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Betriebsaufgabe oder Übergabe – irgendwann kommt der letzte Schritt für jeden. Eine einfache Übung, sollte man meinen. Von wegen: Wer diesen Schritt nicht gut vorbereitet und mit Bedacht macht, der fängt seinen Ruhestand vielleicht mit einer teuren Überraschung an.
„Das alles sauber abzuwickeln ist mehr Arbeit als einen Betrieb zu eröffnen“, meint Hans-Peter Kiedaisch. Er spricht aus noch frischer Erfahrung. Denn am 30. April 2007 hat der Pächter der Brauereigaststätte Dinkelacker in Stuttgart zum letzten Mal seinen Betrieb in der Tübinger Straße als Chef verlassen. 37 Jahre lang hat er zusammen mit seiner Frau Luise das auch bei Prominenten aus Politik und Wirtschaft beliebte Lokal erfolgreich geführt und dabei nie einen Juristen gebraucht. Bei der Betriebsübergabe aber hat er juristische Hilfe von der DEHOGA-Geschäftstelle Stuttgart in Anspruch genommen.
Gute Vorbereitung ist sehr wichtig
Seine Erfahrung im Nachhinein: „Das kann man allen nur raten. Es ist sehr wichtig, dass man das gut vorbereitet, um zu einem sauberen Ergebnis zu kommen.“ Knackpunkt bei seiner Übergabe: die Kiedaischs hatten zehn Mitarbeiter die bereits 20 oder mehr Jahre im Betrieb waren. Kündigungsfristen von bis zu neun Monaten waren deshalb zu beachten. Wer da nicht aufpasst, zahlt noch Lohn, lange nachdem er den Betrieb geschlossen hat, wenn die Mitarbeiter nicht von einem Nachfolger übernommen werden.
Die Mitarbeiter wurden erstmal über den bevorstehenden Schritt unterrichtet. Einige kooperative Gespräche mit der Brauereileitung später war für sie eine Lösung gefunden. Dinkelacker war sehr loyal und hätte die Mitarbeiter weiter beschäftigt, wäre nicht rechtzeitig ein Nachfolger gefunden worden. Der aber stand dann bereit und übernahm neben 120 Stammtischen auch die Mitarbeiter.
Hans-Peter Kiedaisch freut sich über den glücklichen Ausgang. „Seiner“ Brauereigaststätte und dem DEHOGA will er treu bleiben. Dem Lokal als Gast, dem Verband als „persönliches Mitglied“, wie die bisherige passive Mitgliedschaft künftig heißen soll. „Da sind in den vielen Jahren so viele persönliche Bindungen entstanden“, begründet Kiedaisch seinen Entschluss. (ek)
Quelle: DEHOGA Magazin 7/2007















