Interview mit Fritz Engelhardt

„Es geht um viel“

Die Bundestagswahl im September wirft ihre Schatten voraus und der Verband verstärkt seine politische Arbeit. Der Landesvorsitzende Fritz Engelhardt über die wichtigsten Anliegen der Branche im Wahljahr 2017.

Herr Engelhardt, es wird politisch spannend: Welche Themen stehen für die Branche vor der Bundestagswahl auf der Agenda?
Fritz Engelhardt:
Es geht in der Tat um viel. Wie wir auch schon im Beirat deutlich gemacht haben, gibt es derzeit zwei politische Schwerpunktthemen: den ermäßigten Mehrwertsteuersatz auch für die Gastronomie und die Änderung des Arbeitszeitgesetzes. Es geht bei letzterem nicht darum, Mehrarbeit gesetzlich zu legitimieren, sondern unserer Branche die Flexibilität zu geben, die sie aufgrund von Gästewünschen und Auslastungsschwankungen braucht. Uns Arbeitgebern im Gastgewerbe ist sehr wohl bewusst, dass wir uns auf dem Arbeitsmarkt in einem harten Wettbewerb befinden, und dass faire Arbeitszeiten ein gutes Argument für gute Fachkräfte sind. Wir möchten deshalb lediglich die Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit, so dass in der Summe niemand mehr arbeiten muss als bisher. Die Zustimmung der Mitarbeiter zu Arbeitszeitregelungen im Betrieb ist natürlich immer die Voraussetzung.

 

Ein wichtiger Termin vor der Bundestagswahl ist das DEHOGA Frühlingsfest. Was erwarten Sie von der Rede des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble vor rund 4000 Gastronomen und Hoteliers?
Ich freue mich auf unsere große Branchenkundgebung am 24. April auf dem Cannstatter Wasen! Dass solch ein prominenter Gast zugesagt hat, zeigt die Wertschätzung der Politik für unsere Branche. Wir haben die einmalige Chance, unsere Branchenanliegen mit geballter Kraft gegenüber einem Mitglied der Bundesregierung klar und deutlich vorzutragen. Ich erwarte vor allem einen fairen Austausch unserer Argumente in den politischen Reden von Wolfgang Schäuble und mir.

 

Das klingt nicht gerade nach einem harten politischen Schlagabtausch im Festzelt?
Ich glaube nicht, dass sich Wolfgang Schäuble von lautem Getöse beeindrucken lässt. Wir wollen nicht der Branchenverband sein, der nur meckert, sondern sachlich diskutiert und konstruktive Lösungsvorschläge macht. Das bringt uns auf Dauer in der politischen Arbeit und in der Außenwahrnehmung weiter als Stammtischreden zu schwingen. Nach dem DEHOGA-Frühlingsfest wird unsere politische Verbandsarbeit aber keineswegs erledigt sein. Sondern sie geht erst richtig los.

 

Was gibt es noch zu tun?
Es reicht nicht, wenn ich als Landesvorsitzender eine Rede halte. Es ist wichtig, dass wir als Verband unsere Branchenanliegen vertreten. Wir werden mit allen Parteien, die in Parlamenten vertreten sind, sprechen und auch schriftlich unsere drängendsten Branchenfragen stellen. Die Antworten darauf werden im DEHOGA Magazin und auf unserer Homepage veröffentlicht. So ist die ganze Branche informiert, wie die verschiedenen Parteien zu unseren Themen stehen, und kann gut vorbereitet mit den jeweiligen Abgeordneten darüber diskutieren. Denn unsere Positionen müssen natürlich auch verbreitet werden von den Ehrenamtsträgern und Mitgliedern vor Ort. Wir unterstützen dabei mit Argumentationshilfen wie Positionspapieren oder der Wahlcheckliste vom Bundesverband.

 

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(Stand: 06.04.2017)