dann eine weitere Erhöhung um 1,5 Prozent. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis 31. Dezember 2019. Unter Berücksichtigung der fünf „Leermonate“ seit Auslaufen des vorigen Tarifvertrages ergibt sich für die Gesamtlaufzeit des neuen Tarifvertrages eine effektive Mehrbelastung der Betriebe in Höhe von 3,13 Prozent. Ein wichtiger Vorteil für die Unternehmen ist die lange Laufzeit des neuen Lohn- und Gehaltstarifvertrages: Dadurch haben die Betriebe bis Ende 2019 Planungssicherheit.

Harte Verhandlungen
„Dieser Tarifabschluss ist das Ergebnis harter, schwieriger Verhandlungen. Die vereinbarte Entgelterhöhung in Höhe von insgesamt 4,5 Prozent, aufgeteilt in zwei Stufen, ist ein klares Zeichen der Wertschätzung für die rund 130.000 Beschäftigten im baden-württembergischen Gastgewerbe“, betont DEHOGA-Landesvorsitzender Fritz Engelhardt, der die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten auf Arbeitgeberseite führte. „Wir sind an die Grenzen des wirtschaftlich Leistbaren gegangen, haben unserem Tarifpartner aber auch deutlich gemacht, dass wir die Betriebe angesichts der nach wie vor schwierigen Ertragssituation in der Branche nicht überfordern dürfen.“ Den Forderungen der Gewerkschaft, die, die eine Erhöhung um 140 Euro für alle Tarifpositionen verlangt hatte, habe man deshalb eine klare Absage erteilt. Sie hätte in der „Ecklohngruppe“, also bei Fachkräften im ersten Gehilfenjahr, eine Erhöhung von 6,8 Prozent bedeutet.

Vergütungen für Auszubildende steigen deutlich
Deutlich angehoben werden die Vergütungen für Auszubildende. Sie steigen in Abhängigkeit vom Ausbildungsjahr zwischen 4,28 Prozent und 12 Prozent. Auszubildende im 3. Lehrjahr erhalten bei einer tariflichen Arbeitszeit von 39 Stunden künftig 840 Euro pro Monat. Mit der Steigerung der Azubi-Vergütungen, für die sich auch die DEHOGA-Fachgruppe Berufsbildung ausgesprochen hatte, soll die Branche im Wettbewerb um Nachwuchskräfte spürbar gestärkt werden. „Ausbildung ist und bleibt die beste Antwort auf unser Problem Nr. 1, den Fachkräftemangel. Aus diesem Grund war es uns ein wichtiges Anliegen, die Attraktivität der Ausbildung im Gastgewerbe mit einem deutlichen Signal zu stärken“, erklärt der Landesvorsitzende. Dennoch habe sich die Gewerkschaft mit ihrer Forderung nach 100 Euro mehr Monatslohn für jeden Auszubildenden nicht durchsetzen können. 

Neue Lohngruppe erleichtert Einstellung ungelernter Hilfskräfte
Um den beruflichen Einstieg und die Integration von ungelernten Kräften in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, sieht der Vertrag die Schaffung einer neuen Tariflohngruppe für ungelernte Hilfskräfte im Gastgewerbe vor. Sie erhalten künftig in den ersten zwölf Monaten ihrer Beschäftigung ein Tarifgehalt von 1706 Euro pro Monat.

Branche attraktiv für Arbeitnehmer
Auch wenn der weit verbreitete Mitarbeitermangel einen gegenteiligen Eindruck erweckt, zeigt die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen, dass das Hotel- und Gaststättengewerbe in Baden-Württemberg für Arbeitnehmer eine attraktive Branche ist: Aktuell arbeiten rund 130.000 Menschen im Land sozialversicherungspflichtig in Hotellerie und Gastronomie. 2010 lag diese Zahl noch deutlich niedriger, nämlich bei rund 100.000. Mit dieser beachtlichen Steigerung gehört die Branche zu den großen „Jobmotoren“ der baden-württembergischen Wirtschaft.

 

Stand: 19.02.2018

Download

Der Lohn- und Gehaltstarifvertrag steht für DEHOGA-Mitglieder zum Download zur Verfügung im Online-Servicecenter