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Chancen durch demografischen Wandel
Die Veranstaltung brachte Unternehmer, Verbraucher und Experten zusammen, um gemeinsam über den Tourismus der Zukunft im demografischen Wandel zu diskutieren. „Das Besondere an dieser Veranstaltung ist, dass mit dem Landesseniorenrat die Verbraucherseite in einen intensiven und konstruktiven Dialog mit den Hotel- und Gastronomiebetrieben des DEHOGA tritt“, erklärte Wirtschaftsminister Pfister, der auch die wirtschaftliche Bedeutung der „Menschen im dritten Lebensalter“ hervorhob: „In wenigen Jahre werden die über 50-jährigen über 60 Prozent der gesamten Kaufkraft verfügen“. Ältere Reisende haben konkrete Erwartungen an einen angenehmen Aufenthalt, einen angemessenen Service und gewisse Hilfeleistungen.
Gemeinsam haben DEHOGA und der Landesseniorenrat die wichtigsten Erwartungen älterer Verbraucher zusammengefasst und daraus Standards für die seniorenfreundliche Qualität in Hotels und Gastbetrieben entwickelt. Bei der Veranstaltung im Böblinger „Meilenwerk“ verlieh Wirtschaftsminister Pfister nun erstmals Qualitätszertifikate an baden-württembergische Hotel- und Gaststättenbetriebe, die die Qualitätsstandards von Landesseniorenrat und DEHOGA bereits umgesetzt haben.
Zielgruppe hat hohe Ansprüche
„Unter Qualität verstehen wir, die hohen Ansprüche und besonderen Bedürfnisse unserer älteren Kunden zu erfüllen“, sagte der Präsident des DEHOGA Baden-Württemberg Peter Schmid. Da das Durchschnittsalter auch in anderen Ländern ansteigt, ist auch der internationale Reiseverkehr zunehmend von älteren Touristen geprägt. „Die Zielgruppe der Jungen Alten wird häufig noch falsch eingeschätzt. Ältere Verbraucher haben gerade mit Reisen viel Erfahrung und daher hohe Ansprüche“, so Schmid. Darauf hoben auch der Vorsitzende der Fachgruppe Tourismus und Hotellerie ab.
Wilhelm Schofer und der stellvertretende Vorsitzende des Landesseniorenrates, Dietrich Eckhardt, in einer von von Jo Frühwirth vom SWR moderierten Talkrunde hin. Seniorenfreundliche Qualität heißt heute nicht mehr, einen Seniorenteller anzubieten. Der wird bei der Zielgruppe heute eher kritisch gesehen, wie gleich mehrere Redner im Laufe des Tages hervorhoben. Dankbar wird dagegen registriert, wenn die Speisekarte leserlich ist oder notfalls eine Lesebrille zur Verfügung gestellt wird. Ein Vorteil des neuen Zertifikats sei es, dass ältere Menschen wüßten, was sie erwartet, wenn sie einen so ausgezeichneten Betrieb besuchten. Genau das – so Eckhardt – sei älteren Menschen wichtig.
Attraktive Angebote für Best Agers
Wirtschaftsminister Pfister betonte im Gespräch mit Frühwirth, dass die Stärken des Landes im Tourismus, sei es in den Bereichen Gesundheit, Aktiv & Natur, Kultur oder Genuss in attraktive Angebote für die immer wichtiger werdende Kundengruppe der Senioren mobilisiert und im Sinne einer ganzheitlichen Gesundheit und Lebensstilorientierung neu in Wert gesetzt werden müssten. Besonders freute es den Minister, dass DEHOGA und Landesseniorenrat mit der Veranstaltung Impulse aus dem neuen Tourismuskonzept des Landes aufnehmen und zur Umsetzung bringen. Das Tourismuskonzept Baden- Württemberg sieht in den so genannten Best Agers eine der vier Leitzielgruppen für den Tourismus im Land. „Ich würde mir wünschen, dass die Tourismus-Betriebe in Baden-Württemberg mit innovativen Angeboten für ältere Kunden Trendsetter werden“, so Pfister. Der Gerontologie-Experte Professor Dr. Andreas Kruse von der Universität Heidelberg hob zum Abschluss der Veranstaltung im Interview mit Jo Frühwirth die Potenziale des Alters hervor, die es zu erkennen gelte (wir berichten demnächst).
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