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Lebhafte Diskussion über die Hygiene-Ampel
Die Delegiertenversammlungen beider Regionalverbände fanden am Vormittag in getrennten Tagungen statt – anschließend diskutierten die Teilnehmer beider Verbände gemeinsam aktuelle Branchenfragen. Heiner Eiss, Präsident des DEHOGA-Regionalverbandes Nordwürttemberg-Nordbaden, schilderte zunächst die aktuelle wirtschaftliche Situation: Nach tiefem Absturz in der Krise befinde sich die Branchenkonjunktur wieder im Aufwärtstrend: „Die Lage in der Hotellerie normalisiert sich, und auch die Gastronomie profitiert von einer besseren wirtschaftlichen Lage.“ Zu Euphorie gebe es allerdings keinen Anlass: Eiss nannte hier zum einen erheblich Kostenprobleme, zum anderen aber auch Unsicherheiten in Bezug auf die politischen Rahmenbedingungen.
Kräfte sinnvoll bündeln
Daher sei gerade jetzt eine starke Lobbyarbeit des DEHOGA Baden-Württemberg unverzichtbar. „Ich bin der festen Überzeugung, dass die politische Interessenvertretung unserer Branche am erfolgreichsten ist, wenn wir die Kräfte sinnvoll bündeln und gegenüber der Politik mit einer Stimme sprechen“, so Eiss. Als größter Regionalverband verstehe sich der Verband Nordwürttemberg-Nordbaden daher als verlässliche Stütze des Landesverbandes. Der Vorsitzende verwies unter anderem auf die Unterstützung des Regionalverbandes beim Aufbau des DEHOGA-Vertriebs und bei zahlreichen Sonderaktionen zur Verstärkung der Lobbyarbeit.
Dass Nordwürttemberg-Nordbaden dieser Linie auch künftig treu bleibt, unterstrichen die Delegierten mit ihrem Beschluss, auch fürs kommende Jahr Geld für die Unterstützung von DEHOGA-Sonderaktionen (z. B. zum Thema „Hygiene-Ampel“) in den Haushalt einzuplanen.

- Fritz Engelhardt, Präsident des Regionalverbandes Südwürttemberg-Hohenzollern, während der Tagung in Leinfelden-Echterdingen
Fritz Engelhardt, Präsident des Regionalverbandes Südwürttemberg Hohenzollern, warf in seinem Statement unter anderem die Frage auf, ob Hotellerie und Gastronomie als Hauptleistungsträger der Tourismuswirtschaft in den Tourismusorganisationen ausreichenden Einfluss hätten. Die Diskussion im Anschluss zeigte, dass es für mittelständische Unternehmer schon aus Zeitgründen alles andere als einfach ist, in den zahlreichen Gremien eine angemessene Vertretung der Branche zu gewährleisten. Weitere Themen der Sitzung waren Probleme der Branche mit illegalen Software-Downloads (siehe auch Bericht auf Seite 13) sowie die aktuelle wirtschaftliche Situation.
Lebhaft diskutiert wurde danach auch bei der gemeinsamen Tagung der beiden Verbände. Das Thema: Die aktuelle Diskussion zur Einführung der „Hygiene-Ampel“ bzw. des „Hygiene-Kontrollbarometers“, mit denen dieVerbraucherschutzminister der Länder für mehr Transparenz in Sachen Lebensmittelhygiene sorgen wollen. Wie berichtet, hat der DEHOGA die bisher bekannt gewordenen Pläne deutlich kritisiert – vor allem deshalb, weil viele wichtige Umsetzungsfragen noch ungeklärt sind und eine einseitige Benachteiligung des Gastgewerbes droht.
Waldemar Fretz, Vorsitzender der Fachgruppe Gastronomie im DEHOGA, sieht unter anderem in imageschädigenden Bewertungs-Zwischenstufen ein Problem: „Ich bin ohne Wenn und Aber für Hygiene“, betonte er. Im Ergebnis könne das aber nur heißen, dass ein Betrieb entweder in Ordnung sei und offen bleiben dürfe, oder dass er eben wegen Mängeln geschlossen werden müsse. „Ampeln“ mit Zwischenstufen brächten nichts. So argumentierte auch Rudolf Kübler aus Kirchheim: „Die gelbe ,Ampelphase’ schreckt Kunden ab.“

- Heiner Eiss, Präsident des DEHOGA-Regionalverbandes Nordwürttemberg-Nordbaden, betonte bei der Tagung, wie wichtig gerade jetzt eine starke Lobbyarbeit sei
Die DEHOGA-Kreisvorsitzenden Markus Holweger (Zollernalbkreis) und Gerd Trautwein (Esslingen) berichteten unisono von der Verunsicherung der Lebensmittelkontrolleure. Holweger: „Die wissen selbst nicht, wie sie das personell überhaupt umsetzen sollen.“ Manfred Büch, DEHOGA-Vorsitzender im Rhein-Neckar-Kreis, sieht darin auch etwas Positives: „Wenn bislang keiner weiß, wie das Ganze ablaufen soll, ist das unsere Chance. Wir müssen uns jetzt einbringen.“
Dass der Verband dies mit Nachdruck tut, verdeutlichte Hauptgeschäftsführer Jürgen Kirchherr, der von einem vor kurzem geführten Gespräch mit dem neuen Verbraucherschutzminister des Landes, Alexander Bonde (Die Grünen), berichtete. Kirchherr machte deutlich, dass der DEHOGA sich an der aktuellen Diskussion kritisch, aber konstruktiv beteiligt. Eine Diskriminierung der Gastronomie werde man aber nicht hinnehmen und sich nötigenfalls auch mit rechtlichen Mitteln wehren.
Ausführliche Informationen zum Thema und zur Position des DEHOGA Baden- Württemberg finden Sie hier.
Hygieneoffensive


















