Corona-Verordnung Bäder und Saunen

Stand: 26.05.2021

Auf Grund von § 24 Absatz 5 Nummer 2 der Corona-Verordnung (CoronaVO) vom 13. Mai 2021 hat das das Sozialministerium Baden-Württemberg am 21.05.21 eine neue CoronaVO Bäder und Saunen erlassen, die am 22. Mai 2021 in Kraft getreten ist. Damit ist gleichzeitig die CoronaVO Bäder und Saunen vom 3. September 2020 außer Kraft getreten.

Zur CoronaVO Bäder und Saunen

1. Anwendungsbereich1. Anwendungsbereich

Die CoronaVO Bäder und Saunen legt gemeinsame Regelungen für Bäder / Badeseen mit kontrolliertem Zugang und Saunen fest. Diese gelten auch für entsprechende Einrichtungen, die in Hotels betrieben werden. Die Frage, wann Bäder und Saunen in Hotels zulässigerweise betrieben werden dürfen, richtet sich nach der allgemeinen CoronaVO des Landes Baden-Württemberg. Bislang dürfen in der ersten Öffnungsstufe nur Außenbereiche von Schwimmbädern aller Art öffnen. Wellnessbereiche, Saunen und Schwimmbäder innen dürfen erst in der zweiten Öffnungsstufe öffnen!

Wichtig: Der Betrieb von Anlagen mit Aerosolbildung, also insbesondere von Dampfbädern, Dampfsaunen und Warmlufträumen ist generell untersagt.

2. Allgemeine Regelungen für Bäder und Saunen2. Allgemeine Regelungen für Bäder und Saunen
  • Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske oder eines Atemschutzes
    In den Einrichtungen nach  Ziff. 1 gilt die generelle Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske oder eines Atemschutzes (FFP2 Standard oder Standard KN95, N95, KF 94, KF 99)  außer im Nassbereich und auf Liegewiesen. Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr oder Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen einer Maske z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, sind von der Maskenpflicht befreit.
  • Verantwortliche Person
    Betreiber:innen von Einrichtungen in Ziff. 1 haben für jedes Becken/für jede Sauna /für jede Attraktion (z.B. Wasserrutsche, Sprungtürme etc.) eine Person zu bestimmen, die für die Einhaltung der nachstehend genannten Regeln verantwortlich ist.
  • Gastronomische Angebote
    Die Zulässigkeit und Ausgestaltung des gastronomischen Angebots, einschließlich der Ausgabe von Getränken und Speisen zum sofortigen Verzehr, richten sich insbesondere nach den für diese Angebote geltenden Vorschriften der jeweils gültigen allgemeinen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg.
  • Kosmetik,  Massagen, Friseurdienstleistungen in Hotels
    Die Zulässigkeit und Ausgestaltung des Betriebs von angegliederten Einrichtungen und Dienstleistungen, insbesondere Kosmetik und Massagen, richten sich insbesondere nach den für diese Einrichtungen geltenden Vorschriften der jeweils gültigen allgemeinen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg.
  • Einzelhandel, Souvenirgeschäfte, Boutiquen etc. in Hotels
    Die Zulässigkeit und Ausgestaltung des Betriebs von weiteren Einrichtungen, insbesondere Einzelhandel und Souvenirgeschäften, richten sich insbesondere nach den für diese Angebote geltenden Vorschriften der jeweils gültigen allgemeinen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg.
  • Regelungen für Beschäftigte
    Der Arbeitgeber hat die Infektionsgefährdung der Beschäftigten unter Berücksichtigung der Bedingungen am Arbeitsplatz zu minimieren. Hierbei ist gegebenenfalls ein Schichtbetrieb mit festen Teams einzurichten. Er muss die persönliche Hygiene der Beschäftigten durch die Möglichkeit zur Handdesinfektion oder zum Händewaschen am Arbeitsplatz sicherzustellen. Hierzu eingesetzte Utensilien sind regelmäßig, mindestens einmal täglich, zu desinfizieren.
3. Regelungen für Bäder und Badeseen mit kontrolliertem Zugang3. Regelungen für Bäder und Badeseen mit kontrolliertem Zugang

Schwimm- und Hallenbäder sowie Thermal- und Spaßbäder und  Badeseen mit kontrolliertem Zugang inklusive für den Betrieb notwendiger Nebenanlagen (z.B. Toiletten) dürfen unter Einhaltung unten stehender Voraussetzungen betrieben werden:

a. Zugang  ist nur zulässig nach Vorlage eines Test-, Impf- oder Genesenennachweises; davon ausgenommen sind Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Für Bäder in Hotels ist für Hotelgäste ein Test-/Genesenen-/Impfnachweis, der bei Anreise  vorgelegt wurde, ausreichend. Im Einzelnen gilt folgendes:

Bei längeren Aufenthalten gilt für Gäste, die nicht den Status „geimpft“ oder „genesen“ haben, dass immer nach 3 weiteren Aufenthaltstagen eine erneute Testung erfolgen muss. Der Hotelgast kann mit seinem Negativtest während des Hotelaufenthalts alle geöffneten Hotelbereiche (z.B. Restaurant, Hotelschwimmbad, Sauna) ohne weitere Testung besuchen. Die Vorlage eines  Impf- oder Genesenennachweises ist einmalig bei Anreise ausreichend. Soweit bei einem Genesenennachweis der Zeitraum von sechs Monaten während des Aufenthalts abläuft, ist ein Testnachweis ab diesem Zeitpunkt notwendig. Die 3-Tagesregelung gilt aber ausschließlich für die Nutzung des Hotels und der angeschlossenen Hoteleinrichtungen.

 

b. Beschränkung der Personenzahl, die am Badebetrieb teilnehmen dürfen:

  • in Schwimmerbecken errechnet sich die maximal zulässige Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten dürfen, aus der Wasserfläche mit zehn Quadratmetern pro Person; abweichend hiervon kann die Wasserfläche in einzelne Bahnen, möglichst mit Leinen oder anderen geeigneten Markierungen, unterteilt werden; innerhalb der Bahnen ist ein Einbahnsystem einzuführen; dabei kann jede Bahn auf einer Bahnlänge von 50 Metern von maximal zehn Personen gleichzeitig genutzt werden; es ist darauf zu achten, dass kein Aufschwimmen oder Überholen stattfindet;
  • in Nichtschwimmerbecken errechnet sich die maximal zulässige Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten dürfen, aus der Wasserfläche mit vier Quadratmetern pro Person;
  • in ausgewiesenen Therapiebecken errechnet sich die maximal zulässige Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten dürfen, aus der Wasserfläche mit 4,5 Quadratmetern pro Person bei Schwimmerbecken und mit 2,7 Quadratmetern pro Person bei Nichtschwimmerbecken;
  • für die Bestimmung der maximal zulässigen Personenzahl in den Bädern insgesamt sind bei Hallenbädern der vom Eingangs- und Umkleidebereich getrennte Nassbereich und bei Freibädern und Badeseen mit kontrolliertem Zugang die Liegefläche heranzuziehen;

 

c. Zu- und Ausstiege der Becken sind räumlich voneinander zu trennen

Sofern dies nicht möglich ist, ist auf andere Weise sicherzustellen, dass der Mindestabstand beim Betreten und Verlassen der Becken eingehalten werden kann; die Betreiber haben darauf hinzuwirken, dass im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten der Zutritt zu Sprungtürmen, Wasserrutschen und ähnlichen Attraktionen gesteuert wird und Warteschlangen vermieden werden;

 

d. Ansammlungen im Eingangsbereich sind untersagt

Die Betreiber haben darauf hinzuwirken, dass im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten der Zutritt zu den Bädern gesteuert wird und Warteschlangen vermieden werden, insbesondere durch vorherige Reservierung oder Ticketbuchung; 

 

e. Nutzung von Schwimm- und Trainingsutensilien

Es dürfen ausschließlich persönliche Schwimm- und Trainingsutensilien (z.B. Schwimmflügel, Schwimmbrillen)  verwendet werden, sofern diese in der Badeordnung zugelassen sind;

 

f. Nutzung von Duschen, Umkleiden, Toiletten

Der Aufenthalt in Toiletten, Duschen und Umkleiden ist so zu begrenzen, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Nutzerinnen und Nutzern eingehalten werden kann; der Aufenthalt in Duschen und Umkleiden ist zeitlich auf das unbedingt erforderliche Maß zu begrenzen;

 

g. Nutzung von Textilien

Insbesondere Handtücher und Bademäntel, die an die Nutzerinnen oder Nutzer ausgegeben werden, sind nach jeder Nutzung auszutauschen;

 

h. Pflicht des  Betreiber sicherzustellen, dass die erforderlichen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen durchgeführt werden können, insbesondere muss gewährleistet sein, dass

  • ausreichende Schutzabstände bei der Nutzung von Verkehrswegen eingehalten werden
  • ausreichend Hygienemittel wie Seife und Einmalhandtücher zum Händewaschen zur Verfügung stehen; sofern dies nicht gewährleistet ist, müssen Handdesinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden;
  • Sitz- und Liegeflächen sowie Barfuß- und Sanitärbereiche täglich gereinigt werden; Handläufe an Beckenleitern, Wasserrutschen und Sprunganlagen sind mehrmals täglich zu reinigen;
  • alle geschlossenen Räumlichkeiten, die dem Aufenthalt von Nutzerinnen und Nutzern dienen, regelmäßig und ausreichend gelüftet werden.
4. Regelungen für Saunen4. Regelungen für Saunen

Saunabetriebe und Saunabereiche (inklusive für den Betrieb notwendiger Nebenanlagen, z.B. Toiletten) dürfen nur unter den nachfolgend genannten Voraussetzungen betrieben werden.

 

a. Was ist beim Betrieb von Saunen generell zu beachten?

  • in sämtlichen Saunen ist für einen regelmäßigen Austausch der Raumluft zu sorgen
  • unzulässig ist der Betrieb von Anlagen mit Aerosolbildung, insbesondere Dampfbäder, Dampfsaunen und Warmlufträumen
  • unzulässig ist das Verwedeln der Luft im Rahmen von Aufgüssen

 

b. Was gilt hinsichtlich der zulässigen Personenzahl, bei Abstandsregelungen und für das Kontaktverbot?

  • Zugangssteuerung: Der Betreiber hat im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten den Zutritt zu Saunen zu steuern und dadurch Warteschlangen zu vermeiden; dies ist insbesondere durch vorherige Reservierung oder Ticketbuchung sicherzustellen
  • Nutzung von Verkehrswegen: es müssen ausreichende Schutzabstände sichergestellt werden
  • Begrenzung von Aufenthalt in Toiletten, Duschen und Umkleiden: es ist sicherzustellen, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Nutzer:innen eingehalten werden kann. Der Aufenthalt in Duschen und Umkleiden ist zeitlich auf das unbedingt erforderliche Maß zu begrenzen
  • Umsetzung der Abstandsregel: der Betreiber muss geeignete Vorkehrungen zur Einhaltung des Mindestabstands treffen, z.B. durch eine versetzte Sitzanordnung in der Sauna

 

c. Einhaltung von Hygieneregeln ist zu  garantieren

  • Sitz- und Liegemöglichkeiten innerhalb und außerhalb der Saunen sind durch Textilien, insbesondere Handtücher, so abzudecken, dass kein Hautkontakt zu der Sitz- oder Liegefläche entsteht
  • Flächen und Gegenstände innerhalb und außerhalb der Saunen, insbesondere Sitzmöglichkeiten, Handkontaktflächen, Haltegriffe und Armaturen sowie Sanitär- und Ruheräume sind in regelmäßigen Abständen, mindestens alle drei Stunden, mit einem geeigneten Reinigungsmittel zu reinigen oder zu desinfizieren
  • für die Nutzung von Tauch- und Abkühlbecken errechnet sich die maximal zulässige Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten dürfen, aus der Wasserfläche mit 10 Quadratmetern pro Person. Zu- und Ausstiege der Becken sind räumlich voneinander zu trennen. Sofern dies nicht möglich ist, ist auf andere Weise sicherzustellen, dass der Mindestabstand beim Betreten und Verlassen der Becken eingehalten werden kann
  • untersagt sind alle Angebote, bei denen Oberflächen oder Objekte durch unterschiedliche Personen berührt werden, insbesondere Eisbrunnen oder Salzpeelings
  • untersagt ist die Benutzung von Trinkbrunnen. Die Benutzung von Wasserspendern ist nur bei Verwendung von Trinkgefäßen zulässig, die nicht von mehreren Personen benutzt werden