Zweijährige Ausbildung schützt Flüchtlinge vor Abschiebung

Ausreisepflichtige Ausländer, die hier eine staatlich anerkannte Ausbildung machen, dürfen während der Ausbildung nicht abgeschoben werden und haben bei anschließender Weiterbeschäftigung ein Aufenthaltsrecht für weitere zwei Jahre.

Oft wird diese „Ausbildungsduldung“ als „3+2-Regelung“ bezeichnet, weil die meisten Berufe eine dreijährige Ausbildung vorsehen. Nun stellt das baden-württembergische Innenministerium in einem Merkblatt klar, dass die Regelung auch für zweijährige Ausbildungsberufe, also z. B. für den Beruf „Fachkraft im Gastgewerbe“, gilt.

Für Betriebe, die Flüchtlinge mit teilweise sehr lückenhaften Sprachkenntnissen einen Ausbildungsplatz bieten wollen, stellt dies eine interessante Möglichkeit dar, weil die Berufsschul-Anforderungen hier in der Regel nicht so hoch angesetzt sind wie bei den dreijährigen Ausbildungsberufen. Die Chance, dass der Jugendliche seine zweijährige Ausbildung erfolgreich beenden und danach weiterbeschäftigt werden kann, sind daher nach Einschätzung des DEHOGA im Beruf „Fachkraft im Gastgewerbe“ in der Regel besser als in dreijährigen Ausbildungsberufen.

Stand: 06.11.2017