Zahl der Auszubildenden gesunken

Obwohl die Betriebe des Hotel- und Gaststättengewerbes im Land mehr offene Stellen gemeldet haben als im Vorjahr, ist die Zahl der Auszubildenden in der Branche 2010 deutlich zurückgegangen.Zum Jahresende 2010 lag sie mit 8904 um 7,3% niedriger als ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Rückgang um rund 700.

Der demografische Wandel ist in der Ausbildungsbranche Gastgewerbe endgültig angekommen. Zwar ist die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ungebrochen hoch – die Zahl der offenen Ausbildungsplätze, die der Arbeitsagentur von gastgewerblichen Betrieben gemeldet wurden, stieg gegenüber 2009 sogar um 5,4 Prozent auf insgesamt 5523 an. Doch weil deutlich weniger Bewerber da waren, konnten viele Stellen nicht besetzt werden. Besonders stark vom Rückgang betroffen ist der Ausbildungsberuf Restaurantfachmann/- frau (–15,4%); den geringsten Rückgang gab es im Beruf Hotelfachmann/-frau (–2,7%). Die Zahl der Ausbildungsverträge, die 2010 neu abgeschlossen wurden, sank um insgesamt 3,7%.

Die Zahl der Ausbildungsverträge im baden-württembergischen Gastgewerbe ist rückläufig. Grund für diese Entwicklung ist der demografische Wandel. Quelle: Eigene Erhebungen bei den IHK-Bezirken

„Die Entwicklung zeigt deutlich, dass die Zeit der hohen Zuwächse bei den Ausbildungszahlen auf absehbare Zeit vorbei ist“, sagt Eva Rühle, Vorsitzende der Fachgruppe Berufsbildung im DEHOGA Baden-Württemberg. Rühle betont allerdings: „Diese Entwicklung war vorhersehbar – sie trifft uns nicht unvorbereitet.“ Dass die Zahl der Auszubildenden in der Branche aktuell immer noch deutlich höher ist als zu Beginn der 90er Jahre, ist nach Rühles Worten auch ein Ergebnis der intensiven Anstrengungen des DEHOGA, die Berufe im Gastgewerbe aktiv zu bewerben.

„Mit unserer Kampagne ,BiG Ausbildung – Appetit auf Zukunft’, die seit 2003 läuft, haben wir frühzeitig auf die absehbaren Wirkungen des demografischen Wandels reagiert. Es ist uns gelungen, das Image der gastgewerblichen Berufe bei den Jugendlichen zu verbessern und die Karrierechancen, die unsere Branche jungen Menschen bieten kann, deutlich besser bekannt zu machen“, so Rühle.

Hohe Ausbildungsbereitsschaft: Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen in der Branche ist um 5,4% gestiegen.
Aber weniger neue Ausbildungsverträge: Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist gesunken.

Angesichts der aktuellen Entwicklung und des in vielen Betrieben bereits erheblich spürbaren Fachkräftemangels gelte es, beim Ausbildungs- marketing keinesfalls nachzulassen. Rühle: „Wir werden unsere Bemühungen, den Nachwuchs für die Branche zu sichern, fortsetzen und ausbauen.“ Klar sei aber auch, dass auch die einzelnen Unternehmen stärker gefordert sind, aktiv an ihrem Image als gute Ausbildungsbetriebe zu arbeiten, um im Wettbewerb um begabte Auszubildende bestehen zu können.

Rühles Rat an engagierte Ausbildungsbetriebe:

  • Qualifikations- und Informationsangebote des DEHOGA nutzen und aktiv an der Qualität in der Ausbildung arbeiten. Der DEHOGA bietet z. B. Seminare für Ausbilder und das Grundlagenwerk „Wegweiser für Ausbilder“ an, das DEHOGA-Mitglieder beim Verband kostenlos bestellen können.
  • Wettbewerbe wie die baden-württembergischen Jugendmeisterschaften fürs eigene Nachwuchsmarketing nutzen. Rühle: „Betriebe, die immer wieder durch Erfolge bei solchen Wettbewerben auffallen, haben definitiv weniger Probleme, gute Bewerbungen zu bekommen.

Auf politischer Ebene setzt sich der DEHOGA für die Stärkung der betrieblichen Ausbildung im dualen System und gegen eine Bevorzugung akademischer Ausbildungswege ein.

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