Überbrückungshilfe III inklusive Eigenkapitalzuschuss

Stand: 07.04.2021

Im Jahr 2021 gibt es für von der Corona-Pandemie betroffenen Betriebe definitiv keine weitere „außerordentliche Wirtschaftshilfe“ wie die November- und Dezemberhilfe. Stattdessen gibt es die Überbrückungshilfe III, die zuletzt am 1. April 2021 rückwirkend für alle Monate in einzelnen Punkten verbessert und um einen Eigenkapitalzuschuss aufgestockt wurde.

Erste Informationen zu den Verbesserungen finden Sie in dieser DEHOGA-Nachricht.

Eine Antragstellung (inkl. Eigenkapitalzuschuss) ist bis 31.08.2021 möglich und erfolgt wie bereits bei den vorherigen Überbrückungshilfen über befugte Dritte (Steuerberater, Rechtsanwalt etc.).

Eine gleichzeitige Inanspruchnahme der Stabilisierungshilfe II und Überbrückungshilfe III ist ausgeschlossen. Unternehmen und ihre Steuerberater müssen deshalb entscheiden, welche Hilfe in welchem Monat besser geeignet ist.

Der DEHOGA Baden-Württemberg hat dazu beide Hilfen in einem Merkblatt miteinander verglichen und auch eine mit dem Land BW abgestimmte Entscheidungsvorlage (Excel) erstellt, die hier zur Verfügung gestellt werden.

 

Die Voraussetzungen und verschiedenen Stufen der Antragstelltung der Überbrückungshilfe III (November 2020 bis Juni 2021) finden Sie im folgenden Überblick:

Stufe 1: Voraussetzungen für die Überbrückungshilfe IIIStufe 1: Voraussetzungen für die Überbrückungshilfe III
  • Branchenunabhängig
  • Die Größenbegrenzung von 750 Mio. Euro Jahresumsatz wurde für gastgewerbliche Betriebe gekippt.
  • Das Unternehmen darf sich zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten nach EU-Definition befunden haben. Davon ausgenommen sind kleine und Kleinstunternehmen (bis 50 Mitarbeiter und 10 Mio. Euro Jahresumsatz).
  • Betrieb muss vor dem 01.11.2020 begründet worden sein (Betriebsübernahme oder Umfirmierung zählt nicht als Neugründung).
  • Antragsberechtigt sind Unternehmen, die in einem Monat des Förderzeitraums von November 2020 bis Juni 2021 einen Umsatzeinbruch von mindestens 30% im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 erlitten haben. Wurde bereits November- und/oder Dezemberhilfe beantragt, so kann für diese Monate (Nov. und Dez.) keine Überbrückungshilfe III beantragt werden.
  • Kleine und Kleinstbetriebe (maximal 50 Mitarbeiter 10 Mio. Jahresumsatz) können beim Referenzzeitraum wahlweise auf den durchschnittlichen Monatsumsatz 2019 abstellen.
  • Unternehmen, die nach dem 01.01.2019 gegründet wurden, haben alternative Referenzmonate, um ihre Umsatzrückgänge nachzuweisen.
  • Rückzahlung, wenn das Unternehmen nicht bis Juni 2021 fortgeführt wird.
Stufe 2: Bescheinigung einholenStufe 2: Bescheinigung einholen

Die Überbrückungshilfe III muss zwingend von einer gemäß §3 Nr. 1 StBerG befugten Person beantragt und nachträglich bestätigt werden. Dies sind: Steuerberater/in, Steuerbevollmächtigte/r, Rechtsanwalt/Rechtsanwältin, Wirtschaftsprüfer/in oder vereidigte/r Buchprüfer/in.

Die DEHOGA Beratung stellt keine Alternative zu diesen befugten Personen dar. Sie kann branchenspezifische Fragen beantworten, jedoch keinen Antrag plausibilisieren oder bescheinigen.

Stufe 3: Förderzeitraum Überbrückungshilfe IIIStufe 3: Förderzeitraum Überbrückungshilfe III
  • Förderzeitraum: Januar bis Juni 2021 (für Betriebe, die keinen Anspruch auf November- und Dezemberhilfe hatten, ist die Überbrückungshilfe III auch rückwirkend für November und Dezember 2020 möglich)
  • Förderung erfolgt nur für die Monate, in denen der Umsatzeinbruch mindestens bei 30% liegt.
  • Wahlrecht-Beihilferahmen:
    - Wird die Überbrückungshilfe III als "Kleinbeihilfe" gewährt, so ist dafür kein Verlust nachzuweisen.
    - Wird die Überbrückungshilfe III als "Fixkostenhilfe" gewährt, so ist sie für die entsprechenden Monate auf die Höhe des Verlustes begrenzt.
  • Für die Monate, für die Überbrückungshilfe III beantragt wird, kann keine Stabilisierungshilfe II beantragt werden. Eine Änderung des Förderzeitraums soll zwar durch einen geplanten Änderungsantrag ermöglicht werden, es ist jedoch empfehlenswert, bereits beim Antrag die richtigen Monate zu wählen.
Stufe 4: AntragsstellungStufe 4: Antragsstellung

Eine Antragsstellung ist vom 10. Februar bis 31. August 2021 möglich. Erste Abschlagszahlungen in Höhe von 50% der beantragten Förderung (max. 100.000 Euro pro Monat) können laut BMWi bereits im Februar 2021 erfolgen.

Stufe 5: Überprüfung und NachkontrolleStufe 5: Überprüfung und Nachkontrolle

Bei der Überbrückungshilfe erfolgt zwingend eine Nachkontrolle der befugten Person (Steuerberater/Wirtschaftsprüfer etc.).

Sind dabei die tatsächlichen Umsatzrückgänge/ förderfähige Fixkosten nicht so hoch wie angenommen, ist zu viel ausbezahlte Überbrückungshilfe an die L-Bank zurückzuzahlen. Sind dabei die tatsächlichen Umsatzrückgänge/ förderfähige Fixkosten höher als angenommen, so erfolgt auf Antrag eine entsprechende Nachzahlung.

Weitere Änderungen während des Förderzeitraums sind zwar aktuell noch nicht möglich, sollen aber in Form von Änderungsanträgen ermöglicht werden.

DEHOGA berät keine Steuerberater

Aus gegebenem Anlass weisen wir darauf hin, dass der DEHOGA Baden-Württemberg nicht als Beratungsstelle für Steuerberater zum Programm "Überbrückungshilfe" zur Verfügung stehen kann.
Wir verweisen daher auf die FAQs des Bundes.

Bei Fragen wenden sich Steuerberater bitte an die Service-Hotline des Bundes: +49 30 – 530 199 322 oder verwenden das dortige Kontaktformular.