Überbrückungshilfe II

Stand: 20.01.2021

Das Corona-Hilfsprogramm des Bundes wurde für alle Branchen aufgelegt. Unternehmer/innen, die einen Umsatzrückgang aufgrund der Coronakrise nachweisen, können von der Überbrückungshilfe profitieren.

Für die Monate September bis Dezember 2020 hat die Bundesregierung eine zweite Phase der Überbrückungshilfe beschlossen (Überbrückungshilfe II). Diese kann bis 31. März 2021 rückwirkend beantragt werden.

Der DEHOGA Baden-Württemberg kritisiert massiv eine nachträgliche Änderung an der Überbrückungshilfe II. Weitere Informationen bietet diese DEHOGA-Nachricht.

Die Voraussetzungen und verschiedenen Stufen der Antragstelltung der Überbrückungshilfe II (September bis Dezember) finden Sie im folgenden Überblick:

Stufe 1: Voraussetzungen für die Überbrückungshilfe IIStufe 1: Voraussetzungen für die Überbrückungshilfe II
  • Branchenunabhängig
  • Zwei der folgenden drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein: 1) max. 250 Beschäftigte 2) max. 50 Mio. Euro Umsatz 3) max. 43 Mio. Euro Bilanzsumme
  • Das Unternehmen darf sich zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten nach EU-Definition befunden haben. Davon ausgenommen sind kleine und Kleinstunternehmen (bis 50 Mitarbeiter und 10 Mio. Euro Jahresumsatz).
  • Betrieb muss vor dem 01.11.2019 begründet worden sein.
  • Umsatzeinbruch von mind. 50% in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten, oder
  • Umsatzeinbruch von mind. 30% im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
  • Unternehmen, die nach Juni 2019 gegründet wurden, müssen mit November und Dezember 2019 vergleichen.
  • Rückzahlung, wenn das Unternehmen nicht bis Dezember 2020 fortgeführt wird.
Stufe 2: Bescheinigung einholenStufe 2: Bescheinigung einholen

Die Überbrückungshilfe muss zwingend von einer gemäß §3 Nr. 1 StBerG befugten Person beantragt und nachträglich bestätigt werden. Dies sind: Steuerberater/in, Steuerbevollmächtigte/r, Rechtsanwalt/Rechtsanwältin, Wirtschaftsprüfer/in oder vereidigte/r Buchprüfer/in.

Die DEHOGA Beratung stellt keine Alternative zu diesen befugten Personen dar. Sie kann branchenspezifische Fragen beantworten, jedoch keinen Antrag plausibilisieren oder bescheinigen. 

Stufe 3: Förderzeitraum Überbrückungshilfe IIStufe 3: Förderzeitraum Überbrückungshilfe II
  • Förderzeitraum: September und Dezember 2020
  • Förderung erfolgt nur für die Monate, in denen der Umsatzeinbruch mindestens bei 30% liegt
    • Wenn z.B. im September der Umsatzeinbruch bei 50% liegt, bekommt man eine Hilfe für diesen Monat; wenn er im Oktober dann bei nur noch 25% liegt, bekommt man für diesen Monat nichts.
  • Nachträgliche Änderung zum 5.12.2020: Förderung erfolgt nur für die Monate in denen ein Verlust erlitten wurde. Zum Verlustnachweis können Verluste seit März 2020 herangezogen werden.  
  • Darf sich mit der Stabilisierungshilfe des Landes zeitmäßig überschneiden. Diese wird anteilig der sich überschneidenden Monate auf die Überbrückungshilfe II angerechnet.
  • Darf sich mit der Soforthilfe des Landes überschneiden. Jedoch erfolgt bei zeitgleicher Überschneidung des Zeitraums eine anteilige Anrechnung der Soforthilfe. Da die Soforthilfe bis Ende Mai beantragt werden musste, ist eine Überschneidung mit der Überbrückungshilfe II sehr unwahrscheinlich.
Stufe 4: AntragstellungStufe 4: Antragstellung
Stufe 5: Überprüfung und NachkontrolleStufe 5: Überprüfung und Nachkontrolle

Bei der Überbrückungshilfe erfolgt zwingend eine Nachkontrolle der befugten Person (Steuerberater/Wirtschaftsprüfer etc.). Sind dabei die tatsächlichen Umsatzrückgänge nicht so hoch wie angenommen, ist zu viel ausbezahlte Überbrückungshilfe an die L-Bank zurückzuzahlen.

Weiterführende Links und Begriffs-Definitionen:

Bundesregelung Kleinbeihilfen 2020

Kumulationserklärung KfW

Gastgewerbe nach NACE Rev. 2

KMU laut EU

Partner- und verbundene Unternehmen (Anhang, Artikel 3, Absatz 2 und 3)

Unternehmen in Schwierigkeiten (Artikel 2, Absatz 18)

Fragen und Antworten

Auf der Internetseite des Bundes werden die häufigsten Fragen beantwortet:
FAQs zur Überbrückungshilfe

 

Zum Überblick über die Corona-Hilfen der Bundesregierung

DEHOGA berät keine Steuerberater

Aus gegebenem Anlass weisen wir darauf hin, dass der DEHOGA Baden-Württemberg nicht als Beratungsstelle für Steuerberater zum Programm "Überbrückungshilfe" zur Verfügung stehen kann.
Wir verweisen daher auf die FAQs des Bundes.

Bei Fragen wenden sich Steuerberater bitte an die Service-Hotline des Bundes: +49 30-52685087 oder verwenden das dortige Kontaktformular.