Themenbereich Coronahilfen

Als von der Corona-Krise hauptbetroffene Branche bekommt das Gastgewerbe in Baden-Württemberg – deutschlandweit einzigartig – eine Stabilisierungshilfe des Landes, die den Betrieben das bringt, was in der Krise am nötigsten ist: Liquidität. Für diese Finanzhilfen hat sich der DEHOGA massiv eingesetzt und unterstützt seine Mitglieder bei der Antragstellung.

Neben der Stabilisierungshilfe des Landes gibt es auch die Überbrückungshilfe des Bundes. Um zu prüfen, für welche Coronahilfe ein Betrieb antragsberechtigt ist, müssen die formalen und wirtschaftlichen Voraussetzungen geprüft und dann diese weiteren Stufen durchlaufen werden:

Stufe 1: Voraussetzungen für die CoronahilfenStufe 1: Voraussetzungen für die Coronahilfen

Stabilisierungshilfe (Land BW):

  • Unternehmen, soziale Einrichtungen und Soloselbständige im Haupterwerb des Hotel- und Gaststättengewerbes. Bei Mischbetrieben müssen mind. 50% der Umsätze gastgewerblich sein. Ausgenommen: Unternehmen die zu mind. 25% im Eigentum öffentlicher Stellen sind
  • Keine Größenbegrenzung der Betriebe
  • Hauptsitz in Baden-Württemberg
  • Anmeldung bei einem deutschen Finanzamt
  • Das Unternehmen darf sich zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten nach EU-Definition befunden haben. Davon ausgenommen sind kleine und Kleinstunternehmen (bis 50 Mitarbeiter und 10 Mio. Euro Jahresumsatz).
  • Wirtschaftlich: Das Unternehmen kann einen Liquiditätsengpass für den Zeitraum der Beantragung nachweisen


Wenn Sie jeden Punkt mit ja beantworten können, können Sie die Stabilisierungshilfe beantragen.

 

Überbrückungshilfe (Bund):

 

  • Branchenunabhängig
  • Zwei der folgenden drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein: 1) max. 250 Beschäftigte 2) max. 50 Mio. Euro Umsatz 3) max. 43 Mio. Euro Bilanzsumme
  • Das Unternehmen darf sich zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten nach EU-Definition befunden haben. Davon ausgenommen sind kleine und Kleinstunternehmen (bis 50 Mitarbeiter und 10 Mio. Euro Jahresumsatz).
  • Betrieb muss vor dem 01.11.2019 begründet worden sein.
  • Umsatz muss im April und Mai 2020 zusammen mind. um 60% gegenüber den Vorjahresmonaten eingebrochen sein.
  • Unternehmen, die nach April 2019 begründet worden müssen mit November und Dezember 2019 vergleichen.
  • Rückzahlung, wenn das Unternehmen nicht bis August 2020 fortgeführt wird.


Wenn Sie jeden Punkt mit ja beantworten können, können Sie die Überbrückungshilfe beantragen.

Stufe 2: Steuerberater einbindenStufe 2: Steuerberater einbinden

Für die Antragsstellung beider Programme benötigen Sie zwingend einen Steuerberater. Sollten Sie keinen Steuerberater haben, empfehlen wir für diesen Zweck einen zu suchen. Mögliche entstehende Kosten sind bei der Berechnung der Hilfe in beiden Programmen anzusetzen. Die Steuerberaterkammern im Land unterstützen in Härtefällen bei der Suche eines Steuerberaters. Alternativ kann auch das Online Verzeichnis der Bundessteuerberater-Kammer für die Suche genutzt werden. Die DEHOGA stellt keine Alternative zu einem Steuerberater dar. Sie kann branchenspezifische Fragen beantworten, jedoch keinen Antrag plausibilisieren.

Stufe 3: Zeitraum der Förderung festlegenStufe 3: Zeitraum der Förderung festlegen

Wenn nur die Voraussetzungen für eine der beiden Hilfen erfüllt sind, sollte diese beantragt werden. Wenn die Voraussetzungen für beide Hilfen erfüllt sind, sollte zunächst die für den Betrieb vorteilhaftere Hilfe beantragt werden. Eine Entscheidungshilfe bietet Stufe 4.

 

Stabilisierungshilfe (Land BW):

  • Wahlweise 1,2 oder 3 zusammenhängende Monate zwischen Mai und November.
  • Förderung erfolgt in Höhe des kumulierten Liquiditätsengpasses der zusammenhängenden betrachteten Monate.
  • Darf sich mit der Überbrückungshilfe überschneiden. Die Überbrückungshilfe wird nicht mit angerechnet.
  • Darf sich nicht mit der Soforthilfe des Landes überschneiden.

 

Überbrückungshilfe (Bund):

  • Zeitraum: maximal drei Monate zwischen Juni-August
  • Förderung erfolgt nur für die Monate, in denen der Umsatzeinbruch mindestens bei 40% liegt
  • Wenn z.B. im Juni der Umsatzeinbruch bei 50% liegt, bekommt man eine Hilfe für diesen Monat, wenn er im Juli dann bei nur noch 30% liegt, bekommt man für diesen Monat nichts.
  • Darf sich mit der Stabilisierungshilfe des Landes zeitmäßig überschneiden. Ob eine Anrechnung erfolgt ist noch nicht final geklärt.
  • Darf sich mit der Soforthilfe des Landes überschneiden. Jedoch erfolgt bei zeitgleicher Überschneidung des Zeitraums eine anteilige Anrechnung der Soforthilfe. Der Zeitraum der Soforthilfe wird dabei für den vollen Monat, in dem sie beantragt wurde, gerechnet plus zwei (oder vier) weitere Monate.


Wurde keine Soforthilfe 1 beantragt, kann die Stabilisierungshilfe rein theoretisch auch schon für den Monat Mai beantragt werden und die Überbrückungshilfe dann im Anschluss.

Stufe 4: Welche Coronahilfe ist für mich besser?Stufe 4: Welche Coronahilfe ist für mich besser?

Eine Gegenüberstellung beider Hilfen finden Sie im Merkblatt Kompaktvergleich Coronahilfen (PDF)


Um zu entscheiden, welche der beiden Hilfen für einen Betrieb besser geeignet ist und somit primär beantragt werden sollte, bietet der DEHOGA Baden-Württemberg eine Entscheidungsvorlage. Für die Berechnung verwenden Sie unser Vergleichsrechnung Coronahilfen (Excel-Tabelle)

Stufe 5: Antragsstellung Stabilisierungshilfe (Land)Stufe 5: Antragsstellung Stabilisierungshilfe (Land)
Stufe 6: Antragstellung Überbrückungshilfe (Bund)Stufe 6: Antragstellung Überbrückungshilfe (Bund)
Stufe 7: Überprüfung und NachkontrolleStufe 7: Überprüfung und Nachkontrolle

Sollte eine Corona Hilfe erfolgreich beantragt und ausbezahlt worden sein und im Nachhinein die tatsächlichen Umsätze oder Kosten von den prognostizierten abweichen, so müssen in beiden Programmen zwingend im Nachhinein die Hilfen angepasst werden. Sollte zu viel ausbezahlt worden sein, so muss der überschüssige Betrag zurücküberwiesen werden.

Weiterführende Links und Begriffs-Definitionen:

Bundesregelung Kleinbeihilfen 2020

Kumulationserklärung KfW

Gastgewerbe nach NACE Rev. 2

KMU laut EU

Partner- und verbundene Unternehmen (Anhang, Artikel 3, Absatz 2 und 3)

Unternehmen in Schwierigkeiten (Artikel 2, Absatz 18)

Dank an alle Beteiligten

Der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Baden-Württemberg dankt im Namen der Betriebe des Gastgewerbes im Land allen Personen und Institutionen, die sich in der Corona-Krise für wirksame Hilfsprogramme und deren Umsetzung zur Unterstützung des Hotel- und Gaststättengewerbes einsetzen. Der Landesregierung von Baden-Württemberg danken wir besonders für die Entscheidung, mit der „Stabilisierungshilfe Corona für das Hotel und Gaststättengewerbe“ ein eigenes Hilfsprogramm für die extrem hart betroffene Branche im Land aufgelegt zu haben. Unser Dank geht insbesondere an die Ministerien der Justiz und für Europa (mit Zuständigkeit für Tourismus) für die Initiative sowie an das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau für die Umsetzung. Unser Dank geht auch an die Industrie- und Handelskammern, an die L-Bank,  sowie an die Steuerberater-Kammern im Land, ohne deren Mitwirkung die Umsetzung dieses wichtigen Hilfsprogramms nicht möglich wäre.

Für das im Rahmen des bundesweiten Konjunkturpakets aufgelegte branchenübergreifende Hilfsprogramm „Überbrückungshilfe“ danken wir der Bundesregierung und hier insbesondere dem Bundesministerium der Finanzen sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.


(Stand: 23.7.2020. Bitte beachten Sie, dass Änderungen bei beiden Programmen noch möglich sind. Die in diesem Themenbereich hinterlegten Informationen werden laufend aktualisiert.)

Stabilisierungshilfe kurz erklärt

Damit der Antrag für die Stabilisierungshilfe Gastgewerbe erfolgreich gestellt werden kann, hat der DEHOGA-Baden-Württemberg die wichtigsten Punkte nochmal auf einen Blick zusammengefasst.

Mehr erfahren

Kontakt DEHOGA Beratung

Fragen zu den Coronahilfen beantwortet die DEHOGA Beratung Mitgliedern und deren Steuerberatern kostenlos unter Telefon: 0711-619 88 -37

Online-Kurs: Mitschnitt und Präsentation


Aufgrund neuer Infos und veränderter Rechtslage sind die Informationen aus dem Coronahilfen-Onlinekurs vom 7. Juli nicht mehr vollständig. Wir stellen Ihnen einen neuen Mitschnitt des Webkurses vom 9.7. zur Verfügung.

Die aktuelle PPT-Präsentation aus dem Kurs steht DEHOGA-Mitgliedern bereits zum Download zur Verfügung.

Zum Mitschnitt und zur Präsentation

Fragen und Antworten

Auf den Seiten der Wirtschaftsministerien werden die häufigsten Fragen zu den Corona-Hilfspaketen beantwortet (auf den Seiten unten):

FAQs zur Stabilisierungshilfe (Land)

FAQs zur Überbrückungshilfe (Bund)