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DEHOGA-Kreischef Rolf Berlin: 7 % auch für die Gastronomie

- Landrat Helmut Riegger, Christian Scheidt vom Bad Hotel und DEHOGA- Kreischef Rolf Berlin (von links) begrüßten Minister Alexander Bonde beim Neujahrsempfang der DEHOGA-Kreisstelle Calw in Bad Teinach. Fotos: Fritsch
Im Residenzsaal des Bad Hotels in Bad Teinach war es am 10. Januar zunächst die Diskussion um die reduzierte Mehrwertsteuer für Hotels, die Berlin ansprach: Im Zuge dieser Diskussion sei man in den vergangenen eineinhalb Jahren „in einer unerträglichen Art und Weise über die Branche hergezogen“, kritisierte er.
Es sei davon die Rede gewesen, dass durch diese reduzierte Mehrwertsteuer die „reichen Hoteliers“ begünstigt worden seien. „Doch wer sind diese Hoteliers?“, hielt Berlin den Kritikern entgegen. „Das sind doch zu 96 Prozent familiär geführte Betriebe, die mit ihrer Familie, mit Haus und Hof haften.“
7 % auch für die Gastronomie
Bereits im ersten Jahr nach ihrer Einführung habe die reduzierte Hotel Mehrwertsteuer allein in Baden-Württemberg zu einer Verdopplung der Investitionen der Hoteliers von 120 Millionen auf 240 Millionen Euro und zur Schaffung von 1400 Arbeitsplätzen geführt, rechnete Berlin der Festgesellschaft vor. Damit habe die Branche ihr Wort gehalten. Nun sei es an der Politik, Wort zu halten, und faire Rahmenbedingungen für die Gastro-Branche zu schaffen. Zu diesen „fairen Rahmenbedingungen“ gehört für Berlin nicht nur der reduzierte Mehrwertsteuersatz für die Hotels: „Wir fordern sieben Prozent Mehrwertsteuer auch für die Gastronomie.“
Die geplanten Hygiene-Ampeln für die Gastronomie nannte Berlin „publikumswirksame Schnellschüsse“ und „Symbolpolitik auf unsere Kosten“, die zu großen Ungerechtigkeiten führe und bei der die Branche nicht mitmachen werde. Der DEHOGA befürworte regelmäßige Hygienekontrollen und werde dem Problem mit einer landesweiten Schulungsoffensive mit Hygiene-Unterrichtungen für Gastronomen begegnen. Schlicht „Wettbewerbsverzerrung“ ist für Rolf Berlin das „ungebremste Ausufern“ von Vereins-, Feuerwehr- und anderen Festen. Mehr als 80000 Genehmigungen für solche Feste im Land pro Jahr seien „Gift für die Gastronomie“, meinte Berlin, der die Kommunalpolitik aufforderte, bei solchen Genehmigungen „mit Maß und Ziel“ zu agieren.
Ehrengast Minister Alexander Bonde äußerte sich zurückhaltend beim Reizthema Nationalpark: Es werde da keinen Schnellschuss geben, sicherte Bonde zu, der allerdings darauf hinwies, dass ein Nationalpark durchaus positive Auswirkungen auf den Tourismus und die Infrastruktur im ländlichen Raum haben könne. Als große Zukunftsaufgabe bezeichnete Bonde die Lösung eines anderen Problems: die Frage des Fachkräftemangels besonders im ländlichen Raum.
Auszubildende aus dem Ausland?
Den klaren Worten von Rolf Berlin zur Mehrwertsteuer schloss sich auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel an, der den Fachkräftemangel mit Auszubildenden aus dem europäischen Ausland bekämpfen will. Das sichere auch die Berufsschul-Standorte in der Region. Neue Impulse für den heimischen Tourismus erhofft sich der Staatssekretär vom Ausbau des Messe-Tourismus. Kontakte zur Messe Stuttgart seien bereits geknüpft.
Hygieneoffensive


















