Kai Heinrich

Motto: Always look on the bright side of life!

April 2021

Der kalte April hat für erneuten Schneefall in Althütte gesorgt – an eine Öffnung des Außenbereichs ist daher nicht zu denken. Abgesehen davon, dass die Öffnung aufgrund der Corona-Lage ohnehin nicht erlaubt ist. Kai Heinrich findet die Lage nach wie vor schwierig.

„Man ist wie in einem Loch. Erst gab es die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung zu Ostern, jetzt haben wir noch nicht mal eine Perspektive für Pfingsten.“

Auch im Hinblick auf den nahenden Muttertag, an dem das Lamm immer sehr gute Umsätze machen konnte, ist Heinrich etwas verhalten.

„Der Muttertag 2020 mit Take-Away Menüs war unser umsatzstärkster Tag. Wir werden uns auch dieses Jahr wieder etwas einfallen lassen – je nach Wetter – und hoffen auf gute Geschäfte.“

Das tägliche Abholgeschäft läuft weiterhin gemischt: Es gibt gute und schlechte Tage. Ostern konnten die Heinrichs sich über viele Bestellungen freuen. Im März hat das Restaurant zudem ein neues Produkt eingeführt, das für Tagesausflügler interessant ist: den Snack der Woche. Dabei handelt es sich um wechselnde Burger, die gut „auf die Hand“ mitgenommen werden können.

März 2021

Was braucht ein Gründer? Geld! In Vorbereitung auf sein Gespräch mit der Hausbank und die Beantragung eines Kredits hatte Kai Heinrich sich schon im Dezember Unterstützung von der DEHOGA Beratung geholt. Nun gab es ein erneutes Gespräch mit der Hausbank, und es sieht so aus, als würde der Kredit bewilligt. Um als Gründer an Geld zu kommen, musste er der Bank einen Businessplan und eine detaillierte Finanzplanung vorlegen. Das war für den jungen Unternehmer eine große Herausforderung, bei der ein erfahrener Gründungsberater ihn gut unterstützen konnte.

Mit dem Geld wird Kai Heinrich nun seine Eltern auszahlen, aber er plant auch einige Investitionen in den Betrieb. Zum Beispiel muss die Fassade des 1818 erbauten, denkmalgeschützten Fachwerkhauses renoviert werden. Der Notartermin für die offizielle Übernahme des Betriebs ist jedoch nach wie vor verschoben, bis ein Ende der Krise in sich ist.

"Wir sind froh, dass der Kredit kommt, aber jetzt den Betrieb offiziell zu übernehmen kommt nicht in Frage. Wir wollen nicht riskieren, dass wir eventuelle Hilfszahlungen in den nächsten Monaten nicht bekommen, weil wir als Gründer gesehen werden und uns die Berechnungsgrundlage für Gelder fehlt."

Derweil plant Heinrich sein Ostermenü to go, es soll ganz klassisch Lamm und Kaninchen geben. Mit Blick auf den 22. März und eine mögliche Öffnungsperspektive für seinen Außenbereich hat Heinrich gemischte Gefühle. Das Wetter ist noch zu unkalkulierbar, lohnen wird sich das Geschäft allein im Außenbereich wahrscheinlich nicht.

"Wir werden unseren Außenbereich aber dennoch öffnen, wenn wir dürfen, auch wenn es sich finanziell nicht lohnt. Wir glauben, dass unsere Gäste das erwarten. Ihnen zu erklären, warum wir nicht öffnen, auch wenn wir dürften, ist nicht machbar."

 


Am kommenden Wochenende wird die Familie Heinrich mit dem Aufbau des Biergartens mit 50 Plätzen beginnen. Dann bleibt nur noch auf gutes Osterwetter zu hoffen.

Februar 2021

Die aufregendste Neuigkeit im idyllisch gelegenen Althütte ist derzeit der starke Schneefall. Und da es noch immer keine Perspektive für die Wiedereröffnung seines Restaurants gibt, nutzt Kai Heinrich die Wetterlage und fährt vor der Haustür Ski, nachdem er seine Arbeit für das Take-Away-Geschäft erledigt hat. Gemeinsam mit seiner Partnerin Katrin Pfefferli geht er gerade täglich auf die Piste. Das macht Spaß und weckt Erinnerungen an vergangene Zeiten, als das Paar gemeinsam in Hotels im schweizerischen Lenzerheide gearbeitet hat, wo die alpine Skipiste direkt vor der Tür lag.

Reichlich vorhanden in Althütte sind Schnee und Sonne. Fotos: Zeiger

Seit Mai 2019 ist die aus der Schweiz stammende Freundin von Kai nun im Familienbetrieb integriert und wird bei der Übernahme auch mit von der Partie sein. Vor dem Lockdown hat sie schon im Service mitgearbeitet und Gelegenheit gehabt, die heimischen Gäste kennen zu lernen. Wenn es wieder richtig losgeht, will die gelernte Konditorin aber am liebsten das Dessert- und Kuchenangebot ausbauen. Was sie im vergangenen Sommer serviert hat, hat jedenfalls  schon viel Lob bei den Gästen geerntet.

Januar 2021

Eigentlich wollte Kai Heinrich den elterlichen Betrieb zum 1. Januar 2021 übernehmen, aber aufgrund des aktuellen Lockdowns verschiebt sich seine Zeitplanung ein wenig nach hinten. Zweifel an der Gründung und der Fortführung des Gasthaus Lamm in vierter Generation sind Kai Heinrich trotz allem nie gekommen.

"Es war schon immer mein Plan, den Betrieb zu übernehmen, daran ändert auch Corona nichts. Darauf habe ich mit meiner Ausbildung zum Koch und der Qualifizierung zum Küchenmeister schließlich jahrelang hingearbeitet."

Sein Vater Karl, ebenfalls Koch (links im Bild), erinnert sich, dass Kai sich mal im Kindergarten mit der Entschuldigung „krank“ gemeldet hat, dass er daheim Maultaschen machen müsse. Vater und Sohn sind also seit langem ein eingespieltes Team am Herd und werden es auch nach der Übernahme bleiben. Auch bei voller Auslastung des Betriebs mit 150 Plätzen kommen die beiden gut miteinander klar.


Aktuell bietet das ländlich gelegene Restaurant seine Gerichte zum Mitnehmen an und hofft auf eine baldige Wiedereröffnung. Dank vieler Stammgäste läuft das Take Away-Geschäft recht gut, aber es lässt sich kaum vorhersagen, wann die Gäste bestellen. Grundsätzlich war die Nachfrage - wie auch bei vielen anderen Betrieben - während des ersten Lockdowns größer.

Gründersteckbrief

Name: Kai Heinrich
Alter: 26 Jahre
Gründung: Übernahme des elterlichen Betriebs „Gasthaus Lamm“ in Althütte als Einzelunternehmer
Ausbildung: Koch & Küchenmeister
Social Media: @Lamm Waldenweiler
Webseite: www.lamm-waldenweiler.de