Tim Rühle

Motto: Bekochen, beraten und beglücken!

April 2021

Die Location für das "Fit und Fröhlich" ist gefunden, im kommenden Monat soll der Mietvertrag unterzeichnet werden. Nun muss Tim Rühle zusehen, dass er seinen Gründerkredit endlich bekommt. Dazu hat er sich noch einmal mit dem Gründerberater des DEHOGA getroffen und mit ihm die Baustelle besichtigt, an dem sein Konzept im Spätsommer eröffnen soll. Gemeinsam haben sie alle wichtigen Fragen besprochen. Nun muss ein neuer Business- und Finanzplan geschrieben werden, um die Bank erneut zu überzeugen.

„Herr Schmittem ist wirklich ein sehr guter Berater, ich bin froh, dass ich auf seine Einschätzung und langjährige Erfahrung mit Gastro-Gründungen zugreifen kann.“

Derweil entwickelt sich auch Rühles "Nebenprojekt" – die Markthalle Herrenberg – sehr gut. Im März konnte der Unternehmer sich erstmals über einen fünfstelligen Umsatz freuen. Jede Woche kommen mehr Kund:innen, aber auch immer mehr Produzent:innen regionaler Produkte nehmen Kontakt zu ihm auf.

„Ich verbringe im Moment viel Zeit mit individuellen Verhandlungen und muss jetzt Modelle erarbeiten, wie sich das Geschäft für mich und für die Hersteller lohnt. Das kann eine Art Standgebühr oder auch eine Beteiligung an den Mietkosten sein.“

Spätestens ab August will er sich dann in Vollzeit dem Aufbau des "Fit und Fröhlich" widmen. Bis dahin muss die Markthalle so laufen, dass ein Angestellter das Tagesgeschäft dort übernehmen kann.

März 2021

Eigentlich hat Tim Rühle dienstags und mittwochs frei. Aber natürlich kann er nicht wirklich abschalten, denn es geht bei allem, was er gerade tut oder nicht tut, um seine unternehmerische Zukunft. Diese Woche wird er deshalb mit seinem Vermieter über die Markthalle verhandeln.

"Ich habe mich bewusst für die Selbständigkeit entscheiden und mir war klar, dass ich bei der Umsetzung meines Projektes auch Abstriche an meine Freizeit machen muss. Das ist in Ordnung. Der Drang, etwas zu bewegen und etwas Neues zu schaffen, motiviert mich einfach."

Momentan darf er die Räume am Herrenberger Marktplatz noch mietfrei nutzen, aber er weiß, dass diese Vereinbarung bald endet. Nun geht es darum, gemeinsam eine Lösung zu finden, mit der sowohl er als auch der Eigentümer der Immobilie langfristig zufrieden sind. Denn auch wenn er inzwischen eine Location für sein „Fit und Fröhlich“ gefunden hat, wird er dort nicht vor dem Sommer einziehen können.

Im Hinblick auf sein Hauptprojekt beschäftigt ihn gerade das Thema Gründerkredit. Er erhält kein Geld ohne Mietvertrag, und die Bank verlangt für die neue Location noch einmal eine Änderung des Businessplans und eine neue Bewertung des Projektes seitens des DEHOGA. Dazu will Tim Rühle sich noch einmal an die DEHOGA Beratung wenden, die ihn schon zuvor in Sachen Locationsuche und Bankgespräch sehr gut unterstützt hat.

"Es ist natürlich bitter, dass ich den Businessplan noch einmal eingehend überarbeiten muss, obwohl sich am Konzept im Wesentlichen nichts ändert. Ja, der neue Standort ist nicht so zentral wie der vorherige es gewesen wäre, aber dafür ist er mit dem Auto gut erreichbar, liegt ruhig an einem Park, und meine Zielgruppe geht dort aufgrund der benachbarten Firmen ein und aus. Ich bin sicher, mein Konzept wird dort gut funktionieren."

Die Bank-Hürde muss Rühle also noch einmal nehmen, aber dann kann er endlich konkret planen. Mit einer Eröffnung im Spätsommer verbindet er zudem die Hoffnung, dass das Thema Corona bis dahin durch sein wird und er sein „Fit und Fröhlich“ von Anfang an ohne Einschränkungen betreiben kann.

Februar 2021

Ein Standort für sein „Fit und Fröhlich“ ist derzeit noch immer nicht gefunden, aber Tim Rühle ist niemand, der lange still steht. Deshalb hat er Anfang Februar kurzerhand die „Markthalle Herrenberg“ eröffnet, wo er ausschließlich Lebensmittel aus der nächsten Umgebung anbietet. Sein Konzept nennt er #brutalregional. Die Entfernung jedes Herstellers zu seinem Shop gibt er zu jedem Produkt an – die weiteste Entfernung sind derzeit 9,1 km.

„Mir hat der direkte Zugang zu den Menschen gefehlt. Den habe ich jetzt in der Markthalle, bis ich endlich mein Herzensprojekt umsetzen kann.“

Da er sein Gewerbe als Mischform aus Gastronomie und LEH angemeldet hatte, konnte er direkt durchstarten. Die Produkte stammen von Herstellern rund um Herrenberg, die er bereits kannte oder aber schnell von der Idee überzeugen konnte. Es gibt frische Produkte wie Bio-Eier und Kartoffeln, aber auch verschiedene Säfte, Seccos, Mehle, Öle, Fleisch oder Honig. Weitere Lebensmittel sollen noch aufgenommen werden. Ergänzt wird das regionale Angebot durch eine Abo-Kiste, die er über seinen bereits bestehenden Web-Shop verkauft.

Tim Rühle in Erwartung der ersten Kunden an diesem Tag. Bild: Zeiger


Besonders erfreulich: das Ladengeschäft bekommt er derzeit mietfrei – hier hatte er schon im vergangenen Sommer sein Pop-Up-Restaurant betrieben. Die Planung seines Herzensprojektes, dem „Fit & Fröhlich“ - der Akademie für besseres Essen, ganzheitliche Gesundheit und interdisziplinäres Coaching, ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Wenn eine Location gefunden ist und er dort durchstarten kann, will er trotzdem die Markthalle weiter betreiben. Schließlich passt sie hervorragend in sein Portfolio.

Januar 2021

Sich über bürokratische Hürden zu wundern und diese im Zweifel dennoch zu nehmen, ist derzeit eine der Hauptbeschäftigungen des jungen Gründers Tim Rühle. Er sucht seit längerem eine Immobilie, in der er sein Konzept, das aus einem Restaurant plus Shop und Ernährungsberatung besteht, ansiedeln kann. In seinem Heimatort Herrenberg gibt es viel Leerstand; an mangelnden Optionen liegt es also nicht. Es liegt vielmehr an den vielen behördlichen Auflagen und an sich endlos hinziehenden Entscheidungsprozessen.

"Warum soll ich tausende Euro für eine Parkplatz-Ablöse zahlen, wenn ich meinen Laden am Marktplatz ansiedle? Dann wäre ein Drittel meines Startkapitals weg."

Bis er einen Standort gefunden hat, betreibt Rühle sein Konzept weiterhin mobil. Er lässt sich für Caterings und Events buchen, liefert an Stammkunden, die er nicht zuletzt durch sein Pop-Up-Store im Sommer 2020 gewonnen hat. An Ideen mangelt es ihm nicht – er konzipiert zum Beispiel ganze Menüs in der Brottüte und liefert alles klimaneutral aus: mit dem E-Bike.

Frisch gemacht und plastikfrei in der Brottüte verpackt - so arbeitet Tim Rühle

Gründersteckbrief

Name: Tim Rühle
Alter: 30 Jahre
Gründung: Fit & Fröhlich - Akademie für besseres Essen, ganzheitliche Gesundheit und interdisziplinäres Coaching, Herrenberg
Ausbildung: Politologe, Fitnesstrainer (2. Bildungsweg)
Social Media: @fitfroehlich / @fitfroehlich
Webseite: www.fitfroehlich.de