Corona-Verordnung des Landes und Arbeitsschutz-Verordnung

Fragen zur Testung von Gästen und Mitarbeiter:innen

Stand: 10.09.2021

Das Thema Testung der Gäste ist in der Corona-Verordnung des Landes geregelt. Laut Arbeitsschutzverordnung, die bundesweit gilt, sind Arbeitgeber/innen außerdem verpflichtet, zwei Mal wöchentlich ihren Mitarbeiter/innen Corona-Tests anzubieten.

Was müssen Gastronomen und Hoteliers bei der Testung der Gäste bzw.  Mitarbeiter/innen beachten? Antworten auf die häufigen Fragen finden Sie hier zusammengefasst.


Fragen zur Testung von Gästen:

Welche Arten von anerkannten Covid 19 Schnelltests gibt es?Welche Arten von anerkannten Covid 19 Schnelltests gibt es?

Anerkannte Schnelltests sind Antigentests zur professionellen Anwendung oder Selbsttests, die für die Laienanwendung durch Privatpersonen zugelassen sind. Die Probenahme kann je nach Test durch einen Abstrich im oberen Nasenbereich alleine oder in Kombination mit einem Rachenabstrich erfolgen oder auch im Nasenvorhof. Zwischenzeitlich sind Schnelltests auch als sog. Spucktests und Lollytests am Markt erhältlich.

Die wichtigsten allgemeinen Fragen und Antworten zum Umgang mit Corona-Selbsttests und –Schnelltests hat das Land Baden-Württemberg hier zusammengestellt.

Auch Kinder müssen ab einem Alter von 6 Jahren ebenfalls getestet werden. Asymptomatische Bürgerinnen und Bürger können bis 11.10.21 nach der Testverordnung des Bundes mindestens einmal pro Woche einen kostenfreien Schnelltest in Anspruch nehmen. Danach gibt es nur noch für die Personen einen kostenfreien Test, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen dürfen oder die keine allgemeine Impfempfehlung (Schwangere).

Wichtig: Nach der ab 13.09.21 geltenden CoronaVO sind Schüler:innen die an den regelmäßigen Testungen im Rahmen des Schulbesuchs teilnehmen von der Testpflicht ausgenommen. Der Nachweis erfolgt durch ein entsprechendes Ausweisdokument (wie z.B. Kinder- oder Schülerausweis). Ausgenommen sind auch sechs- oder siebenjährige Kinder, die noch nicht eingeschult sind.

Was ist ein Selbsttest?Was ist ein Selbsttest?

Die CoronaVO versteht unter einem Selbsttest, ein Test, den eine Person an sich selbst ohne Beaufsichtigung eines Dritten durchführt. Sowohl Probenentnahme und Auswertung wird also von der zu testenden Person selbst vorgenommen. Selbsttests sind in Apotheken oder Drogerien und auch über den Einzelhandel erhältlich. 

Für DEHOGA-Mitglieder: Antigen-Schnelltests und Selbsttests bieten die DEHOGA-Partner Office-Depot und Vogt

Ein Selbsttest wird allerdings nach der CoronaVO nicht als Testnachweis anerkannt, siehe unten.

Was ist ein Schnelltest?Was ist ein Schnelltest?

Das sind Tests, die von einer geschulten Person (z.B. Gastronom/Hotelier) durchgeführt oder zumindest beaufsichtigt  werden (durch eine geeignete Person), wenn der Gast den Test an sich selbst durchführt.

Hinweis: Als Nachweis eines negativen Tests wird nur ein Test anerkannt, der zumindest unter Aufsicht desjenigen stattfindet, der das Vorliegen eines Testnachweises überprüfen muss (z.B. Gastronom, Hotelier). Ein reiner Selbsttest, den eine Person ohne Beaufsichtigung zu Hause durchführt, wird nicht anerkannt!

Für DEHOGA-Mitglieder: Antigen-Schnelltests und Selbsttests bieten die DEHOGA-Partner Office-Depot und Vogt

Wer kann einen Schnelltest durchführen?Wer kann einen Schnelltest durchführen?

Neben den Stellen des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Corona-Testzentren, Arztpraxen können auch

  • Arbeitgeber im Rahmen der betrieblichen Testungen der Beschäftigten
  • Anbieter einer Dienstleistung im Rahmen der Inanspruchnahme durch die jeweiligen Kunden Schnelltests durchführen, also z.B. der Gastronom/Hotelier für seine Gäste im Rahmen des Gaststätten-/Hotelbesuchs

 

Praxistipp: Gastronomen/Hoteliers sollten sich mit ihrem Haftpflichtversicherer in Verbindung setzen, damit beim Angebot von Testmöglichkeiten auch Versicherungsschutz in allen Fällen besteht.

Unter welchen Voraussetzungen kann die Testdurchführung durch einen Dienstleister (Gastronom/ Hotelier) am Gast erfolgen?Unter welchen Voraussetzungen kann die Testdurchführung durch einen Dienstleister (Gastronom/ Hotelier) am Gast erfolgen?

Die Probenentnahme und Auswertung der Probe wird durch eine geschulte Person vorgenommen und von dieser bescheinigt. Geschulte Personen sind medizinische Laien, die durch fachkundige Personen in der Anwendung einer bestimmten Testart geschult wurden. Die Schulung kann auch im Rahmen eines online-Seminars stattfinden. Geschulte Personen dürfen am Gast nur diejenigen Tests durchführen, für deren Anwendung sie auch tatsächlich geschult wurden.

 

Um den Mitarbeiter/die Person, welche zur Durchführung der Tests beim Gast vom Dienstleister bestimmt wurde seinerseits vor einer Ansteckung zu schützen, ist zu empfehlen, dass diese Person eine Schutzausrüstung (Gesichtsschild, Schutzhandschuhe, Schutzbrille - siehe Empfehlung des ABAS zu Arbeitsschutzmaßnahmen bei Probenahme und Diagnostik von SARS-CoV-2) trägt. Bei Durchführung der Schnelltests durch diese Person ist diese nach jedem Probanden zu wechseln.

Es versteht sich von selbst, dass die zu testenden Gäste, von den anderen anwesenden Gästen zu trennen sind. Um das Ansteckungsrisiko gering zu halten, wird dringend empfohlen, etwaige „Teststationen“ in den Außenbereich zu legen (ggf. Parkplatz nutzen).

 

 

Wie lange darf eine Testung zurückliegen, damit sie als Testnachweis anerkannt wird?Wie lange darf eine Testung zurückliegen, damit sie als Testnachweis anerkannt wird?

Die CoronaVO Baden-Württemberg legt fest, dass Hotelgäste im Rahmen eines längeren Aufenthalts zunächst bei Anreise und nachfolgend alle 3 Tage zu testen sind. Nimmt der getestete Hotelgast dann weitere Dienstleistungen des Hotels wahr (z.B. Restaurantbesuch), muss er nicht erneut getestet werden.

Warum empfiehlt es sich für den Gastronom/Hotelier, den Gast den Test an sich selbst durchführen zu lassen und die Durchführung lediglich zu überwachen?Warum empfiehlt es sich für den Gastronom/Hotelier, den Gast den Test an sich selbst durchführen zu lassen und die Durchführung lediglich zu überwachen?

Für den Fall, dass der Gastronom/Hotelier am Gast den Test durchführt, ist auf jeden Fall eine Schulung erforderlich, im übrigen kann nie ganz ausgeschlossen werden, dass man den Gast bei Tests, die einen Nasenabstrich erfordern, bei der Probenentnahme in der Nase verletzt. Daher ist zu empfehlen, dass der  Gast den Test an sich selbst in Gegenwart und unter Aufsicht einer geeigneten Person (z.B. des Gastronomen/Hoteliers oder eines dafür geeigneten Mitarbeiters) durchführt.

Führt der Gast bei sich einen Test selbst durch, ist für den Dienstleister keine Schulung vorgeschrieben, allerdings muss die Überwachung der Testdurchführung durch eine „geeignete“ Person erfolgen.

Geeignet ist, wer insbesondere zuverlässig und in der Lage ist:

  • die Gebrauchsanweisung des Tests zu lesen und zu verstehen;
  • die Testung zu überwachen;
  • dabei die geltenden AHA-Regeln einzuhalten;
  • dafür Sorge zu tragen, dass die zu testenden Personen von anderen Beschäftigten/ Gästen getrennt werden;
  • Das Testergebnis ordnungsgemäß abzulesen;
  • die Bescheinigung (Details s.u.) korrekt und unter Angabe aller erforderlichen Angaben auszustellen;

 

Hinweis: Auch bei Überwachung der seitens des Gastes eines an sich selbst vorzunehmenden Schnelltests sind stets die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten und die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske (sowohl Gast wie Mitarbeiter) zu beachten. Die Trennung der zu testenden Gäste von den übrigen Gästen muss auch hier erfolgen, ebenso ist es empfehlenswert die Testung in den Außenbereich (z.B. Parkplatz) zu verlagern.

Bin ich als Dienstleister verpflichtet auch ohne Inanspruchnahme der Dienstleistung (Restaurant-/Hotelbesuch) einen Test durchzuführen?Bin ich als Dienstleister verpflichtet auch ohne Inanspruchnahme der Dienstleistung (Restaurant-/Hotelbesuch) einen Test durchzuführen?

Nein, der Test darf nur im Rahmen der Inanspruchnahme einer Dienstleistung durchgeführt und bescheinigt werden. Zum Beispiel ist auch ein Test beim Friseur nur im Rahmen eines Frisörbesuchs möglich, nicht lediglich um die Testung in Anspruch zu nehmen.

Wie muss eine Bescheinigung über den durchgeführten Test aussehen?Wie muss eine Bescheinigung über den durchgeführten Test aussehen?

Diese Musterbescheinigung ist als Nachweis für Tests zu verwenden und alle Angaben vollständig aufzuführen und zwar unabhängig davon, ob sich der Gast unter Überwachung einer geeigneten Person selbst testet oder der Gastronom den Test am Gast durchführt.

Wie lange behält eine ausgestellte negative Bescheinigung ihre Gültigkeit und kann diese auch für die Inanspruchnahme anderer Dienstleistungen genutzt werden?Wie lange behält eine ausgestellte negative Bescheinigung ihre Gültigkeit und kann diese auch für die Inanspruchnahme anderer Dienstleistungen genutzt werden?

Eine ausgestellte negative Bescheinigung behält für 24 h ihre Gültigkeit und kann auch für andere Einrichtungen/Dienstleistungen, für die nach der CoronaVO ein negativer Schnelltest oder ein negativer PCR Test erforderlich ist, genutzt werden. PCR-Tests gelten 48 Stunden lang, ab Abstrich.

Was ist zu tun, wenn ein Testergebnis positiv ausfällt?Was ist zu tun, wenn ein Testergebnis positiv ausfällt?
  • Pflicht zur Bescheinigung des Testergebnisses / Aushändigung des offiziellen Infoblattes

Anders als bei einem negativen Testergebnis, bei dem die zu testende Person auf eine Bescheinigung verzichten kann, besteht bei einem positiven Test nach der  Corona-Verordnung Absonderung eine Pflicht zur Bescheinigung des Ergebnisses. Die positiv getestete Person ist zudem mittels des hier verlinkten Merkblatts  „Mein Schnelltest ist positiv, was muss ich jetzt tun“, insbesondere auf die Absonderungspflicht hinzuweisen und muss das positive Schnelltestergebnis durch einen PCR-Test bestätigen lassen.

  • Abweisung des Gastes

Der Gastronom /Hotelier muss den Gast nach positiver Testung abweisen,  den Zugang verwehren und darf ihm keine Dienstleistung gewähren.

Muss der Dienstleister ein positives Testergebnis an das Gesundheitsamt melden?Muss der Dienstleister ein positives Testergebnis an das Gesundheitsamt melden?

Nein, der Dienstleister selbst muss das positive Testergebnis nicht dem Gesundheitsamt melden.

Müssen Gäste im Hotel für jeden Tag einen Test nachweisen?Müssen Gäste im Hotel für jeden Tag einen Test nachweisen?

Gäste, die nicht den Status „geimpft“ oder „genesen“ haben, benötigen einen negativen Testnachweis. Dieser ist immer direkt bei der Anreise zu erbringen. Bei längeren Aufenthalten muss immer nach 3 weiteren Aufenthaltstagen eine erneute Testung erfolgen.
Der Hotelgast kann mit seinem Negativtest während des Hotelaufenthalts alle geöffneten Hotelbereiche (z.B. Restaurant) ohne weitere Testung besuchen.

Für Beherbergungsbetriebe und sonstige Einrichtungen, die Übernachtungsangebote gegen Entgelt anbieten, ist die Vorlage des Impf- oder Genesenennachweises einmalig oder des Testnachweises alle drei Tage während der Aufenthaltsdauer ausreichend; soweit bei einem Genesenennachweis der Zeitraum von sechs Monaten während des Aufenthalts abläuft, ist ein Testnachweis ab diesem Zeitpunkt notwendig.

Für den Fall, dass der Gast außerhalb des Hotelbetriebs den im Hotel durchgeführten Test für den Zugang zu anderen Einrichtungen (Frisör, Kino etc.,) nutzen will, hat der Test allerdings immer nur die Gültigkeit von 24h. Die 3-Tagesregelung gilt also ausschließlich für die Nutzung des Hotels und der angeschlossenen Hoteleinrichtungen.

Müssen vollständig geimpfte oder genesene Personen auch getestet werden?Müssen vollständig geimpfte oder genesene Personen auch getestet werden?

Nein, nur nicht-immunisierte Personen müssen einen auf sie ausgestellten Testnachweis vorlegen. Vollständig geimpfte Personen und genesene Personen müssen somit vor Zugang zur Einrichtung oder Inanspruchnahme einer Dienstleistung nicht mehr getestet werden.

Voraussetzung ist allerdings, dass die abgeschlossene Impfung mittels Impfdokumentation oder digital z.B. durch den EU -Impfpass (CovPass-App) oder die überstandene Infektion nachgewiesen wird.

Als vollständig geimpfte Personen nach der CoronaVO gelten Personen, die eine seit mindestens 14 Tagen abgeschlossene Impfung (idR zwei Impfungen) mittels Impfdokumentation vorweisen können. Bei einer ehemals infizierten und jetzt genesenen Person genügt als vollständige Impfung nur eine verabreichte Impfdosis. Dabei kann- anders als bei genesenen Personen, die keine erste Impfdosis erhalten haben -  die Infektion beliebig lange zurückliegen.

Als abgeschlossene Impfung gilt jede mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff gemäß der empfohlenen Impfserie vorgenommene Impfung gegen die COVID-19-Krankheit. Bei Impfstoffen, die mehr als eine Impfdosis benötigen, gilt die Impfung für Personen, die mit mindestens einer Impfdosis geimpft sind, als abgeschlossen, sofern diese Personen zuvor bereits selbst positiv getestet waren und über einen Nachweis über eine durch PCR-Test bestätigte Infektion mit dem Coronavirus verfügen.

Als genesene Personen nach der CoronaVO gelten alle Personen, die bereits selbst positiv getestet waren, sofern sie über einen Nachweis über eine durch PCR-Test bestätigte Infektion mit dem Coronavirus verfügen und keiner darauf beruhenden Absonderungspflicht mehr unterliegen. Die nachgewiesene Infektion darf höchstens sechs Monate zurückliegen.


Fragen zur Testung durch den Arbeitgeber:

Müssen sich Arbeitnehmer (Service), die Gästekontakt haben, testen lassen?Müssen sich Arbeitnehmer (Service), die Gästekontakt haben, testen lassen?

Die neue CoronaVO ab 13.09.21 sieht eine Testannahmepflicht für nicht-immunisierte (also weder geimpfte noch getestete) Beschäftigte mit Kundenkontakt  in der Warn- und Alarmstufe vor. Zur Warn- und Alarmstufe

Die neue CoronaVO sieht ausdrücklich vor, dass nicht-immunisierte Beschäftigte, die direkten Kontakt zu externen Personen haben, verpflichtet sind, das Testangebot ihres Arbeitgebers (nach der Arbeitsschutzverordnung) anzunehmen oder zweimal pro Woche einen anderweitigen Test durchzuführen / durchführen zu lassen, sobald Warn- oder Alarmstufe bekannt gemacht wurden.

Die Beschäftigten haben Nachweise (z.B. Testbescheinigung, Eigendokumentation)  über die Testung vier Wochen aufzubewahren und auf Verlangen den Behörden zugänglich zu machen. Verstöße sind für den Beschäftigten bußgeldbewährt, den Arbeitgeber trifft hierbei keine Kontrollpflicht.

„Hinweis und Vorlage zur Testannahmepflicht“

Das gilt auch für Selbständige, sofern Kundenkontakt besteht, also auch für Gastronomen und Hoteliers, die zwei Testungen pro Woche vorzunehmen und ggf. nachzuweisen haben.Der Arbeitgeber muss allen seinen Mitarbeitern, egal ob in Vollzeit oder Teilzeit, auch Minijobbern, ein Testangebot unterbreiten. Dieses Testangebot muss 2 x in der Woche den Mitarbeitern unterbreitet werden.

Praxistipp: Arbeitgeber sollten sich mit ihrem Haftpflichtversicherer in Verbindung setzen, damit beim Angebot von Testmöglichkeiten und deren Durchführung auch Versicherungsschutz besteht, falls es z.B. zu Verletzungen durch die Testabnahme kommt.

Muss sich der Arbeitgeber/ Betriebsinhaber selber testen?Muss sich der Arbeitgeber/ Betriebsinhaber selber testen?

Eine Testpflicht gilt nun auch für Selbständige, sofern Kundenkontakt besteht, also auch für Gastronomen und Hoteliers, die zwei Testungen pro Woche vorzunehmen und ggf. nachzuweisen haben.

Kann der Arbeitgeber auch seine eigenen Familienmitglieder, die sich im Betrieb aufhalten, testen?Kann der Arbeitgeber auch seine eigenen Familienmitglieder, die sich im Betrieb aufhalten, testen?

Nur sofern diese im Betrieb im Sinne von Beschäftigten mithelfen und Kundenkontakt haben. Ansonsten gilt das Testangebot, das ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen unterbreiten muss und die sich hieran anschließende Testung und Bescheinigung, ausschließlich für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und für mitbeschäftigte Familienangehörige, nicht für Freunde, Verwandte oder Familienangehörige von Mitarbeitern etc.

Wenn natürlich diese Personen „Gäste“ des Unternehmers sind, dann darf er im Rahmen der „Dienstleistung“ Testungen anbieten und durchführen, s.o.

Kann ich als Dienstleister auch eine Testung im Arbeitsumfeld des Kunden anerkennen oder muss erneut ein Schnelltest durchgeführt werden?Kann ich als Dienstleister auch eine Testung im Arbeitsumfeld des Kunden anerkennen oder muss erneut ein Schnelltest durchgeführt werden?

Der Arbeitgeber darf im Rahmen betrieblicher Testungen ausschließlich seinen Beschäftigten Bescheinigungen über das Testergebnis ausstellen. Der Nachweis eines negativen Tests kann dann innerhalb von 24 Stunden auch für die Inanspruchnahme von Dienstleistungen (z.B. Frisörbesuch) oder als Zugangsberechtigung für Einrichtungen genutzt werden. Beschäftigte müssen sich also nicht zweimal am Tag testen lassen, falls sie nach der Arbeit noch eine Dienstleistung in Anspruch nehmen möchten, die eine Bescheinigung erfordert.

Für negative Selbsttests, die außerhalb eines betrieblichen Zusammenhangs „privat“ durchgeführt wurden, ist keine Bescheinigung möglich und diese berechtigen folglich auch nicht zum Zugang anderer Dienstleistungen.

Da alle nach der Corona-VO zulässigen Teststellen entsprechende Bescheinigungen über ein Negativ- Attest ausstellen dürfen, sind  auch Tests mit bescheinigtem negativen Ergebnis, die in der Schule für die entsprechenden Schüler unter Überwachung durchgeführt wurden, anzuerkennen.

Werden die Kosten für die Testung gefördert?Werden die Kosten für die Testung gefördert?

Folgende Kosten, die im Zusammenhang mit der Corona-Testung von Mitarbeitern und potentiell auch Gästen anfallen, sind nach Ansicht des DEHOGA Baden-Württemberg sowohl bei der Überbrückungshilfe III (November 2020 bis Juni 2021) als auch bei der Überbrückungshilfe III Plus (Juli bis September 2021) als Fixkosten anzusehen. Somit sind sie je nach betriebsindividuellen Umsatzrückgang im dem Monat, in welchem dem Unternehmer eine Rechnung dafür eingeht, zu 40%, 60% oder 100% förderfähig.

  • Kosten für die Schnelltests, Kosten für Desinfektionsmittel, Kosten für Schutzmasken und andere Einmalartikel zur Umsetzung von Hygienemaßnahmen (Kostenposition #16)
  • Schulung von Mitarbeiter/innen zu Hygienemaßnahmen (Kostenposition #16)
  • Bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen bis zu 20.000 Euro pro Monat zur Umsetzung von Hygienekonzepten. Diese umfassen z.B. Abtrennungen, Teilung von Räumen, Absperrungen oder Trennschilder (Kostenposition #14)

 

Beispiel:
Hat ein Betrieb im Monat August insgesamt 1.000€ dieser oben genannten Fixkosten und im selben Monat einen Umsatzeinbruch von 55%, dann bekäme er 60% davon (also 600€) über die Überbrückungshilfe III Plus erstattet. Hat er jedoch weniger als 30% Umsatzrückgang dann ist er nicht für die Überbrückungshilfe III Plus antragsberechtigt und bekommt auch seine neu gekauften Tests nicht erstattet.

Inwiefern darüber hinausgehende Kosten, die direkt mit der Testung in Zusammenhang stehen, über die Überbrückungshilfe III förderfähig sind, kann aufgrund mangelnder Auslegung des Bundes nicht gesagt werden.


Fragen zum Nachweis Impfung/Genesenenstatus/Testung:

Wie weist man geimpft/genesen nach?Wie weist man geimpft/genesen nach?
    • Geimpfte müssen einen Nachweis für einen vollständigen Impfschutz vorlegen – zum Beispiel den gelben Impfpass. Je nach Impfstoff bedarf es ein oder zwei Impfungen für einen vollständigen Schutz. Seit der letzten erforderlichen Einzelimpfung müssen mindestens 14 Tage vergangen sein. Zusätzlich darf man keine Symptome einer möglichen Covid-19-Infektion aufweisen. Dazu gehören Atemnot, neu auftretender Husten, Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust.
    • Genesene benötigen den Nachweis für einen positiven PCR-Test (oder einen anderen Nukleinsäurenachweis) eines Labors, eines Arztes, einer Teststelle oder Testzentrums, der mindestens 28 Tage und maximal sechs Monate zurückliegt. Als Nachweis gilt auch eine Absonderungsbescheinigung, sofern Angaben zur Testart (PCR) und Test-/Meldedatum enthalten sind.Einen speziellen Genesenen-Ausweis oder eine spezielle Bescheinigung gibt es derzeit noch nicht.
    • Bei einer ehemals infizierten und jetzt genesenen Person sind Impfpass und PCR Test als Nachweis vorzulegen. In diesem Fall besteht die Impfung aus nur einer verabreichten Impfdosis. Dabei kann- anders als bei genesenen Personen, die keine erste  Impfdosis erhalten haben -  die Infektion beliebig lange zurückliegen.
Müssen die Betriebe die Nachweise „Geimpft“, „Genesen“ oder „Getestet“ dokumentieren?Müssen die Betriebe die Nachweise „Geimpft“, „Genesen“ oder „Getestet“ dokumentieren?

Jeder Betrieb ist verpflichtet, vor dem Zutritt der Gäste in Innenräume zu kontrollieren, ob sie „geimpft“, „genesen“ oder „getestet“ sind. Es besteht jedoch keine Verpflichtung, die Nachweise für jeden Gast zu dokumentieren. Das Erfordernis der Kontaktdatenerfassung bleibt für den Gastronomiebesuch wie bisher auch verpflichtend.

Das Sozialministerium Baden-Württemberg empfiehlt allerdings den gastgewerblichen Unternehmern auf freiwilliger Basis zu erfassen, welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Zugangskontrollen zu welchem Zeitpunkt jeweils durchgeführt haben. Im Falle von nachträglichen Beanstandungen kann so besser nachgewiesen werden, dass die Zugangskontrolle korrekt erfolgte und die Zugangsberechtigung durch Sichtung der entsprechenden Nachweise geprüft wurde.

Hinweis: Ohne ausdrückliche Einwilligung des Gastes dürfen von Nachweisen keine Kopien angefertigt werden.

Welche Nachweise sind jeweils gültig?Welche Nachweise sind jeweils gültig?

Für „Genesene“: Nachweis über eine durch PCR Test bestätigte Infektion (mind. 28 Tage und max. 6 Monate zurückliegend)

Für „Geimpfte“: Impfpass oder digital z.B. CovPass-App einer  seit 14 Tagen abgeschlossene Impfung, idR also 2 Impfungen. Bei einer ehemals infizierten und jetzt genesenen Person sind Impfpass und PCR Test als Nachweis vorzulegen. In diesem Fall besteht die Impfung aus nur einer verabreichten Impfdosis. Dabei kann - anders als bei genesenen Personen, die keine erste  Impfdosis erhalten haben -  die Infektion beliebig lange zurückliegen.

Für „Getestete“: Bescheinigungen der offiziellen Testzentren, alle von Dienstleistern(z.B. Gastronomen, Friseure) bestätigten negativen Testnachweise, Testnachweise von Arbeitgebern für Beschäftigte, von Schulen durchgeführte Tests für Kinder und Jugendliche, als Nachweis gilt seit 16.08.21 der Kinder- oder Schülerausweis, siehe oben. Ebenso Bescheinigungen über die Durchführung von Antigen-Schnelltests, die der Gast vor Ort in der Gastronomie/Hotellerie unter Überwachung durch eine geeignete Person an sich selbst durchführt und deren Ergebnis Durchführung bescheinigt wird. Negativ ausgefallene PCR- Tests gelten ebenfalls als zulässiger Testnachweis. Selbsttests, die von Gästen/Kunden im privaten Umfeld ohne Überwachung des Dienstleisters durchgeführt wurden, berechtigen nicht zum Zugang.

Zu beachten ist, dass der Zutritt zum Betrieb bei einem Antigen-Schnelltest innerhalb eines 24h-Zeitraums seit Testung erfolgt, bei einem PCR Test innerhalb von 48 Stunden ab Abstrich.