Ältere Gäste legen Wert auf Qualität

Stellte eine interessante Zielgruppe und ihre speziellen Erwartungen vor: der Altersforscher Prof.Dr. Andreas Kruse von der Universität Heidelberg. Foto: E.Kiefer

Ein heute 70jähriger ist so gesund wie ein 63jähriger vor drei Jahrzehnten – eine von vielen interessanten Informationen Prof. Dr. Andreas Kruse, der beim Fachkongress  der Fachgruppe Tourismus & Hotellerie am 17. Mai in Böblingen über das Potenzial  des Alters sprach.Der Altersforscher von der Universität Heidelberg beschrieb dabei die Bedürfnisse der älteren Generation und die daraus entstehenden Chancen und Anforderungen an die Hotellerie.    

Die älteren Menschen von heute sind körperlich und geistiger fitter, so Kruse. Schwere Erkrankungen treten laut Kruse meist erst ab dem Alter von 83 bis 86 Jahren auf. Darin bestehe die große Chance für die Hotellerie, denn ältere Menschen begeben sich auf die  Suche nach einem Hotel, das sie nicht an eine klinische Einrichtung erinnere. Laut Prof. Dr. Kruse nehmen sie viel Geld in die Hand, um ein Hotel ausfindig zu machen, das ihnen einen guten Wellnessbereich und die Möglichkeit, zur Bewegung bietet.

Der Fachmann warnte davor, ältere Menschen mit Pflegebedürftigen gleichzusetzen, obwohl sie durchaus spezielle Pflegebedürfnisse hätten. Deshalb solle das klassische Wellnessangebot  zum Beispiel durch Rehabilitationsanwendungen wie Physiotherapie ergänzt werden. Die körperliche  Leistungsfähigkeit beizubehalten und  iese durch Schwimmen oder Walking zu stärken – das stehe im Fokus.  

Eines betonte Kruse: Etwas Wichtigeres als soziale Teilhabe gebe es für Ältere kaum. Vor allem von älteren Menschen, die nicht pflegebedürftig seien, werde das Miteinander in Gruppen und Kommunikationsmöglichkeiten sehr hoch geschätzt. Der Heidelberger  Professor empfahl Hoteliers, dies bei ihren Angeboten berücksichtigen. Er wies darauf hin, dass Menschen, die heute zwischen 60 und 80 Jahre alt seien, eine wichtige Zielgruppe für die Hotellerie darstellen: Es handle sich hier um eine finanziell äußerst starke Gruppe, die über erhebliche Ressourcen verfüge und bereit sei, viel in Lebensqualität  zu investieren.

Hohe Ansprüche an die QualitätÄltere Menschen, so Prof. Dr. Kruse, legen Wert auf Qualität, wie zum Beispiel eine gute technische Ausstattung  der Hotelzimmer. Diese Ansprüche  ernst zu nehmen lohne sich, denn es  gebe keine treuere Kundengruppe als die Ältere. Weitere Informationen zu Qualitätsstandards für das neue, vom DEHOGA gemeinsam mit dem Landesseniorenrat geschaffene Zertifikat für seniorenfreundliche  Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe finden Interessenten unter: www.gftbw.de/Für-mein-Hotel/  mehr/Senioren.aspx

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